Deathloop in der Vorschau: Abgedrehtes Action-Feuerwerk mit Zeitschleifen-Thematik
Special 50,99 €
Am 14. September kommt Deathloop konsolenexklusiv für die PS5 und den PC auf den Markt. Wir durften uns bei einem Vorschau-Event vom Entwicklerstudio Arkane Lyon aktuelle Gameplay-Szenen aus dem First-Person-Actionspiel ansehen und in einer anschließenden Q&A-Runde noch mehr Infos zum innovativen Projekt der Dishonored-Macher erfahren. Unser erster Eindruck: Deathloop ist verwirrend, abgedreht, verdammt cool und hat das Potenzial, ein ganz großes Ding zu werden.
Zeitschleifen-Mechaniken scheinen 2021 ein großes Thema zu sein. Ob das daran liegt, dass auch Spiele-Entwickler von der aktuellen Situation genervt sind und sich eine Zeit vor oder nach Corona wünschen, wissen wir nicht. Dass Titel wie Returnal, 12 Minutes und Deathloop alle in diesem Jahr erscheinen, sticht dennoch ins Auge. Während eines etwa zweistündigen digitalen Preview-Events von Arkane Lyon antworteten die Entwickler darauf angesprochen kurz und knackig mit den Worten "absoluter Zufall" und schelmischem Grinsen. Dieses Grinsen des Game Directors Dinga Bakaba und des Art Directors Sébastian Mitton zog sich aus einem nachvollziehbaren Grund durch die komplette Präsentation ihres neuen Werkes Deathloop.
Deathloop in der Vorschau
Das First-Person-Actionspiel sieht nämlich bereits jetzt verdammt gut aus und überzeugt mit innovativen Ideen. Neben 60 Minuten neuer Gameplay-Szenen gaben uns die beiden charmanten Franzosen auch tiefere Einblicke in die Story und die besondere Idee hinter Deathloop.
Wir geben unser Bestes, euch die Welt des Action-Krachers einmal zu erklären. Doch selbst erfahrende Spiele-Redakteure hatten nach der Gameplay-Präsentation noch einige Fragezeichen überm Kopf. Das muss nicht immer ein gutes Zeichen sein, doch im Anschluss an die Präsentation waren sich alle einig: Deathloop (jetzt kaufen 27,90 € / 50,99 € ) hat Hit-Potenzial. Zum Glück beantworteten die beiden Entwickler nach den bewegten Bildern in einer Q&A-Runde noch fleißig die Fragen der Fachpresse.
Loops = Wissen, Wissen = Macht
Quelle: Bethesda Software
An sich wirkt die Insel wie das Paradies: Party, Zocken und keine Gesetze. Doch für unseren Protagonisten Colt gleicht Blackreef eher einem Gefängnis.
Auf der geheimnisvollen Insel Blackreef übernehmen wir die Rolle des unter Gedächtnisverlust leidenden Assassinen Colt. Dieser ist in einer Zeitschleife gefangen und dazu verdammt, den gleichen Tag immer wieder auf ein Neues zu durchleben. Um den Loop zu brechen, muss er Informationen sammeln, um acht Zielpersonen auszuschalten - und das an einem einzigen Tag. Die Entwickler bezeichnen die Story selbst als Mörder-Puzzle-Kampagne. Sollte unser Charakter einmal den Löffel abgeben, erwacht er immer und immer wieder am Strand von Blackreef. In jedem Durchlauf kommen wir allerdings an weitere Tipps und Hinweise und so auch unseren Zielen näher.
Quelle: Bethesda Software
Die Welt von Deathloop verspricht, äußerst abwechslungsreich zu sein. Zum einen gibt es Strände und Berge, zum anderen belebte kleine Städte.
Die Insel ist in vier verschiedene Areale unterteilt: The Complex, Updaam, Fristad Rock und Karl's Bay. Jeden dieser Bereiche können wir außerdem zu einer von vier verschiedenen Tageszeiten betreten. Und zwar morgens, mittags, nachmittags und abends. Jeder Schauplatz verändert sich enorm, je nachdem, wann wir ihn betreten. Am Abend können beispielsweise andere Gebiete erkundet werden als noch am Morgen. Außerdem verändern sich je nach Tageszeit ebenfalls unsere Gegner und Zielpersonen. Wie lange wir dabei jeweils in diesen Arealen bleiben, liegt ganz alleine in unserer Hand. Wenn das alles schon schwierig klingt, kommen wir nun zum absoluten Gamechanger: Dieser heißt Julianna Blake. Eine rivalisierende Assassinin, die unserem Charakter an den Kragen möchte, um den Loop zu schützen.
Macht euren Freunden das Leben zur Hölle
Quelle: Bethesda Software
Die Assassine Julianna Blake möchte uns um jeden Preis aufhalten und wird dies auch nicht nur einmal schaffen.
Deathloop kann komplett im Einzelspielermodus durchgespielt werden und setzt nicht einmal den in der heutigen Zeit fast schon erwarteten Onlinezwang. Antagonistin Julianna besitzt schon als NPC eigene Fähigkeiten, Stärken und Waffen und wird uns wohl mehr als nur einmal töten. Wer jedoch möchte, kann die komplette Kampagne auch im 1vs1 gegen einen Freund oder einen völlig Unbekannten spielen. "Invasion Multiplayer" nennen die Entwickler diesen Modus, der in dieser Art auch schon in Spielen, wie Watchdogs vorkam, aber bei weitem nicht so komplex ablief. Natürlich können wir den Spieß auch umdrehen und unseren Bekannten als Julianna das Spieler-Leben äußerst schwermachen. Einige Fragen, wie dieser PvP-Modus genau funktioniert und wie groß die Wahrscheinlichkeit ist, dass sich die Haupt-Protagonisten in den Arealen begegnen, ließen die Entwickler jedoch noch offen. Es soll allerdings eine ständige Verbindung der beiden Assassinen bestehen, egal ob online oder offline.
Mehr Rogue-lite als Rogue-like
Welches Genre passt denn eigentlich am besten zu Deathloop? Das ist extrem hart zu sagen, denn Arkane ist schon immer dafür bekannt, den Spielern möglichst viele Freiheiten bezüglich der Herangehensweisen zu bieten. Egal ob Prey oder das Dishonored-Franchise, die Spiele des französischen Entwicklerstudios ließen sich schon immer schwierig kategorisieren. Ähnlich läuft der Hase auch bei Deathloop. Auf die Frage, ob die Macher ihr neues Werk denn als Rogue-like bezeichnen würden, bekommen wir aber eine klare, verneinende Antwort. Das bedeutet, wir werden unsere Waffen, Fähigkeiten und Hinweise nach einem fehlgeschlagenen Loop nicht komplett verlieren, sondern können diese behalten, beziehungsweise an unserer Leiche wieder aufsammeln. Ähnlich schwierig erweist sich auch die Frage nach der Zeit, in der Deathloop spielt. Einerseits bietet die Spielwelt einen stimmigen 60er-Jahre-Look, andererseits wirken Charaktere und Waffen eher futuristisch. Die Bezeichnung Retro-Future passt wohl am besten zum Setting.
Quelle: Bethesda Software
Die Welt von Deathloop ist nicht nur durchgeknallt und mysteriös, sondern auch schön anzusehen. Sowohl Außenareale als auch Innenbereiche glänzen mit Detailreichtum.
Dishonored mit dicken Knarren
Quelle: Bethesda Software
In Deathloop gibt es ein großes Arsenal an Waffen. Manche lassen sich auch beidhändig ausrüsten.
Zwar überwiegten im gezeigten Gameplay-Material die Shooter-Passagen. Doch wer Arkane kennt, der weiß, dass auch Stealth-Abschnitte nicht zu kurz kommen dürften. Schließlich zählt die Dishonored-Reihe zu den besten Schleichspielen der letzten Jahre. Leider konnten wir beim Event nicht selbst Hand anlegen und uns einen Eindruck von der Steuerung machen. Auf den ersten Blick wirken die unterschiedlichen Knarren jedoch sehr abwechslungsreich. Neben Handfeuerwaffen, Maschinenpistolen, Gewehren und Schrotflinten wird es außerdem noch eine ordentliche Anzahl abgedrehter Gadgets geben, wie beispielsweise eine schallgedämpfte Nagelpistole. Das Waffenhandling macht zudem einen realistischen Eindruck und schon beim Zusehen spürt man die Wucht beim Abfeuern der Kugeln. Auch der krachende Sound in Feuergefechten klingt extrem mächtig und realistisch. Vor allem mit dem DualSense-Controller der PlayStation 5 wird man bei Deathloop laut den Entwicklern viel Freude haben.
In Kämpfen helfen unserer Spielfigur Colt neben den Waffen auch noch diverse Fähigkeiten. Sechs dieser übernatürlichen Kräfte bekamen wir in den gezeigten Szenen bereits vorgeführt. Mit "Reprise" kann unser Charakter die Zeit zweimal zurückdrehen, nachdem er bereits gestorben ist. Erst beim dritten Ableben startet der Loop wieder von vorne. Durch das Einsetzen von "Shift" teleportieren wir uns in brenzligen Situationen schnell aus dem Gefahrenbereich oder überraschen Feinde aus dem Hinterhalt. Ganz ähnlich funktioniert die Fähigkeit "Aether" mit der Colt für kurze Zeit für bestimmte Gegnertypen unsichtbar wird. Mit "Havoc" absorbieren wir erlittenen Schaden und wandeln diesen in einen mächtigen Power-Angriff um. Die beiden letzten bekannten Fähigkeiten lassen sich gut verbinden. "Karnesis" lässt uns die Gegner durch die Luft schleudern und mit "Nexus" verbinden wir drei Personen miteinander, die ab diesem Zeitpunkt das gleiche Schicksal teilen: Stirbt einer, sterben alle.
Quelle: Bethesda Software
Auf Blackreef scheint es keine Freundschaften für uns zu geben. Die feine Gesellschaft ist eindeutig nur auf zwei Dinge aus: Party und unseren Tod.
Zusätzlich können wir auf der kompletten Map von Blackreef noch Items finden, die unsere übersinnlichen Fähigkeiten und unsere Schießeisen weiter verbessern. Bis auf ein paar Ausnahmen sind das klassische Verbesserungen wie ein verringerter Waffenrückstoß, leisere Schritte und die Reduzierung des Fallschadens. Deathloop geizt nicht gerade mit Brutalität. Das heißt nicht, dass das Blut in Massen fließt, aber wenn unsere Gegner, oder auch einmal wir selbst, die Machete in Rücken oder Bauch stecken haben, dann schmerzt das schon beim Zusehen. Gleichzeitig setzt der Titel jedoch auch auf Humor. Die Dialoge und das Handeln der beiden Haupt-Protagonisten sorgten während der Gameplay-Präsentation auf jeden Fall für einige Lacher.
Insel der Träume
Wie bereits erwähnt, der Stil der Retro-Future-Welt von Deathloop sieht beeindruckend aus. Wenn wir auf Details achten, fallen uns direkt die schönen Lichteffekte und etliche Spiegelungen positiv auf. Durch das haptische Feedback und die adaptiven Trigger des DualSense-Controllers sollen sich zudem Begegnungen mit anderen Figuren realer und fesselnder als in ähnlichen Titeln anfühlen. Deathloop bekommt bis zum Release im September noch eine komplett deutsche Sprachausgabe spendiert. Für Fans der Originalvertonung können wir schon einmal bestätigen, dass die englische Synchronisation gelungen wirkt.
Vier Monate Feinjustierung
Quelle: Bethesda Software
Ob sich Colt etwas beobachtet fühlt? Zunächst müssen wir uns aber einmal der lästigen Angreifer entledigen.
Mit Deathloop könnte Arkane Lyon nach Dishonored und Prey ein weiteres tolles Abenteuer gelingen. Bis zur Veröffentlichung am 14. September hat das Entwicklerstudio auch noch genug Zeit, um die trotz allen Lobes vorhandenen Probleme zu lösen. So wirkte die KI in der Demo hin und wieder nicht wirklich clever. Bestimmte NPCs bemerkten beispielsweise nicht, dass einige ihrer Kollegen in nicht allzu weiter Ferne plötzlich durch die Luft geschleudert wurden. Andere liefen quasi freiwillig in unsere Kugeln, anstatt Deckung zu suchen. Auch die Frage nach der Langzeitmotivation ist noch nicht geklärt. Schafft es Deathloop, die Durchläufe der Zeitschleifen so abwechslungsreich zu gestalten, dass sich die Spieler nach etlichen Besuchen der an sich immer gleichen Areale nicht langweilen? Wie bereits angesprochen, sollen sich diese Gebiete zwar immer wieder stark verändern, doch wie sich das nach mehreren Spielstunden auswirkt, können wir noch nicht beurteilen.
Funktioniert das ultraschnelle Gameplay des Titels auch, wenn ein unerfahrener Spieler mit Maus und Tastatur oder Gamepad Hand anlegt? Welche Motivation bietet das Spiel, wenn wir in die Rolle von Julianna schlüpfen? Ein paar Fragen sind also noch offen und ohne Anspielmöglichkeit und angesichts der Tatsache, dass eine Demo so oder so immer nur die Schokoseiten eines Produkts zeigt, sollte man bei allem Lob immer noch vorsichtig bleiben. Unser erster Eindruck ist aber auf alle Fälle positiv und wir sind zuversichtlich, dass uns mit Deathloop am 14. September ein innovativer, abgedrehter Titel für PC und PS5 erwarten könnte.
