Dragon Age: Inquisition ist ein Zeitfresser! Bioware hat unglaublich viel Spielinhalt in sein neues Rollenspiel hineingepackt. Inhaltlich ist es weder die Rückkehr zu Origins, noch eine Wiederholung von Dragon Age 2. Im Test gehen wir auf die vielen Neuerungen ein und sagen euch, wie sich Inquisition in der Review-Fassung schließlich anfühlt. Wie viel Dragon Age, Skyrim und Co. stecken in dem ambitionierten Rollenspiel? Nach 102 Spielstunden steht die finale Wertung fest.
Satte 102 Spielstunden hat unser Test zu Biowares umfangreichem Rollenspiel verschlungen. Unsere Heldenfigur beendete die Hauptquest mit Charakterstufe 18. Dabei haben wir insgesamt 131 Questreihen gelöst und unsere Inquisition hat es bis zur Stufe 10 gebracht. Die Welt Thedas ist gerettet und steht uns nach dem Abspann weiter offen. Prima, so kann man in aller Ruhe weiter questen, Neben- und Sammelaufträge vervollständigen und sogar weitere Questgebiete freischalten.
Hoher Spielspaßwert, aber für den Sprung über die 90er-Marke reicht es nicht ganz aus.
Von der Hauptstory fühlten wir uns bis zum Schluss meist gut unterhalten. Längere, linear verlaufende Passagen wurden immer wieder durch Entscheidungsmomente aufgelockert, die am Ende zwar nicht für die Mega-Riesen-Überraschung sorgten, aber dennoch für eine insgesamt gute und unterhaltsame Fantasy-Geschichte sorgen. Einige Kampfpassagen gegen Ende sind etwas unnötig in die Länge gezogen, dafür überzeugen aber die wunderschön gestalteten Kulissen, die ihr dabei passiert. Schön ist, dass man im Epilog die Folgen der wichtigsten Entscheidungen in Wort, Text und Bild erzählt bekommt. Das sorgt für einen guten Abschluss der Geschichte.
Warum Dragon Age: Inquisition trotz all seiner Stärken nicht die 90er-Schwelle überschreitet, liegt an den im Test beschriebenen Kleinigkeiten, an nicht wegzudiskutierenden technischen Mängeln und Fehlerchen sowie an einigen Design-Entscheidungen, die wir nicht so ganz nachvollziehen können. Warum gibt es zum Beispiel keine große Lagertruhe für die Gruppe? Oder warum kann man im Kampf keinen Waffenwechsel vornehmen? Letzteres ist besonders dann schade, wenn man zum Beispiel mit einem Schurken, so wie in Origins noch möglich, Bogen und Dolche miteinander kombinieren möchte. Auch als Magier möchte ich im Kampf zwischen verschiedenen Stäben wechseln können. Es nützt mir nichts, wenn ich während eines Gefechts einen Gegner vor mir habe, der immun gegen den Eisschaden meines Stabes ist, dafür anfällig für Feuerschaden, im Inventar zwar eine passende Stabwaffe lagert, ich sie aber nicht aktivieren kann.
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Wer sich an konsolenlastigen Menüs und modernen Rollenspiel-Entschlackungen nicht stört, wird mit Inquisition viele gute Stunden in einem typischen High-Fantasy-Setting erleben. Wer obendrein keine Probleme damit hat, dass ihm in den weitläufigen Questgebieten quasi an jeder Ecke Ablenkung widerfährt, die schnell vom Fortgang der Hauptgeschichte weglockt, der dürfte sich in Thedas ebenfalls pudelwohl fühlen.
