Vier gegen einen ist aber auch gemein.
Es gibt Spiele, die geraten bereits in Vergessenheit, bevor sie überhaupt erschienen sind. Dr. Muto wird wohl ebenfalls kein Millionenseller, dazu ist das Charakter-Design zu abgedreht und ausgefallen. Der etwas wirre Doc sieht nämlich immer ein wenig so aus, als hätte er ein inniges Verhältnis zu Steckdosen. Zersaustes Haar und eine etwas eigenwillige Wohnungseinrichtung lassen darauf schließen, dass er die Frau fürs Leben noch nicht gefunden hat. Dafür ist der putzige kleine Kerl anderweitig talentiert und zahlreiche Erfindungen krönen seine Existenz. Dummerweise hat seine neueste Errungenschaft durch Sabotage mal eben unseren Erdball in die Luft gejagt. Der blaue Planet ist zerstört, bis auf ein winziges Fleckchen - Dr. Mutos Haus und Garten. Das gibt ihm Gelegenheit, den angerichteten Schaden wieder gutzumachen und dank seines Erfindergeistes bedient er sich dazu allerlei abgefahrener Hilfsmittel.
DER TALENTIERTE MR. MUTO
Der verrückte Doc besitzt nur eine Waffe. Ein Gerät, das einer Fernbedienung nicht unähnlich sieht kann einerseits Lebewesen ihre DNS-Struktur entlocken und andererseits auf sehr kurze Distanz schießen. Manche Gegner erfordern den kombinierten Einsatz der beiden Modi. In fünf Welten quält man sich durch weitgehend abwechslungsarme, gestreckte Levels und wünscht sich den Witz und Charme des Vorspanns herbei. Während des Spiels sorgen nur wenige skurrile Gegner und der sarkastische Bordcomputer für leichtes Schmunzeln, ansonsten regiert vorhersehbares und staubtrockenes Leveldesign. Die bemerkenswerteste Eigenschaft des Doktors ist seine Fähigkeit, sich nach erfolgreicher Extraktion von DNS in andere Lebensformen zu verwandeln. Maus, Spinne oder Fisch würden abwechslungsreiche Aufgabenstellungen ermöglichen, doch hier wurden Gelegenheiten verpasst. Etliche mechanische Gimmicks und Waffen können dieses Manko leider nicht beseitigen, da sie ebenfalls nur an dafür vorgesehenen Stellen einsetzbar sind. Forscher- und Entdeckernaturen werden vor den Kopf gestoßen und an sehr kurzer Leine durch lineare Levels gezogen. Wenigstens der Sammeltrieb kommt nicht zu kurz. Unzählige Herzchen, Reagenzgläser und Isotope suchen ein neues Zuhause.
