Cronos: The New Dawn gespielt - Bioshock trifft Dead Space in diesem Survival-Horrorspiel

Special Benjamin Braun Benedikt Plass-Fleßenkämper Viktor Eippert
Cronos: The New Dawn gespielt - Bioshock trifft Dead Space in diesem Survival-Horrorspiel
Quelle: Bloober Team

Mit Ostblock-Flair wie in Get Even, einem Schuss Bioshock und ganz viel aus Dead Space will Bloober Team noch dieses Jahr das Survival-Horror-Genre mit Cronos: The New Dawn bereichern. Wir haben mehrere Stunden gespielt.

Bereits mit dem Horror-Adventure Layers of Fear bewies der polnische Entwickler Bloober Team 2016, dass er etwas von gepflegter Grusel-Atmosphäre versteht. Nicht alles, was danach kam, genügte jedoch hohen Ansprüchen. Neben gelungenen Psychohorror-Spielen wie Observer veröffentlichte das Studio etwa auch das zweifelhafte Blair Witch oder auch das ziemlich unausgegorene The Medium. Mit dem Remake des Survival-Horror-Klassikers Silent Hill 2 im vergangenen Jahr machte sich Bloober Team aber endgültig einen Namen - und zeigte zudem, dass sie auch ein brauchbares Kampfsystem umsetzen können.

Aktuell entsteht beim Studio in Krakau mit Cronos: The New Dawn (jetzt kaufen 43,86 € ) ein weiteres Survival-Horror-Spiel in Eigenregie, das auf keiner großen Marke basiert. Wir konnten das Action-lastige Horror-Abenteuer, das deutliche Ähnlichkeiten zu Bioshock und Dead Space zeigt, rund zweieinhalb Stunden auf dem PC anspielen. Weshalb wir an einen potenziellen Hit glauben, aber noch nicht restlos überzeugt sind, erfahrt ihr in unserer Vorschau.

Horror im Ostblock-Setting

Ob Bloober Team im Vorfeld noch andere Schauplätze für Cronos: The New Dawn in Erwägung gezogen hat, wissen wir nicht. Die Entwickler haben sich jedoch für einen Schauplatz entschieden, der quasi direkt vor ihrer Haustür liegt. Konkret versetzt euch das Spiel nach Nowa Huta, das heute ein Stadtteil von Krakau ist. Die Stadt wurde 1949 als sozialistische Planstadt gegründet. Inklusive des seinerzeit noch nach Lenin benannten Stahlwerks, das noch vor dem Fall des Eisernen Vorhangs Tausende Motorblöcke für den Automobilkonzern Fiat herstellte. In Cronos stehen die Plattenbauten und repräsentativen Gebäude im Stil des sozialistischen Klassizismus noch. Ihr befindet euch allerdings in einer nicht näher definierten Zukunft, in der eine mysteriöse Seuche die Menschen in Monster verwandelt und die Welt zunehmend verfällt.

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Ihr übernehmt die Rolle von ND-3576, einem offensichtlich weiblichen Agenten der sogenannten Kollektive, deren Name ein Geheimnis bleibt. Die Kollektive will die bereits geschehene Katastrophe angeblich verhindern, wobei man spekulieren darf, dass euer Auftraggeber wenig Gutes im Schilde führt. Nachdem die Protagonistin in einer Art Zeitkapsel am Rande von Nowa Huta gestartet ist und einen seltsamen psychologischen Test absolviert hat, soll sie einen verschollenen Agenten ausfindig machen. Der hat bereits vor ihr nach Hinweisen auf einen der Zeitrisse in der Welt gesucht. Über diese gelangt ihr in die Vergangenheit, zurück bis in die 1980er-Jahre, und spürt längst verstorbene Charaktere auf, die euch in irgendeiner Form helfen sollen.

Neben der sonderbaren Rüstung von ND-3576, die entfernt an die Kluft der Big Daddys aus Bioshock erinnert, gibt es womöglich noch eine viel gravierendere Ähnlichkeit zum philosophisch angehauchtem Action-Hit von 2007: Ihr könnt die Charaktere nämlich zur Unterstützung aus der Vergangenheit mit in die Zukunft nehmen - oder ihnen die Essenz rauben, um daraus größere Kraft zu ziehen. Das erinnert an die Entscheidung bei den Little Sisters, ob man sie rettet oder ausbeutet. Erlebt haben wir davon allerdings noch nichts, da unsere Demo nach gut zweieinhalb Stunden und unmittelbar nach der Aktivierung des ersten Zeitrisses endete.

In der Kantine gibt es nichts zu essen, aber wenn ihr nicht aufpasst, werdet ihr gefressen! Quelle: Bloober Team In der Kantine gibt es nichts zu essen, aber wenn ihr nicht aufpasst, werdet ihr gefressen!

Lasst sie nicht verschmelzen!

In der Welt von Cronos: The New Dawn lauern aufgrund der bereits erwähnten rätselhaften Seuche zahlreiche Monster, die nur auf euren Tod aus sind. Stoppen könnt ihr sie nur mit purer Waffengewalt, so wie auch die Nekromorphs in Dead Space. Obwohl sich sowohl das Gunplay als auch die Steuerung der Heldin in Teilen ähnlich anfühlen wie in EAs Weltraum-Horror und wir auf Knopfdruck Schläge verteilen und Bodenstampfer ausführen, sind die Gemeinsamkeiten bei Weitem nicht so groß, wie man im Vorfeld vielleicht meinen konnte.

Es gibt keine Dismemberment-Funktion. Bei den meisten Gegnern richtet ihr den größten Schaden an, wenn ihr auf den Kopf zielt. Eine gewisse Ähnlichkeit ergibt sich allerdings durch spezielle Widersacher, die Leichen wiederbeleben und sie bei der sogenannten Verschmelzung erheblich stärker machen können. Sie auszuschalten, bevor die Verschmelzung stattfinden kann, ist in vielen Kämpfen der Schlüssel zum Erfolg, um nicht später einer Übermacht an Feinden gegenüberzustehen. Zum Glück halten die "Merger" vor der Verschmelzung nicht viel aus. Sie rechtzeitig in den sehr engen Umgebungen zu entsorgen, ist aber trotzdem nicht leicht.

Mit einer Art Brennkapsel, die im Spiel "Fackel" genannt wird, könnt ihr deshalb auch Kadaver beseitigen, um Verschmelzungen im Keim zu ersticken. Allerdings ist euer Vorrat davon gerade am Anfang stark begrenzt. Da herumliegende Kadaver nicht automatisch bedeuten, dass einer der Merger auftauchen wird, spielt Bloober Team hier ganz bewusst mit unseren Ängsten. Sobald wir das aber durchschaut hatten, haben wir es schließlich fast immer darauf angelegt - und es notfalls nach einem Bildschirmtod vom letzten der fair platzierten Checkpoints aus einfach noch mal probiert. In Cronos seid ihr aber nicht nur vom Autosave-System abhängig. In den regelmäßig anzutreffenden Saferooms könnt ihr auch manuell und beliebig oft speichern.

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