Evolve im Test: Der Ego-Shooter gehört ohne Frage zu den ungewöhnlichsten Spielen der vergangenen Jahre und hat dafür auch zu Recht viele Vorschusslorbeeren abgeräumt. Kein anderes Entwicklerstudio ist bislang auf die verrückte Idee gekommen, ein Team bestehend aus vier Spielern gegen ein ebenfalls von einem Menschen gesteuertes gigantisches Ungeheuer antreten zu lassen. Wir haben die Verkaufsversion von Evolve 20 Stunden gespielt und ziehen ein erstes Fazit. Außerdem zeigen wir ein exklusives Let's-Play-Video mit fünf Redakteuren!
Einfach toll
Wie bereits Titanfall und Call of Duty: Advanced Warfare setzt Evolve auf Vertikalität bei den Maps. Dank der Jetpacks der Jäger und den Flug- sowie Sprungfähigkeiten der Bestien ergeben sich so interessante Gefechte in luftigen Höhen. Schön ist ebenfalls, dass die Umgebungen gut mit Flora und Fauna gefüllt sind. So könnt ihr euch als Monster nicht nur in den Büschen verstecken, sondern auch kleinere und auch mal größere Kreaturen auf die Hunter hetzen. Insgesamt sind wir mehr als zufrieden mit den Karten von Evolve. Sowohl die Atmosphäre als auch das Design gehören zum Besten im Genre.
Vier Freunde
Quelle: Computec Media GmbH
Vorsicht! Nicht nur harmlose Tierchen können sich in den Büschen verstecken - auch Monster Goliath ist dazu in der Lage.
Ein Hunter-Team besteht aus vier unterschiedlichen Jägern mit jeweils ganz eigenen Aufgaben. So ist der Schütze mit seinen schlagkräftigen Waffen für das Grobe zuständig, der Fallensteller für das Aufspüren und Festhalten des Monsters, der Sanitäter spendiert der Gruppe neben Heilung kurzzeitige Buffs wie Tarnung und der Unterstützer kann mit gezielten Orbitalschlägen oder Drohnen dem Biest immens schaden. Ihr merkt: Evolve ist sehr stark auf Teamplay ausgelegt. Wer nicht in der Lage ist, sich mit seinen Kameraden abzusprechen, hat oft das Nachsehen. Die Rollen und die Fähigkeiten der insgesamt zwölf Helden unterscheiden sich übrigens auch innerhalb einer Charakterklasse relativ stark. Ob ihr zum Beispiel als Sanitäter Lazarus mit eurem Lazarus-Gerät Kameraden wiederbelebt oder mit dem Granatwerfer von Caira heilt, macht für die Teamtaktik viel aus.
Gut Ding will Weile haben
Wir hatten nach rund acht Stunden alle Helden freigeschaltet, aber würden uns beileibe noch nicht als Meister einer Klasse bezeichnen. Denn obwohl die Auswahl an unterschiedlichen Waffen (eine Haupt- und Sekundärwaffe pro Held) im Vergleich zu Battlefield 4 nicht riesig ausfällt, spielt sich jeder Haudegen - wie bereits erwähnt - sehr unterschiedlich. Unserer Meinung nach sollte für jeden Spielertyp, egal ob Sniperoder Shotgun-Fetischist, etwas dabei sein. Ein wenig schade ist aber, dass man zwar auch nach 20 Spielstunden noch Boni wie einen leicht erhöhten Waffenschaden freischaltet, diese Upgrades sich aber in den Gefechten kaum bemerkbar machen.
Quelle: Computec Media GmbH
Walfang: Fallenstellerin Maggie kann mit ihrem Harpunengewehr die Mobilität des Monsters eingrenzen. Ihr Kollege Abe verwendet dafür Stasis-Granaten.
Wer folglich den kompetitiven Charakter von Online-Shootern nicht schätzt, für den könnte Evolve nach bereits zehn Stunden etwas langweilig werden. Die drei Monster von Evolve sind ebenso unterschiedlich wie die einzelnen Jäger. So setzt Goliath zum Beispiel auf brachiale Gewalt und Nahkampfangriffe, Krake kann dank seiner Flugfähigkeit die Hunter aus der Distanz ausschalten und Geist setzt - wie der Name schon sagt - auf heimliche Attacken und Tarnung. Ihr fangt wie als Jäger mit einer Bestie an und schaltet die zwei anderen Monster frei, indem ihr mit allen vier Attacken eines Ungetüms eine bestimmte Anzahl an Schadenspunkten anrichtet. Wir brauchten für das Freispielen rund zwei Stunden. Danach motivieren die Upgrades nicht so sehr, da sie wie bei den Huntern nur relativ magere Boni geben. Auch als Monster gilt folglich, dass Evolve auf Dauer nur Laune macht, wenn man auf kompetitive Kämpfe steht.
Let's Play Evolve (Verkaufsversion) mit 5 Redakteuren
Zeit für die Evolution
Schön ist aber, dass das Gameplay als Monster sich wie Tag und Nacht von dem der Hunter unterscheidet. Ihr steuert die Bestien im Gegensatz zu den Jägern aus der Verfolgerperspektive und müsst zusehen, dass ihr euch durch das Fressen von kleineren Kreaturen weiterentwickelt. Es empfiehlt sich zumeist erst nach einem sogenannten "Evolve", sich dem Hunter-Team zu stellen, da eure Attacken dann mehr Schaden anrichten und ihr mehr Treffer aushaltet.
Wir sind gespannt!
In diesem Artikel
Eine der wichtigsten Fragen bei so unterschiedlichen Kontrahenten in den Gefechten ist natürlich die der Balance zwischen den Huntern und dem Monster. Bei den von uns gespielten Partien haben beide Seiten ungefähr gleich oft gewonnen. Wir hatten auch nicht unbedingt das Bedürfnis, nur als Biest oder als Jäger zu spielen. Was für uns aber noch mit einem Fragezeichen behaftet bleibt, ist das Matchmaking. Obwohl die Boni, die man durch Levelaufstiege freischaltet, nicht gerade riesig sind, haben erfahrene Spieler alleine deshalb einen Vorteil, weil sie sich mit den Charakteren und Karten besser auskennen. Zudem können wir erst im Live-Betrieb feststellen, wie gut die Server laufen und liefern auch erst dann die Wertung nach.
