Dishonored 2 im Test: KI, Story, PC-Technik und Wertung

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Dishonored 2 im Test: KI, Story, PC-Technik und Wertung
Quelle: PC Games

Dishonored 2 wird von PC Games getestet: Was taugt die Geschichte, ist die Gegner-KI schlau und wie wirkt sich die maue PC-Performance auf die Wertung aus? Das und unser Fazit lest ihr auf Seite 2 unseres Reviews.

Knackig fordernd, nicht zu einfach

Mit drei Schwierigkeitsgraden und der optionalen "Keine Kräfte"-Variante spricht Dishonored 2 Einsteiger wie Profis an. Auch Schleich-Muffel dürften Spaß am Action-Spiel haben, denn ihr dürft jederzeit die Waffe zücken und das Metzeln anfangen - die hohe Gegnerdichte verhindert, dass Dishonored 2 dabei zur anspruchslosen Ballerorgie degeneriert. Fair: Ein paar Leichen lassen den Chaos-Faktor nicht über Gebühr ansteigen; wer sich zurückhalt und clever mordet, bekommt dennoch das beste von mehreren unterschiedlichen Endsequenzen zu sehen. Neue, nicht-tödliche Methoden der Gegnerbeseitigung machen die Pazifisten-Route durchs Spiel attraktiver.
Ein Kampf in Dishonored 2. Quelle: PC Games Der Schwierigkeitsgrad ist knackig, im Kampf gegen mehrere Feinde braucht ihr eure magischen Spezialfähigkeiten.

So dürfen Corvo und Emily jetzt einen schicken Schlitterangriff ausführen oder direkt auf Feinde zurennen und sie mit einem Handkantenschlag an den Hals überraschen. Außerdem gibt es neue Bolzenvarianten, um Widersacher zu blenden oder in die Flucht zu treiben. Darüber hinaus ist das Werfen herumliegender Flaschen eine effektive Methode, um Wachen abzulenken. Alternativ stellt ihr Uhren so, dass sie nach wenigen Augenblicken klingeln. Das ist gerade aufgrund der erhöhten Aufmerksamkeit der KI-Gegner eine willkommene Neuerung. Entscheidende Verbesserung im Vergleich zu Teil 1: In Dishonored 2 bemerken Wachen den Spieler endlich, wenn er sich aus einer Deckung hervor zur Seite neigt. Zudem reagieren die Feinde sehr allergisch auf Geräusche.

Ab und zu lässt sich jedoch auch erratisches Verhalten bei computergesteuerten Figuren beobachten. So ist es möglich, mehrere Feinde mit der lautstarken Explosion eines Waltanks auszuschalten - aber die Kollegen um die nächste Ecke haben davon nichts mitgekriegt und folgen weiter ihren festen Patrouillenrouten. Das wäre als Zugeständnis an die Spielbarkeit okay. Dann jedoch gibt es Situationen, in denen wiederum gleich eine ganze Meute Feinde auf unsere Position zurennt, weil wir von einem der Widersacher beim harmlosen Pirschen durch eine Gasse gesichtet wurden. Sehr nervig sind zudem die Zivilisten, die sofort und ohne Verzögerung Alarm schlagen, wenn den Avatar dabei beobachten, wie er eine bewusstlose oder tote Person auf den Schultern trägt.

Neben animierten Zwischensequenzen in Spielgrafik gibt's auch solche gezeichneten Bilder. Quelle: PC Games Neben animierten Zwischensequenzen in Spielgrafik gibt's auch solche gezeichneten Bilder.

Dishonored 2-Review: Die Story ist kein Meisterwerk

In Sachen Geschichte hat Dishonored 2 im direkten Vergleich mit seinem Vorgänger die Nase vorn, aber es ist ein knappes Rennen. Beide Spiele sind keine Story-Meisterwerke, bei Teil 2 sind die Eckpunkte der Handlung schon nach fünf Minuten skizziert und danach gibt es keine großen Überraschungen mehr. Der Star der Geschichte ist wieder einmal die Stadt, kein bestimmter Charakter - im Vorgänger war es Dunwall, nun ist es eben Karnaca.

Hexe Delilah ist eure Gegenspielerin in Dishonored 2, verströmt aber nur wenig Gefahr. Quelle: PC Games Hexe Delilah ist eure Gegenspielerin in Dishonored 2, verströmt aber nur wenig Gefahr. Mit der Hexe Delilah hat sich Arkane für eine aus dem DLC Brigmore Witches bekannte, aber letztlich auch sehr blasse Gegenspielerin entschieden. Der Dame mangelt es an Präsenz im Spielverlauf und sie strahlt wenig Gefahr aus. Kein glückliches Händchen beweisen die Autoren zudem im Umgang mit dem Outsider, einer Art gelangweilten Teufel des Dishonored-Universums. Eine eigentlich spannende Idee in Zusammenhang mit seiner Vergangenheit wird leider nicht konsequent weiterverfolgt.

Kurios: Während der deutsche Sprecher des Knaben seine Sätze nicht mehr ganz so gelangweilt ins Mikrofon röchelt wie im Vorgänger, hat die neue englische Stimme des Outsiders bereits den Zorn vieler Spieler auf sich gezogen. Insgesamt ist Dishonored 2 wohl eine der wenigen internationalen Produktionen, bei denen die deutsche Übersetzung der englischen Originalfassung überlegen ist - auch in Sachen Tonabmischung und Dialogregie.

Technik-Fazit: Version 1.3 bringt Linderung

Klingt doch alles super, nicht wahr? Ist es auch! Dishonored 2 ist ein fantastischer Nachfolger eines ausgezeichneten Spiels. Inzwischen auch am PC. Denn Patch 1.3 erhöht die durchschnittlichen Fps merklich, zudem gab es schon mit Version 1.2 neue Grafikoptionen. Neben der von Beginn an vorhandenen Unterstützung 21:9-Auflösungen lässt sich dadurch etwa der Unschärfe-Effekt reduzieren und das Anti-Aliasing variabler einstellen. Interface (inklusive Field of View) sowie die Tastenbelegung lassen sich genauso komfortabel anpassen wie im herausragenden Vorgänger.

Die Gegner-KI schöpft anders als im Vorgänger Verdacht, wenn der Protagonist aus der Deckung hervorlugt. Quelle: PC Games Die Gegner-KI schöpft anders als im Vorgänger Verdacht, wenn der Protagonist aus der Deckung hervorlugt. Super: Die nervige Abhängigkeit der Mausbeschleunigung von der Framerate wurde mittlerweile entfernt. Wie unsere Kollegen der PC Games Hardware in ihren Dishonored 2-Benchmarks festgestellt haben, bringt Patch v1.3 zudem eine merkliche Performance-Verbesserung mit sich. Das Spiel ist aber weiterhin sehr prozessorlastig und Besitzer von Radeon-Grafikkarten werden merklich benachteiligt. Zudem kann es im Spielverlauf immer wieder zu Framedrops kommen, selbst wenn euer Rechner die empfohlenen Systemanforderungen erfüllt. Dieses Stottern betrifft inzwischen aber fast nur noch Fps-Raten jenseits der 60 Bilder pro Sekunde; die intelligente automatische Anpassung der Einstellungen hat die Chancen auf ein flüssiges Spielerlebnis auch auf Mittelklasse-Rechnern deutlich erhöht.

Leider hat Arkane bei Dishonored 2 dafür auch ein kleines Grafik-Downgrade in Kauf genommen: Einige wenige Texturdetails werden nun bei einer gewissen Entfernung ausgeblendet, was aufmerksamen Spielern störend auffallen könnte. Das ist aber nur ein kleines Ärgernis, die Performance-Verbesserungen von Patch 1.2 und 1.3 wiegen das nämlich mehr als nur auf. Die (abschaltbare) adaptive Auflösung und mehr Optionen im Grafik-Menü machen aus Dishonored 2s Void-Engine zwar immer noch keine perfekt optimierte Technik, dennoch ist das Actionspiel mittlerweile tadellos spielbar.

Optisch keine große Verbesserung

Neben der tollen Architektur sind die Effekte noch das Schönste an der Optik. Quelle: PC Games Neben der tollen Architektur sind die Effekte noch das Schönste an der Optik. Die Grafik rangiert dabei selbst in Ultra-Einstellungen nur unmerklich über der des vier Jahre alten Vorgängers. Entwickler Arkane Studios hat den typischen Dishonored-Stil beibehalten und der setzt teils nun mal auf eher verwaschene Texturen wie aus einem Gemälde. Das soll keine Entschuldigung sein, gerade angesichts der hohen Hardware-Anforderungen hätten wir von der Void-Engine einiges mehr erwartet. Aber die virtuellen Umgebungen im Spiel sind dennoch bildschön; in der Hafen-Metropole Karnaca gibt es pulsierende Farben wo Dunwall aus Teil 1 grau und braun war. Die Levels sind eine Ecke größer als im Vorgänger, auf den öffentlichen Plätzen zwischen den Missionen tummeln sich NPCs, die eigenen Beschäftigungen nachgehen. Da stören die einzelnen Matsch-Texturen kaum.

Dishonored 2 ist seit dem Release am 11. November 2016 für knapp 50 (PC) bzw. 60 Euro (PS4, Xbox One) zu kaufen. Die PC-Version setzt auf Steam als Kopierschutz.

ishonored 2-Test: Wertung & Fazit

Meinungen

Wertung zu Dishonored 2 (PC)

Wertung:

9.0 /10

Wertung zu Dishonored 2 (XBO)

Wertung:

9.0 /10

Wertung zu Dishonored 2 (PS4)

Wertung:

9.0 /10
Pro & Contra
Exzellentes LeveldesignImmens dichte AtmosphäreLebendige, glaubwürdige Spielwelt mit toller ArchitekturSehr viele, sehr coole magische FähigkeitenKeine künstlichen GrenzenZwei außergewöhnliche MissionenBietet viel Raum zum ExperimentierenExtrem viele versteckte Gegenstände, die zu suchen sich lohntBefriedigender Umfang mit rund 18 Stunden (Schleichen)Fetzige Metzeleien mit dem SchwertDeutlich mehr Möglichkeiten für nicht-tödliche Vorgehensweise als in Teil 1Quicksave auch auf KonsolenGrößere Umgebungen mit weniger Ladepausen als im VorgängerSouverän erzählte Rache-Story ohne große HängerSehr gute deutsche SprachausgabeFrei belegbare Steuerung (PC), anpassbares Interface
Hohe Hardware-Anforderungen am PCOutsider und Antagonist bleiben blassZuweilen platte DialogeEnglische Sprachausgabe und Dialogregie verbesserungswürdigGelegentliche KI-Aussetzer bei Computergegnern und ZivilistenKleine Ruckler und Grafikfehler auf PS4 und Xbox OneVerwaschene Optik, kaum besser als Teil 1

Bildergalerie

  1. Seite 1 Dishonored 2 im Test: Leveldesign und Upgrades
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