Gimli macht sich einen herumstehenden Munitionswagen zunutze und beseitigt so die Gegner.
Der dritte Teil der Tolkien-Saga startet im Kino erst am 17. Dezember dieses Jahres. Xbox-Besitzer dürfen jedoch schon einen Monat vorher mit Aragorn, Gandalf und der restlichen Helden-Crew in Mittelerde unterwegs sein und den bösen Monstern einheizen. Natürlich wurden dabei auch im neuesten Electronic-Arts-Titel wieder massig Original-Filmsequenzen aus den Kinoblockbustern verwendet. Wer also das Ende der Geschichte der Trilogie erst im Kino erleben möchte, sollte sich mit dem Kauf des Spiels noch etwas gedulden.
Grandiose Präsentation
Wie schon beim Vorgänger Die zwei Türme ist die Präsentation des Titels wieder überragend gelungen. Zwischen den Missionen gibt es ständig einen Mix aus Filmschnipseln, vorgerechneter Rendergrafik und Echtzeitgrafik. Dabei fließen die Sequenzen dermaßen geschickt ineinander über, dass es eine wahre Freude ist. Überhaupt ist die Technik von Die Rückkehr des Königs überragend: Die unzähligen Figuren auf dem Bildschirm sind prächtig ausmodelliert, die an den Film angelehnten Hintergründe teilweise mit hübschen Animationen versehen worden und die Musikuntermalung ist ein Traum. Ebenfalls stark verbessert wurden die Interaktionsmöglichkeiten mit der Umgebung. Stehen z. B. geladene Feuerkatapulte, gefüllte Teertröge oder Speere herum, können diese meistens auch geschickt gegen die Feinde eingesetzt werden. Diese alternativen Angriffsmöglichkeiten sorgen nicht nur für die nötige Abwechslung, sondern fördern auch die einzigartige Atmosphäre des Spiels. Einzig die ab und zu deutlich auftretenden Ruckler stören den positiven Gesamteindruck von Die Rückkehr des Königs.
Kameraprobleme
Nicht ganz so gelungen sind dagegen die Kameraperspektiven im Spiel. Viel zu oft bewegen sie sich nicht ausreichend zum Geschehen mit. Die Folge ist, dass Sie Ihre Spielfigur entweder von zu nah oder zu weit weg sehen und die Übersicht flöten geht. Verstärkt wird das Manko der Unübersichtlichkeit durch die schiere Anzahl an Feinden. In vielen Maps werden Sie von zahlreichen Feinden von allen Seiten angegriffen, was nicht selten zu einem totalen Chaos auf dem Bildschirm führt. Da die Entwickler
zudem mit den Rücksetzpunkten sehr sparsam waren und große Teile der Missionen nach dem Ableben des Charakters nochmals gespielt werden müssen, wird sich bei vielen Spielern schnell Frustration verbreiten.
Vereinfachte Steuerung
Wie schon im Vorgänger Die zwei Türme können auch im aktuellen Titel die Feinde mit vier Angriffsarten niedergestreckt werden. Neben der Primärwaffe (Aragorn benutzt sein Schwert, Gimli seine Axt etc.) gibt es noch einen Fußtritt, eine Fernkampfwaffe (Pfeil und Bogen, Mini-Äxte etc.) und natürlich die verschiedenen Kombos. Diese stehen dem Spieler zu Beginn des Spiels zwar noch nicht zur Verfügung, können aber im Laufe des Abenteuers dazugekauft werden. Hierzu besucht der Spieler nach den Levels das Upgrade-Menü und investiert dort seine erkämpften Erfahrungspunkte. Leider stimmt das Feintuning bei den Kombos nicht ganz: Während im zweiten Der Herr der Ringe-Abenteuer noch eine schöne Lernkurve bei den Kombos vorhanden war, sind die letzten erhältlichen Kombos im dritten Teil viel zu simpel ausgefallen. Dass die stärksten Kombos nur noch aus aus A, A, A, A, A oder Y, Y, Y, Y bestehen, macht wenig Sinn. Dadurch wird nämlich nur eines gefördert: Stupides Dauer-Button-Mashing! Der neu hinzugekommene Kooperationsmodus ist unterdessen durchaus spaßig. Dort bekommt man als Spieler die
dringend benötigte Unterstützung durch seine Gefährten, die einem im Einzelspielermodus aufgrund der dämlichen KI der Mitspieler verwehrt bleibt. Oftmals stehen die Kameraden nur im Weg und stören, anstatt den Spieler sinnvoll zu unterstützen.
