Devil May Cry 4
Den Lohn für gelungenen Stil bekommen Sie in Form von roten Kugeln und stolzen Seelen. Mit den roten Kugeln können Sie sich zwischen den Missionen mehr Lebensenergie oder Heilmittel kaufen. Die roten Kugeln sind in den Levels verstreut und erscheinen auch, wenn man Objekte zerstört oder Feinde beseitigt. Es lohnt sich also, auf alles und jeden loszugehen. Die stolzen Seelen sind da schon schwieriger zu ernten. Diese erhalten Sie nach Levelabschluss. Die Menge ergibt sich aus der Benotung, wie viel Stil Sie bei den Kämpfen eingesetzt haben, wie schnell die Mission erledigt wurde und wie viele Kugeln Sie eingesammelt haben. Das lohnt sich allemal - stolze Seelen können Sie nämlich in neue Fähigkeiten umwandeln. Sortiert nach Schwert, Pistole und Dämonenkraft haben diese unterschiedliche Preise und beim ersten Durchspielen sind sicherlich nicht alle freizukaufen - da muss man schon häufiger ans Werk gehen ... es sei denn, man ist wirklich schnell (und ich meine WIRKLICH schnell) und kämpft bei jedem einzelnen Gegner superstilvoll.
Videos mit Stil
Macht das Zusehen bei den Kämpfen schon einen ungeheuren Spaß, kommt
Devil May Cry 4
es in den Videosequenzen noch dicker. Hier fährt Capcom wirklich alles auf, um den Helden das Image der coolsten Dämonenjäger aller Zeiten zu verpassen. Nero befreit sich mit hanebüchenen Aktionen aus den ausweglosesten Situationen, fast unbekleidete Superheldinnen hüpfen über den Bildschirm und Dämonen so groß wie Hochhäuser geben sich die Klinke in die Hand beziehungsweise Klaue (oder noch ekligere Extremitäten). Jedes noch so unbedeutende Event wird mit Pomp und rasanten Kamerafahrten eingeläutet. Man mag teilweise zwar den Kopf schütteln, aber es ist ein irrer Spaß.
Und wieder zurück
Devil May Cry 4
Bei all der Grafik, Sound und Präsentation fällt anfangs gar nicht auf, dass Devil May Cry 4 auch ein wenig trickst. Dies geschieht ab der zweiten Hälfte des Spieles, wenn Sie die Kontrolle über Dante übernehmen. Dieser läuft nämlich den kompletten Weg wieder zurück, den Nero vorher gegangen ist. Dass die Bossgegner auch wieder auftauchen, ist verschmerzbar - dumm ist jedoch, dass sie ihre Angriffstaktik kein bisschen geändert haben. Eigentlich könnte man meinen, dass sie in der Auszeit ihre Angriffsmethode hätten überdenken können. Auch die Rätselkost ist bis auf zwei, drei Ausnahmen nicht gerade reichhaltig. Meistens haut man auf einen Schalter und der Weg in den nächsten Abschnitt öffnet sich.
Hat man doch mal Probleme, so hilft ausgiebiges Suchen, denn des Rätsels
Devil May Cry 4
Lösung versteckt sich dann in einer kleinen Ecke und muss durch (Na? Wissen Sie es schon?) Zerstörung eines Objektes gelöst werden. Das größte Manko ist jedoch die Speicherfunktion. Denn eigentlich ist es heutzutage eine Zumutung, wenn man nur noch zwischen den Levels speichern kann. Im Pausenmenü existiert zwar eine Speicherfunktion, nach einem Neustart darf man jedoch wieder ganz von vorne beginnen, was bei einigen Levels, für die man schon mal zwanzig Minuten oder länger braucht, recht nervend sein kann. Trotzdem ist Devil May Cry 4 ein Spiel, das auf der Xbox 360 noch gefehlt hat. So stylish und actionreich hat sich noch kein anderer Titel gegeben. Bei mir bekommt er einen Ehrenplatz in der Sammlung.
