Dishonored wäre beinahe nie entstanden: Arkane arbeitete an Thief 4

News David Fabricius
Dishonored wäre beinahe nie entstanden: Arkane arbeitete an Thief 4
Quelle: Bethesda

Dishonored gilt heute als moderner Immersive-Sim-Klassiker. Doch Arkane Studios arbeitete vorher an Konzepten für Thief 4 und ein Blade-Runner-Spiel.

Dishonored gehört heute zu den Spielen, die man sofort mit Arkane Studios verbindet. Die düstere Stadt, das freie Schleichen, die übernatürlichen Kräfte und die vielen kleinen Entscheidungsmöglichkeiten machten das Spiel zu einem Immersive-Sim. Doch beinahe wäre es gar nicht dazu gekommen. Vor Dishonored stand Arkane offenbar kurz davor, an Thief 4 oder einem Blade-Runner-Spiel zu arbeiten.

Arkane hatte bereits einen Pitch für Thief 4

Raphael Colantonio und Harvey Smith sprachen kürzlich in einem gemeinsamen YouTube-Video über die Entstehung von Dishonored (jetzt kaufen 16,44 € / 17,99 € ). Beide arbeiteten damals als Co-Directors an dem Spiel und erinnerten sich daran, wie knapp Arkane zuvor an zwei anderen Projekten vorbeiging.

Colantonio erklärte, dass das Studio vor Dishonored entweder an Thief oder Blade Runner arbeiten sollte. Bethesda sei damals auf Arkane zugekommen, während der Publisher versuchte, die Rechte an Thief zu sichern. Kurz darauf sei auch ein Vorschlag rund um Blade Runner erschienen.

Für Arkane klang das offenbar wie ein Traum. Harvey Smith verglich die Situation scherzhaft mit zwei riesigen Säcken Katzenminze, zwischen denen sich zwei Katzen entscheiden sollten. Thief und Blade Runner gehörten laut ihm zu den absoluten Lieblingsmarken des Teams. Das Thief-Projekt scheint weit gewesen zu sein. Smith erklärte, Arkane habe bereits einen starken Pitch vorbereitet. Daraus wäre im Grunde Thief 4 geworden.

Thief gehört zu den wichtigsten Wurzeln des Immersive-Sim-Genres. Arkane wiederum baute später mit Dishonored ein Spiel, das Schleichen, vertikale Levelstrukturen, Spielerausdruck und düstere Atmosphäre auf ganz eigene Weise verband.

Aus gescheiterten Deals entstand Dishonored

Am Ende kamen jedoch weder Thief 4 noch Blade Runner zustande. Beide Deals scheiterten, und Arkane befürchtete offenbar, Bethesda könnte ohne eine bekannte Marke das Interesse verlieren. Das geschah glücklicherweise nicht. Laut den Entwicklern gab Bethesda dem Studio stattdessen grünes Licht, am eigenen Projekt weiterzuarbeiten. Daraus wurde Dishonored. Diese Wendung wirkt fast ironisch. Arkane verlor zwei Marken, die perfekt zum Studio gepasst hätten, bekam dadurch aber die Chance, eine eigene Welt aufzubauen.

Dishonored konnte frei aus Einflüssen schöpfen, ohne an bestehende Erwartungen gebunden zu sein. Dunwall erinnerte an viktorianische Städte, Seuchenfantasien, Industrie, Adel, Armut und okkulte Kräfte, blieb aber trotzdem eigenständig. Diese Freiheit dürfte dem Spiel am Ende geholfen haben. Heute ist Dishonored selbst eine Marke, die viele Spieler mit einem bestimmten Gefühl verbinden: Dächer, Masken, Wachen, Ratten, versteckte Wege, moralische Grauzonen und diese Frage, ob man ein Ziel wirklich töten muss.

Harvey Smith blieb später bei Arkane Austin, bis das Studio geschlossen wurde. Raphael Colantonio gründete WolfEye Studios, das derzeit an einem neuen First-Person-Immersive-Sim arbeitet. Arkane Lyon entwickelt aktuell Marvel's Blade. Habt ihr Dishonored gespielt und hättet ihr euch ein Thief 4 gewünscht?

Quelle: GamesRadar

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