Schon die erste Aufgabe im Story-Modus ist mörderisch schwer.
Nintendo ist ei-ner der wenigen Videospiel-Hersteller, die in der Lage waren, eine Spiel-Reihe nach der anderen höchst erfolgreich auf den Markt zu bringen. Das Kunststück dabei ist, dass diese Serien - wie Super Mario, The Legend of Zelda, Metroid oder F-Zero - über Dekaden hinweg bestehen blieben und mit ihren genialen Fortsetzungen heutzutage gar nicht mehr aus dem Videospielebusiness wegzudenken sind. Jede der genannten Franchises konnte bereits ihre Reinkarnation auf dem GameCube feiern. Nur eine fehlte bisher auf Nintendos Wunderwürfel: F-Zero. Bereits seit Monaten gibt es immer wieder neue Bilder und Informationen zum Urvater aller futuristischen Rennspiele zu bewundern. Verwunderlich an der ganzen Geschichte ist jedoch die Tatsache, dass nicht Nintendo selbst die GC-Fortsetzung von F-Zero aus dem Boden gestampft hat, sondern Sega. Dass diesbezügliche Bedenken unbegründet waren, zeigt der Test der Import-Version von F-Zero GX.
Aber Hallo?!
Was die Jungs von Segas In-House-Entwicklerteam Amusement Vision hier abgeliefert haben, ist einfach der helle Wahnsinn. F-Zero-Fans werden sich sofort wohl fühlen, denn die gesamte Aufmachung und Präsentation des Spiels wurde zwar erheblich moderner als bei den Vorgängern gestaltet, vermittelt aber immer noch den unvergleichlichen F-Zero-Charme. Das Hauptmenü kann mit allem dienen, was zu einem vernünftigen Rennspiel gehört - angefangen beim altbekannten Grand-Prix-Modus, der mit drei Schwierigkeitsgraden aufwartet. Wie schon in den Vorgängern entscheidet man sich zuerst für einen Fahrer und nimmt dann einen von anfangs drei Wettbewerben - Ruby, Sapphire und Emerald Cup - in Angriff. Jede Strecke wird durch kleine Kamerafahrten über verschiedene Streckenteile stilvoll vorgestellt. Schon hier macht sich die optische Brillanz des Titels bemerkbar. Tonnenweise Umgebungsobjekte verschönern die Rennstrecken und geben so jedem Schauplatz sein ganz eigenes Flair. Haben erst mal alle Gleiter an der Startlinie Stellung bezogen, ahnt man noch nicht, was in den folgenden Minuten auf einen zukommt. Der Countdown kündigt es an: Die Düsen der Konkurrenten blitzen auf und die Hetzjagd nach dem ersten Platz beginnt. Das Geschehen zieht mit höchster Geschmeidigkeit an dem Spieler vorbei.
3, 2, 1 ... Go!!
Es ist wirklich unglaublich, was die Entwickler aus dem GameCube herausgeholt haben. Eine konstante Bildwiederholungsrate von 60 Bildern pro Sekunde, gepaart mit genialen Licht- und Partikeleffekten, lässt glauben, dass einem die Augen einen Streich spielen. F-Zero-typisch sind die Kurse nicht nur mit Beschleunigungsfeldern, sondern auch mit Schanzen, Steilkurven, Sprüngen, Abkürzungen nur so zugekleistert. Mit jedem weiteren Rennen fallen einem mehr Möglichkeiten auf, kostbare Sekunden Vorsprung gegenüber der Konkurrenz zu ergattern. Allerdings ist auch besondere Vorsicht - oder besser gesagt Übung - gefragt. Gerade in fortgeschritteneren Rennen oder in höheren Schwierigkeitsgraden werden schon die kleinsten Fahrfehler nicht verziehen. Das In- und Auswendigkennen der Rennstrecken ist aber nur die halbe Miete. Wer es nicht versteht, seinen Turbo-Boost strategisch richtig einzusetzen, braucht eigentlich erst gar nicht anzufangen. Übung macht den Meister und nach einigen Selbstzerstörungen bekommt man ein Gefühl für den Turbo-Boost und die Energie. Hat man mit dem Spielen angefangen, hört man auch so schnell nicht wieder auf. Schuld daran sind nicht nur die vielen gescheiterten Versuche, einen Grand-Prix nach dem anderen zu gewinnen, sondern auch der hohe Schwierigkeitsgrad.
