Der Herr der Ringe: Taktiken

Test Christian Schönlein

In dieser Mission muss Gandalf eine Flagge erobern. In dieser Mission muss Gandalf eine Flagge erobern. Peter Jacksons Verfilmung von Tolkiens Fantasy-Saga Der Herr der Ringe ließ nicht nur die Kinokassen klingeln: Die zugkräftige Lizenz verhalf auch den Videospielen zu ordentlichen Verkaufszahlen. Mit Der Herr der Ringe: Taktiken steht jetzt ein Titel ins Haus, bei dem PSP-Besitzer in 19 Einsätzen (plus fünf Bonusmissionen) sowie einem Mutliplayer-Modus für bis zu vier Spieler ihr taktisches Können unter Beweis stellen dürfen - und das wahlweise auf der Seite der Gemeinschaft des Ringes oder als Scherge Mordors!

Die beiden Parteien haben allerdings keine unterschiedlichen Missionen. Die Karten und Einsätze sind identisch und werden auf jeweils einer der beiden verfeindeten Seiten vom Spieler ausgetragen. Anstatt dann beispielsweise mit Aragorn einen Ausgang zu erreichen, müssen Sie in der Rolle des Bösen alles daransetzen, den Waldläufer so schnell wie möglich niederzustrecken.

Kino für die Westentasche

Als Scherge Mordors darf man auch mal selber Aragorn verprügeln. Als Scherge Mordors darf man auch mal selber Aragorn verprügeln. Wie schon bei vergangenen Herr der Ringe-Lizenztiteln hat man besonders viel Wert auf eine stimmige Präsentation gelegt. Minutenlange Videosequenzen stimmen den Spieler vor jeder Mission auf den kommenden Kampf ein. Insgesamt haben die Entwickler eine knappe Dreiviertelstunde an Filmmaterial auf die UMD gepresst. Die Charakter-Modelle im Spiel sind den echten Vorbildern ebenfalls gut nachempfunden.

Allerdings wären Gandalf & Co. in hübscheren Umgebungen wesentlich besser aufgehoben. Bei all den Videos war für hochauflösende Texturen wohl leider kein Platz mehr. Auch Ruckler sind keine Seltenheit. Das ist zwar sehr ärgerlich, störend wirkt sich die niedrige Frame-rate aber nicht auf das Spiel-geschehen aus. In den rundenbasierten Schlachten kommt es nämlich nicht auf schnelle Reflexe, sondern auf eine gute Planung der Züge an.

Ringelpietz mit Anfassen

Bereits in der zweiten Mission kämpft man gegen den Balrog - oder mit ihm. Bereits in der zweiten Mission kämpft man gegen den Balrog - oder mit ihm. In Der Herr der Ringe: Taktiken sind Zug- und Kampfphasen streng voneinander getrennt. Während der Zugphase bewegt sowohl der Spieler als auch der Gegner seine Figuren. Landen zwei Charaktere dabei auf benachbarten Feldern, "klinken" sie sich ein und gehen in Kampfposition. Das ist einerseits hilfreich, weil man so nicht ungewollt an Gegnern vorbeirennen kann.

Andererseits kann es auch nervig sein, wenn man zu einem bestimmten Ort eilen will, aber nicht aus der Kampfposition herauskommt. Ist die Zugphase beendet, erteilt man in der darauf folgenden Kampfphase Befehle für Nah- und Fernkampfangriffe, Spezialmanöver oder das Benutzen von Items. Die gewählten Aktionen werden anschließend durch eine automatische Kamera eingefangen, die oft etwas hektisch herumzoomt oder ungünstig postiert ist.

Trotz solcher kleinen Macken werden sich Herr der Ringe- und Taktik-Fans gut aufgehoben fühlen. Da das Gameplay nicht allzu komplex ist, wird auch Anfängern ein guter Einstieg ins Genre geboten. Deswegen müssen Profis aber nicht auf strategischen Tiefgang verzichten. Zwischen den Missionen darf man seinen Charakteren neue Spezialfähigkeiten und Attacken kaufen, die in einer aussichtslosen Schlacht schon mal das Blatt wenden können.

Bildergalerie

Wertung zu Der Herr der Ringe: Taktiken (PSP)

Wertung:

82 /10
Fazit

Ein sehr gut präsentierter, rundenbasierter Strategietitel, der auch für Genre-Neulinge interessant ist.

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