Herr der Ringe: 10 verblüffende Fakten aus Mittelerde, die kaum jemand kennt

Special Philipp Sattler
Herr der Ringe: 10 verblüffende Fakten aus Mittelerde, die kaum jemand kennt
Quelle: Warner Bros.

Ihr liebt Herr der Ringe? Diese 10 kuriosen Fakten über Tolkien, Mittelerde und die Entstehung der Bücher kennen selbst Hardcore-Fans nicht.

Seit über zwei Jahrzehnten prägen die Filme von Peter Jackson unsere Vorstellung von Mittelerde. Für viele Fans sind Der Herr der Ringe und Der Hobbit längst mehr als nur Fantasyfilme - sie sind ein kulturelles Fundament geworden. Und obwohl die Kinotrilogie schon einige Jahre auf dem Buckel hat, ist Tolkiens Welt aktuell wie selten zuvor: Mit der Serie Der Herr der Ringe: Die Ringe der Macht auf Amazon wird das Zweite Zeitalter neu erzählt, während mit The Lord of the Rings: The War of the Rohirrim und weiteren geplanten Filmen bereits die nächsten Ausflüge nach Mittelerde in den Startlöchern stehen.

Gerade weil wir seit Jahren immer wieder nach Mittelerde zurückkehren, entsteht schnell das Gefühl, man kenne diese Welt ziemlich gut. Viele Fans können Dialoge mitsprechen, erkennen Orte nach wenigen Sekunden und wissen scheinbar jede noch so kleine Anekdote aus den Filmen. Jeder hat schon einmal Trivia gehört, wie die berühmte Geschichte vom gebrochenen Zeh von Aragorn-Darsteller Viggo Mortensen, der beim Dreh gegen einen Ork-Helm trat und den Schmerz einfach in die Szene einbaute.

Doch so ikonisch die Filme auch sind: Sie zeigen nur einen kleinen Teil dessen, was hinter Tolkiens Werk steckt. Der britische Autor erschuf über Jahrzehnte hinweg ein gigantisches Geflecht aus Geschichten, Sprachen, Familienlinien, Legenden und Entwürfen - vieles davon taucht in den Filmen nur am Rand auf oder bleibt komplett verborgen. Selbst langjährige Fans entdecken deshalb immer wieder Details, die sie vorher nie gehört haben.

Wir haben ein paar lustige Fakten für euch zusammengetragen, die selbst die härtesten Tolkien-Fans überraschen dürfte. Okay, der eine oder andere kennt sie vielleicht. Wir sind uns aber hundertprozentig sicher, dass niemand von euch alle kennt. Und falls doch, dann seid ihr bestimmt einen Pakt mit Sauron eingegangen für dieses Wissen. Also los.

5 Fakten zu Herr der Ringe, die ihr wahrscheinlich noch nicht kanntet

Herr der Ringe sollte nie eine Trilogie werden

Als J. R. R. Tolkien an Der Herr der Ringe arbeitete, plante er keine mehrbändige Reihe. Für ihn war es ein einzelner, sehr langer Roman. Erst sein Verlag entschied aus praktischen Gründen, das Werk in drei Bände aufzuteilen. Papier war nach dem Zweiten Weltkrieg teuer, und ein so dickes Buch wäre schwer zu produzieren gewesen. So entstanden 1954/1955 die drei bekannten Teile: Die Gefährten, Die zwei Türme und Die Rückkehr des Königs.

Die Beatles wären fast zu Hobbits geworden

In den späten 1960er Jahren gab es tatsächlich Überlegungen für eine Herr-der-Ringe-Verfilmung mit den Beatles. Die Band wollte angeblich selbst die Hobbits spielen - etwa Paul McCartney als Frodo und Ringo Starr als Sam. Auch Stanley Kubrick wurde zeitweise als möglicher Regisseur genannt. Das Projekt scheiterte jedoch früh. Tolkien selbst soll von der Idee wenig begeistert gewesen sein.

Hättet ihr euch vorstellen können, die Beatles spielen die Hobbits? Quelle: Warner Bros Hättet ihr euch vorstellen können, die Beatles spielen die Hobbits?

"Saruman" Christopher Lee war auch Baumbart

Christopher Lee ist den meisten Fans als Saruman aus Peter Jacksons Herr-der-Ringe-Filmen bekannt. Doch der Schauspieler verkörperte eine andere Figur aus Mittelerde ebenfalls - zumindest musikalisch. Für das Projekt des Tolkien Ensemble, das alle Lieder aus Tolkiens Roman vertonte, sang Lee den Song "Treebeard's Song" aus der Perspektive von Baumbart. Damit wurde ausgerechnet Saruman zum musikalischen Sprecher des ältesten Ents von Mittelerde.

Das Disney-Verbot in Tolkiens Testament

Tolkien war kein Freund von Disney. Er kritisierte mehrfach den Stil der Disney-Animationen, den er als zu verspielt und verniedlichend empfand. In seinem Nachlass und im Umfeld seiner Rechteverwaltung entstand deshalb lange die Haltung, Disney solle möglichst keine Adaptionen von Tolkiens Werken produzieren. Diese Skepsis gegenüber einer möglichen Disney-Version von Mittelerde hat sich über Jahrzehnte gehalten.

Einige Elben sollten eigentlich Gnome werden

In frühen Entwürfen seines Legendariums verwendete Tolkien für eine Gruppe von Elben den Begriff "Gnomes". Das Wort leitet sich vom griechischen gnōmē ab und sollte "die Wissenden" bedeuten. Später verwarf Tolkien diesen Begriff jedoch, weil er im Englischen bereits stark mit kleinen Märchenfiguren oder Gartenzwergen verbunden war. Stattdessen setzte sich die Bezeichnung Noldor für diese Elbenlinie durch.


5 Fakten zu Herr der Ringe, die ihr auf gar keinen Fall kanntet

Aragorn hatte einen anderen Namen ... und war ein Hobbit

Während der Arbeit am Herrn der Ringe experimentierte Tolkien lange mit der Figur, die später Aragorn wurde. In sehr frühen Entwürfen hieß die Figur etwa Trotter. Damals war er sogar noch ein Hobbit und trug Holzschuhe. Erst im Laufe der Entwicklung verwandelte Tolkien die Figur in einen menschlichen Waldläufer aus dem Norden - und gab ihm schließlich den Namen Aragorn.

Viggo Mortensen als Aragorn Quelle: New Line Cinema Sieht gar nicht wie ein Hobbit aus. In den ersten Entwürfen war er allerdings einer.

Tolkien nahm den Begriff "Hobbit" fast zurück

Nach der Veröffentlichung von Der Hobbit stellte Tolkien fest, dass das Wort "hobbit" bereits in einer älteren Sammlung von Fabelwesen auftauchte. Das machte ihm kurzzeitig Sorgen, weil er glaubte, den Begriff vielleicht nicht vollständig selbst erfunden zu haben. Letztlich stellte sich heraus, dass der Ursprung unklar war und Tolkien den Namen weiterhin verwenden konnte.

Bilbo war gar nicht Frodos Onkel

In Der Hobbit existiert die Figur Frodo noch gar nicht. Als Tolkien später Der Herr der Ringe schrieb, führte er Frodo als Bilbos Erben ein. Streng genommen ist Bilbo aber nicht sein Onkel, sondern ein entfernter Cousin aus der weit verzweigten Beutlin-Familie. In der Geschichte wird er oft einfach als "Onkel Bilbo" bezeichnet, was eher eine familiäre Gewohnheit als eine exakte Verwandtschaft ist.

Hobbits sind schneller als Zwerge

Ein Vergleich der Reisezeiten aus Tolkiens Büchern sorgt für eine überraschende Beobachtung. Bilbo und Thorins Zwergengruppe brauchen in Der Hobbit etwa 38 Tage vom Auenland nach Bruchtal. Frodo und seine Hobbitgefährten schaffen eine ähnliche Strecke in Der Herr der Ringe dagegen in rund 28 Tagen - obwohl sie verfolgt werden und mehrere Umwege nehmen. Die kleinen Hobbits sind also offenbar deutlich ausdauerndere Wanderer, als viele denken.

J. R. R. Tolkien, Anführer eines satanischen Nazi-Kults?

Hinter dieser absurden Behauptung steckt ein handfester Streit um eine Übersetzung. Der Schwede Åke Ohlmarks veröffentlichte in den 1950ern die erste schwedische Version von Der Herr der Ringe. Tolkien war mit vielen Entscheidungen darin unzufrieden und kritisierte die Übersetzung deutlich. Als später eine neue, genauere Übersetzung geplant wurde, eskalierte der Konflikt. Ohlmarks reagierte verbittert und veröffentlichte 1982 das Buch "Tolkien och den svarta magin", in dem er Tolkien und seine Fans als Anhänger eines satanischen Nazi-Kultes bezichtigte.

Seid ehrlich, habt ihr das wirklich alles gewusst? Wir können es uns beim besten Willen nicht vorstellen. Das eine oder andere könnte man aber schon mal gehört haben. Wenn Herr der Ringe das nächste Mal zur Sprache kommt, könnt ihr jetzt jedenfalls mit Wissen glänzen, das sicherlich nicht jeder andere hat. Bitte, gern geschehen.

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