Spielerisch vielseitig, technisch überraschend gut - die Wiedergeburt des Knüppelhelden Dante in DmC: Devil May Cry ist auf dem PC ein echter Überraschungs-Hit! Und auf Konsole verpassen Ninja Theory der Serie eine echte Frischzellenkur, die DmC: Devil May Cry zum ersten Highlight des Spielejahrs 2013 macht!
Auch wenn die Keilereien knapp zwei Drittel der Spielzeit einnehmen, ist DmC keine eintönige Hackepeter-Action. Vielmehr wird das rasante Geschehen immer wieder von Akrobatik-Einlagen aufgelockert. Diese profitieren von der (im Gegensatz zu den Vorgängern) deutlich verbesserten Kameraführung – nur ganz selten geht die Übersicht mal flöten. Neben typischen Hüpfpassagen von Plattform zu Plattform müssen Sie auch Dantes Tarzan-Talente einsetzen. Der obercoole Schurkenschreck schwingt nämlich eine Art magische Peitsche, die sich in vorgegebene Ankerpunkte einhakt. Der Clou daran: Hier kommt wieder Dantes duale Natur ins Spiel. Aktivieren Sie die Engelsfunktion, so schleudert sich Dante Richtung Ankerpunkt. Aktivieren Sie hingegen die Teufelsfunktion, so zieht Dante das angepeitschte Objekt zu sich her. Gegen Ende des Abenteuers kommen dann noch Boost-Portale hinzu, die Dante auf Knopfdruck pfeilschnell durch den Level katapultieren.
Freilich sind diese Intermezzi zumeist strikt linear, aber wer seine Augen offen hält, entdeckt immer wieder Areale abseits des Weges. Dort befinden sich dann versteckte Extras wie spezielle Schlüssel, mit denen Sie Geheimmissionen freischalten. Mal sollen Sie innerhalb eines Zeitlimits eine bstimmte Anzahl an Gegnern erledigen, mal einen Hindernisparcours bewältigen. Als Belohnung winken wertvolle Gegenstände, die Dantes Lebensenergie dauerhaft erweitern. Trotz dieser spielspaßverlängernden Maßnahmen bietet DmC einen recht knappen Umfang: Auf dem Standard-Schwierigkeitsgrad haben Sie die 20 Story-Missionen nach knapp sieben Stunden durchgezockt. Zum Glück gibt es aber vier sehr unterhaltsame Bonus-Modi: "Son of Sparda" verändert die Gegneranordnung, "Dante must die" fordert selbst Genre-Profis. Richtig fies wird's bei "Heaven and hell" (alle Gegner und auch Dante sterben bei einem einzigen Treffer) und "Hell and Hell" (nur Dante stirbt bei einem einzigen Treffer).
Diabolisch gutes Design
Dass Entwickler Ninja Theory ein Gespür für schicke Grafik hat, weiß man seit Enslaved. Aber mit DmC liefern die Briten ihr Meisterstück ab: Die Levels des Spiels sehen allesamt hinreißend schön und atemberaubend detailverliebt aus. Mal turnen Sie durch einen Stadtteil, der auf dem Kopf steht (inklusive nach oben tropfendem Regen), mal verwandelt sich ein hingekritzelter Architekturplan vor Ihren Augen in das entsprechende, fertig errichtete Gebäude. Mit der PC-Fassung betraute Capcom das recht unbekannte polnische Studio QLOC. Und die haben einen außergewöhnlichen guten Job abgeliefert. DmC läuft auf dem PC noch flüssiger als beispielsweise auf der PS3 und sieht in höheren Auflösungen einfach klasse aus. Die musikalische Untermalung passt sich diesem hohen Niveau fast schon traumwandlerisch sicher an: Rabiate Rock-Songs wechseln sich mit stampfenden Techno-Beats ab – und treiben den Spieler förmlich zum Weiterkämpfen an. Hinzu kommen eine gute deutsche und eine hervorragende englische Sprachausgabe.
