Eternal Sonata

Test

Die Frage, ob Chopin bunt oder schwarz-weiß träumte, ist hiermit wohl beantwortet.

Eternal Sonata Schauen Sie mal! Eine riesige bunte Blumenwiese am Rande des kleinen Fantasy-Dörfchens Tenuto. Eine leichte Brise weht. Blütenblätter werden durch die Luft getragen - und von einer Klippe am Rande der Bucht hat man einen wundervollen Blick über das Meer bis hin zur Hafenstadt Ritardando. Dann versinkt langsam die Sonne im Meer. Glühwürmchen spielen Fangen und während die Sterne am Himmelszelt funkeln, werden das Dorf und die Bucht von vereinzelten flackernden Fackeln beleuchtet. Traumhaft, nicht wahr? Und genau in diese Traumwelt entschwindet der berühmte Komponist Fredéríc Chopin in den drei letzten Stunden vor seinem Tod, während er im Koma liegt.

Auch dem Spieler tut sich der Zauber dieser Welt auf. Denn neben Chopin und den anderen Charakteren sind die offensichtlichen Stars von Eternal Sonata die Grafik und der Sound. Ganz offen gesagt: So schöne Cel-Shading-Grafik lässt so manchen japanischen Anime-Film extrem alt aussehen. Ein Umstand, dem sich die Macher des Spiels sicherlich bewusst sind. Und so lassen sie die Kamera häufig minutenlang über perfekt bis ins kleinste Detail animierte Landschaften schweben, in denen sich Gräser bewegen, Blätter durch die Luft fliegen und Wasserfälle munter plätschern.

Doch das Paradies ist trügerisch. Herbe Steuern, unheimliche Mutatio­nen und der herrschsüchtige Count Waltz machen der Bevölkerung das Leben schwer. So kommt es, dass sich eine Schar junger Kämpfer um Chopin sammelt, um der Sache auf den Grund zu gehen. Dabei stolpern sie immer wieder in Kämpfe mit aggressiven Kreaturen.

Wie bei Blue Dragon gibt es auch bei Eternal Sonata keine Zufallskämpfe mehr - dieses Zeitalter scheint endgültig vorüber zu sein. Sowohl in den prächtigen Dungeons (sie werden in der farbigsten Kanalisation der Videospielgeschichte umherlaufen) als auch in den zauberhaften Landschaften stromern die Gegner umher. Je nachdem, wie angriffslustig die Biester sind, ist ein Kampf unumgänglich oder kann vermieden werden. Geht es dann zur Sache, spielt Eternal Sonata eine weitere Stärke aus. Das Kampfsystem!

Im Gegensatz zu anderen Rollenspielen sind Zaubersprüche und Spezialattacken hier nämlich kostenlos. Es werden keine Magie- oder Extrapunkte aufgebraucht. Das Einzige, was diese Specials verschlingen, ist Zeit. Am linken Bildschirmrand ist eine Zeitleiste, die für jeden Charakter exakt fünf Sekunden lang ist. Normale Schläge sind einfach auszuführen und gehen schnell, während eine Heilung oder eine Superattacke natürlich länger dauert. Außerdem füllen kleine Angriffe einen besonderen Zähler. Je höher dieser tickert, desto heftiger wird der Zauber oder der Spezialangriff. Um das Ganze noch komplexer zu machen, steht jedem Charakter im Licht und im Schatten ein anderes Spezialkommando zu Verfügung. Bei Monstern kann dies sogar so weit führen, dass sie sich je nach den Lichtverhältnissen verwandeln. So kann aus der kleinen, harmlos wirkenden Ratte schon mal ein fieses Supermonster werden.

Das klingt jedoch alles komplizierter, als es ist, und das Spiel führt Sie mit sicherer Hand in das Kampfsystem ein. Während zu Beginn der Timer bei Reglosigkeit stoppt, um Ihnen mehr Zeit zum Überlegen zu geben, heißt es später nicht lange nachdenken und schnell instinktiv handeln.

Eternal Sonata ist eines der innovativsten und schönsten Rollenspiele aller Zeiten - aber sehr schnell durchgespielt. Man levelt schnell hoch und wer nach jedem Dungeon fleißig Beute verkauft, hat auch keine Geldprobleme. Wir tragen der einzigartigen Atmosphäre und dem tollen Kampfsystem Rechnung und verleihen die begehrte Elite-Auszeichnung.

Bildergalerie

Wertung zu Eternal Sonata (X360)

Wertung:

85 /10
Pro & Contra
Prächtige GrafikWundervolle MusikInnovatives Kampfsystemfeine Bonuselemente
Schnell durchgespielt
Fazit

Schöne Atmosphäre, nette Edutainment-Sequenzen und zauberhafte Musik verkürzen die Wartezeit auf Mass Effect und Lost Odyssey.

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