Wurde die Unity Engine überschätzt? Ehemaliger Cities Skylines 2-Chef über Grenzen und Möglichkeiten

News Michael Miskulin
Wurde die Unity Engine überschätzt? Ehemaliger Cities Skylines 2-Chef über Grenzen und Möglichkeiten
Quelle: Paradox Interactive

Die Entwickler von Cities: Skylines 2 gestehen: Die Unity Engine wurde überschätzt. Neue Informationen zeigen, warum Technik und Planung zum Problem wurden.

Der bekannt technisch holprige Start von Cities: Skylines 2 hatte November letzten Jahres intern Konsequenzen nach sich gezogen. Publisher Paradox Interactive trennte sich von Entwickler Colossal Order und setzte fortan die finnischen Iceflace Studios auf das Projekt an.

Die Entwickler von Colossal Order räumen nun ein, bei der Wahl und Nutzung der Engine einen entscheidenden Fehler gemacht zu haben. So sprechen sie jetzt ungewöhnlich offen über die Probleme rund um die genutzte Unity Engine.

Cities: Skylines 2 - Zu viel Vertrauen in unfertige Technik

Laut Studioleitung setzte das Colossal-Order-Team stark auf neue Funktionen der Engine, die zum Zeitpunkt der Entwicklung noch nicht vollständig ausgereift waren. "Wir haben die Fähigkeiten der Engine zu Beginn des Projekts völlig überschätzt", so CEO Mariina Hallikainen im Interview mit PC Gamer. "Als wir mit der Arbeit an der Fortsetzung begannen, haben wir alle Pläne stark auf Funktionen ausgerichtet, die in der Engine noch nicht endgültig festgelegt waren", führt sie fort. Die Idee war: das Spiel langfristig für Jahre zu rüsten. In der Praxis führte aber genau dieser Ansatz zu erheblichen Schwierigkeiten im Entwicklungsprozess.

Konkret nennt das Team die Instabilität der Engine sowie fehlende Kernfunktionen, etwa in der HDRP-Shader-Pipeline und im Entity-Component-System von Unity. Statt vorhandene Tools nutzen zu können, mussten also viele Lösungen selbst entwickelt werden. Das bedeutete natürlich zusätzlichen Aufwand, der sich direkt auf die Performance, Features und den Release-Zeitplan auswirkte.

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Hallikainen erläutert dazu: "Wir haben uns im Grunde genommen die brandneue Technologie angesehen, die Unity anbot, und das stellte sich als Fehler heraus, in dem Sinne, dass es Funktionen gab, die das Versprechen nicht wirklich einlösten." Und weiter: "Wir gerieten in der Entwicklung in eine Situation, in der wir viel mehr Dinge entwickeln mussten, um entweder fehlende Funktionen zu ersetzen oder etwas, das [nicht] funktionierte."

Ein Neuanfang für Colossal Order

Trotz der klaren Kritik von Colossal Order bleibt das Verhältnis des Unternehmens zu Unity Technologies aber positiv. Hallikainen betont, dass die Zusammenarbeit stets konstruktiv gewesen sei und alle Beteiligten unter schwierigen Umständen ihr Bestes gegeben hätten. Während Iceflake Studios die Weiterentwicklung von Cities: Skylines 2 (jetzt kaufen 49,99 € / 32,99 € )üübernommen hat, arbeitet Colossal Order offenbar bereits am nächsten Projekt. Auch dieses soll zwar wieder auf Unity basieren - allerdings mit einer deutlich vorsichtigeren Herangehensweise.

War Unity bei Cities: Skylines 2 wirklich das Problem oder lag es doch eher an den Entscheidungen der Entwickler? Nutzt gerne die angebotene Kommentarfunktion und teilt uns eure Meinung zum Thema mit. Beachtet beim Kommentieren aber bitte die Forenregeln und die allgemeine Netiquette im Internet. Solltet ihr noch keinen Account haben, könnt ihr über eine Registrierung nachdenken, die viele Vorteile mit sich bringt. Unsere Video-Inhalte findet ihr bei Youtube, Instagram und Tiktok.

Quelle: Mariina Hallikainen via PC Gamer

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