Evolve im Test: Der Ego-Shooter gehört ohne Frage zu den ungewöhnlichsten Spielen der vergangenen Jahre und hat dafür auch zu Recht viele Vorschusslorbeeren abgeräumt. Kein anderes Entwicklerstudio ist bislang auf die verrückte Idee gekommen, ein Team bestehend aus vier Spielern gegen ein ebenfalls von einem Menschen gesteuertes gigantisches Ungeheuer antreten zu lassen. Wir haben die Verkaufsversion von Evolve 20 Stunden gespielt und ziehen ein erstes Fazit. Außerdem zeigen wir ein exklusives Let's-Play-Video mit fünf Redakteuren!
Evolve im Test: Auch wenn das Grundkonzept der futuristischen Monsterhatz auf dem Papier vielversprechend klingt, muss man zugleich auch sagen, dass bei einem derart unorthodoxen Online-Shooter auch mächtig viel schiefgehen kann. So kann zum Beispiel das Balancing zwischen dem Hunter-Team und dem Monster eher schlecht als recht funktionieren. Auch die Motivation für Genreneulinge ist eine Frage für sich, zumal Entwickler Turtle Rock bewusst auf eine storylastige Kampagne verzichtet.
Ein weiterer großer Stolperstein liegt in den Karten der Monsterjagd: Damit das Gefühl einer spannenden Pirsch glaubwürdig rüberkommt, müssen die Spielareale groß genug sein und viele Verstecke für das Ungetüm bieten, die Maps dürfen am Ende aber auch nicht zu weitläufig ausfallen. Zu guter Letzt sollte auch die Abwechslung im Spiel stimmen, wofür grundverschiedene Gefechtsvarianten vonnöten sind. Update: Ihr findet unsere Wertung und das Fazit auf Seite 3 dunseres Evolve-Tests!
Stattdessen klären wir euch darüber auf, ob die einzelnen Elemente von Evolve tatsächlich so gut wie gedacht funktionieren. Statt wie Call of Duty oder Battlefield setzt Evolve nicht auf eine schier unüberschaubare Anzahl an leicht unterschiedlichen Spielvarianten, sondern auf lediglich vier - dafür aber grundverschiedene - Modi. Ob das am Ende für Hunderte von abwechslungsreichen Spielstunden ausreichen wird, können wir zu diesem Zeitpunkt schlecht sagen. In den ersten 20 Spielstunden sorgten die unterschiedlichen Gefechtsarten aber unserer Meinung nach für mehr als genügend Variation. Das lag vor allem daran, dass man sowohl aufseiten der Jäger als auch als Monster mal der Gejagte und mal in der Rolle des Angreifers ist.
Let's Play Evolve (Verkaufsversion) mit 5 Redakteuren
Alles eine Frage der Zeit
Quelle: Computec Media GmbH
Mit Wumms: Schütze Parnell kann dem Monster mit seiner Shotgun viel Schaden zufügen. Für längere Distanzen hat er einen Raketenwerfer im Rucksack.
So geht es etwa im Nest-Modus darum, dass die Jäger insgesamt sechs Eier des Ungetüms zerstören. Als Monster hat man in dieser Variante kaum die Möglichkeit, sich viel Zeit zum Weiterentwickeln (und somit zum Verbessern der Spezialfähigkeiten) zu lassen, da die Hunter ungestört innerhalb weniger Minuten die Brut in Flammen aufgehen lassen. Im Jagd-Modus kann das Ungetüm dagegen fast in aller Ruhe kleinere Kreaturen erlegen, damit es mächtiger wird - vorausgesetzt, die Hunter finden es nicht. Am besten hat uns der sogenannte Evacuation-Modus gefallen, in dem fünf unterschiedliche Missionen hintereinander gespielt werden. Die Mini-Kampagne ist nicht nur wegen der Abwechslung interessant, sondern auch, weil die Ausgänge der Gefechte die folgenden Kämpfe etwa durch zusätzliche Verteidigungstürme oder KI-Gegner variieren. Als Bonus winken zudem noch Extra-Erfahrungspunkte.
Für Einzelkämpfer?
Obwohl Evolve an sich ein Online-Shooter ist, könnt ihr in allen Spielmodi auch gegen Bots antreten. Wir raten reinen Offline-Spielern trotzdem
Quelle: Computec Media GmbH
Futuristisch: Alle Karten haben eine eigene Thematik. Was die Vertikalität angeht, sind die Maps sich jedoch ziemlich ähnlich.
vom Kauf ab, schon alleine wegen der nicht vorhandenen Einzelspielerkampagne. Was an sich nur der Übung dient, stellt sich jedoch am Ende als kurzweiliger Solo-Spaß heraus. Das liegt vor allem an den intelligenten Bots und an der Möglichkeit, jederzeit per Knopfdruck zwischen den Gruppenmitgliedern zu wechseln. Die Computergegner überraschen euch dabei sowohl in der Rolle eines Monsters als auch des Jäger-Teams durch kluge Taktiken. So ist die KI zum Beispiel in der Lage, sich als Monster erfolgreich vor eurem Hunter-Team zu verstecken und sich auf diese Weise still und heimlich weiterzuentwickeln.
Gerade wenn man schon die Jagd aufgeben möchte, greift das Ungetüm euch an, zieht sich aber auch just im richtigen Moment zurück, sobald man ihm zu viel Schaden zufügt. Wenn man dann aber selbst die Rolle des Monsters übernimmt, bekommt man von Anfang an große Schwierigkeiten, dem Hunter-Team aus dem Weg zu gehen. Die KI-Gruppe agiert obendrein sehr gut zusammen und setzt die Spezialfähigkeiten wie etwa die orbitalen Raketenschläge oder die Harpunenfallen fast perfekt ein. Mit insgesamt zwölf Karten für die Modi "Nest", "Rettung" und "Jagd" sowie vier weiteren für die Verteidigungsgefechte ist die Auswahl an Kampfarenen in Evolve für Genreverhältnisse relativ üppig geraten.
In diesem Artikel
Obendrein hat Turtle Rock versprochen, kostenlosen Nachschub nach Release zu liefern. Zudem sollte man bedenken, dass es sich bei den Jagdgründen um Areale handelt, die von ihren großen Dimensionen fast schon den gigantischen Conquest-Karten von Battlefield 4 ähneln. Was die Optik der Maps angeht, müssen wir ebenfalls den Hut vor den Entwicklern ziehen: Jeder einzelne Level hat eine ganz eigene, detailliert und liebevoll dargestellte Thematik und damit auch einen großen Wiedererkennungswert. Wir müssen aber gestehen, dass wir eine Weile brauchten, bis wir uns mit den Eigenheiten der einzelnen Karten auskannten und so wussten, wo man sich am besten als Monster verstecken kann und wo man am ehesten aufseiten der Jäger eine tödliche Falle aufbauen kann.
