EverQuest Online Adventures

Test Bernd Holtmann

Mit Zaubern plustern wir unseren Helden vor dem Kampf auf. Mit Zaubern plustern wir unseren Helden vor dem Kampf auf. Auf dem PC ist das Internet-Rollenspiel EverQuest schon seit 1998 ein Dauerbrenner - und diesen Erfolg will Sony nun auch mit der PlayStation-2-Version des Fantasy-Spektakels feiern. EverQuest Online Adventures spielt zwar in der gleichen Welt, aber 500 Jahre vor dem EverQuest, das die PC-Spieler kennen. Nicht alle Orte und Monster sind also gleich. Wir durften schon vor dem deutschen Start die ersten Monster jagen, uns mit anderen Vorab-Spielern unterhalten und die Charaktere steigern. Aber macht es wirklich Spaß?

Alltag in Norrath
Je nachdem, welche der zehn Rassen (zum Beispiel Barbar, Dunkelelf, Zwerg, Halbling, Gnom, Eremit oder Mensch) und 14 Klassen (Barde, Kleriker, Druide, Verzauberer, Magier, Necromant, Waldläufer, Paladin etc.) Sie zu Anfang wählen, starten Sie an verschiedenen Orten der riesigen Fantasiewelt Norrath. Von Ihrem Gildenmeister erhalten Sie nach und nach Missionen, die Sie schnell mit der Umgebung und dem gelungenen Interface bekannt machen. Auf diese Art erlegen Sie Ihre ersten Monster, sammeln fleißig Erfahrungspunkte und leveln Ihren Charakter hoch. Die Beute von erlegten Tieren und Monstern können Sie verkaufen und sich von dem Geld neue Ausrüstung, Waffen oder Fertigkeitsrollen zulegen, um Ihre Kampfkraft zu steigern. An diesem monotonen Spielprinzip ändert sich nichts, deshalb sind Solo-Spiele auch sehr langweilig. Ab Level 7 können Sie gefahrlos mit bis zu drei anderen Spielern auch stärkere Monster in der Gruppe jagen - das bringt mehr Erfahrungspunkte und macht endlich mal Laune.

Grafik, Sound - Argh
Aufgrund der hohen Sichtweite im Spiel erkennen Sie zwar weiter entfernte Gegner sehr gut, allerdings schränkt dies die Grafikqualität auch stark ein. Im Vergleich zu hübschen und detaillieren Spielen wie Beyond Good & Evil oder Legacy of Kain: Defiance (Importtest in PLAYZONE 01/04) ist Norrath eine Enttäuschung: Die Bäume sind kantig, Gebäude ungewöhnlich groß dimensioniert und Texturen grob aufgelöst. Die wenigen Soundeffekte sterbender Tiere oder angreifender Monster sind nicht gerade eine Offenbarung und die anfangs noch beeindruckende Hintergrund-Musik raubt Ihnen spätestens nach drei Stunden Spielzeit den letzten Nerv. Glücklicherweise lassen sich Effekte und Musik im übersichtlichen Spielmenü abschalten. Mit anderen Spielern können Sie auf drei Arten reden: entweder über vorgefertigte Sprachbausteine, mit einer umständlichen virtuellen Tastatur oder aber (die beste Wahl!) mit einer separaten USB-Tastatur. Die virtuelle Tastatur ist umständlich, nicht besonders hilfreich, aber für Spieler ohne Tastatur leider nötig. Die Sprachbausteine sind zwar zweckdienlich, allerdings wahre Stimmungsräuber. Schade, dass Sony keine Voice-Chat-Funktion für USB-Headsets eingebaut hat. Kurioses am Rande: Selbst nicht dokumentierte Befehle aus der PC-Version funktionieren im Spiel (zum Beispiel "/follow").

Manöverkritik
EverQuest Online Adventures ist ein teurer Spaß: Neben dem Spiel (70 Euro) brauchen Sie noch Sonys Netzwerk-Adapter (40 Euro), eine separate 8-MByte-Memory-Card (30 Euro) und eine DSL-Internet-Anbindung (Preis je nach Anbieter). Dazu kommen nach dem Freimonat noch 10 Euro monatliche Onlinekosten, die an Sony gehen - man kann leider nur per Kreditkarte zahlen.

Bildergalerie: EverQuest Online Adventures
Bild 1-3
Klicken Sie auf ein Bild, um die Bilderstrecke zu starten! (5 Bilder)

Wertung zu EverQuest Online Adventures (PS2)

Wertung:

80 /10

Artikel teilen

Per E-Mail versenden

  • Print / Abo
    Apps
    PC Games 08/2026 PCGH Magazin 08/2026 play5 08/2026 N-Zone 08/2026 Linux Magazin 08/2026 LinuxUser 08/2026 Raspberry Pi Geek 09/2026
    PC Games PC Games Hardware Linux Magazin Raspberry Pi Geek Computec Kiosk