Chicory: A Colorful Tale im Test: Geniales Indie-RPG mit Malspaß und Zelda-Flair - der Indie-Hit des Jahres? (mit Video)

Test Maci Naeem Cheema
Chicory: A Colorful Tale im Test: Geniales Indie-RPG mit Malspaß und Zelda-Flair - der Indie-Hit des Jahres? (mit Video)
Quelle: Finji

Das zuckersüße Indiespiel Chicory: A Colorful Tale erzählt die familienfreundliche Geschichte einer jungen Putzkraft, die den größten Traum erfüllt bekommt und zum Farbenkind und Retter der Welt Picknick aufsteigt. Das ausgefallene Indie-Abenteuerspiel des Wandersong-Entwicklers überzeugt mit viel Liebe, tollen Gameplay-Ideen, cleverem Oldschool-Zelda-Prinzip und jeder Menge Kreativität - mit Video!

Chicory: A Colorful Tale, ein Abenteuerspiel in einer Malbuch-Fantasywelt, gehört sicherlich zu den ausgefallensten und kreativsten Indie-Titeln des Jahres. Das Entwicklerteam, angeführt von Greg Lobanov, der bereits mit Wandersong für Aufsehen in der Indie-Szene sorgte, kombiniert das beliebte Spielprinzip alter Zelda-Ableger mit der Faszination von Ausmalbüchern. Wir haben uns in die zu Beginn sehr karge Provinz Picknick gestürzt und mithilfe eines magischen Pinsels die Farbenfreude und den Frieden zurückgebracht.

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Wie toll das ausgefallene Konzept von Chicory: A Colorful Tale funktioniert, klären wir im Test. Ein erster Spoiler: verdammt gut!

Story: Das neue Farbenkind der Picknick-Provinz

Bei manchen Spielen verbringt man eine gefühlte Ewigkeit damit, sich seine ganz eigene Spielfigur penibel zusammenzuschustern - nicht bei Chicory: A Colorful Tale. Die einzige wichtige Frage, die es zu beantworten gilt: "Was ist dein Lieblingsessen?" - simpel und effektiv, wenn ihr uns fragt! In unserem Falle rutschen wir kurz darauf in die Rolle der Putzkraft "Salat", die im großen Farbenturm in der Stadt Mittagsmahl für das aktuelle Farbenkind arbeitet, eine Art lebende Legende und weltberühmte Künstlerin in Picknick.
<strong>Erst karg, dann kunterbunt:</strong> Zu Beginn ist die Provinz Picknick noch sehr farblos, mit der Zeit drücken wir der charmanten Spielwelt aber unseren ganz eingenen Stempel auf. Quelle: tPC Games Erst karg, dann kunterbunt: Zu Beginn ist die Provinz Picknick noch sehr farblos, mit der Zeit drücken wir der charmanten Spielwelt aber unseren ganz eingenen Stempel auf. Eines Tages verschwinden überraschend alle Farben aus der Welt. Im ersten Moment denken wir noch, wir haben möglicherweise die Sache mit dem Putzen etwas zu ernst genommen. Später stellt sich jedoch heraus, dass etwas mit dem Farbenkind Chicorée nicht in Ordnung zu sein scheint. Zuallererst fehlt jede Spur von der Hasendame, darüber hinaus liegt ihr magischer Pinsel besitzlos im Flur des Turms. Wir, als größter Fan Chicorées, nehmen das magische Malwerkzeug natürlich an uns und machen es uns zur Aufgabe, in ihre Fußstapfen zu treten und der Picknick-Provinz ihre kunterbunte Erscheinung zurück zu bringen - zumindest, bis sich die begnadete Künstlerin wieder blicken lässt.

Fortan entführt uns das Abenteuerspiel in abwechslungsreiche Spielwelten mit über 100 Tiercharakteren, die alle mit liebevollen Persönlichkeiten und witzigen Sprüchen überzeugen - stets mit Essensanspielungen versteht sich. Im Café unseres Vertrauens arbeitet zum Beispiel der muskulöse Cola, im Rathaus der Stadt Dinner können wir uns auf den etwas strengen Beamten Pfeffer verlassen und Ex-Farbenkind Brombeere erzählt uns mehr über die schwierige Vergangenheit ihrer Schülerin Chicorée und die Bedeutung des Pinsels.

Bedeutung: Ernste Themen trotz kindlicher Präsentation, sensibel und einfühlsam verpackt

Chicory wirft zu Beginn viele Fragen auf: Wieso sind alle Farben verschwunden? Wo genau hält sich Chicorée auf? Und was hat es mit den vielen Makeln in der Spielwelt auf sich? Die Makel treten in Form von schwarzen Wurzeln auf, die sich immer weiter im Land ausbreiten. Die Geschichte von Chicory wirkt auf den ersten Blick recht simpel und fokussiert sich auf eine lockere Abenteuerreise in einem charmanten Gewand voller Witz, Heiterkeit und Einfallsreichtum. Dahinter verstecken sich aber trotz alledem viele ernste und schwierige Themen. So wird beispielsweiße das "Impostor-Syndrom", auch Hochstapler-Syndrom genannt, stark behandelt, bei dem Betroffene mit enormen Selbstzweifeln hinsichtlich ihrer Fähigkeiten und Leistungen zu kämpfen haben.
<strong>Witzig, tiefgründig &amp; charmant: </strong>Chicory scheut sich nicht davor, schwierige Themen anzusprechen, bleibt dabei aber dennoch stets respektvoll, liebenswürdig und humorvoll - beeindruckend! Quelle: PC Games Witzig, tiefgründig & charmant: Chicory scheut sich nicht davor, schwierige Themen anzusprechen, bleibt dabei aber dennoch stets respektvoll, liebenswürdig und humorvoll - beeindruckend! Darüber hinaus scheut das fünfköpfige Entwicklerteam nicht davor zurück, komplexe Themen wie Sexualität, Identität, "Workaholismus" (Arbeitssucht) und Depression in Angriff zu nehmen. Trotz der kindlichen Präsentation wird erfreulicherweise keine dieser Thematiken unnötig beschönigt oder gar kitschig aufgearbeitet. Chicory: A Colorful Tale gibt Einblicke in die Tiefe des menschlichen Wesens, und das mit jeder Menge Charme, Verstand und Können - respektvoll und versiert umgesetzt. Ebenso lobenswert ist der tolle Gameplay-Mix, der sich mit jeder Spielstunde weiter entfaltet und zum Erkunden und Ausprobieren einlädt.

Gameplay: Ein spielbares Ausmalbuch mit viel Originalität

Wie bereits erwähnt, besteht Chicory aus zwei großen Spielelementen: Abenteuer-Gameplay im Stile alter Zelda-Titel und der Faszination eines interaktiven Ausmalbuchs. Wir möchten zuallererst auf die offensichtliche Zelda- Abenteuerseite des Indie-Titels eingehen. Aus der Vogelperspektive steuern wir unsere Spielfigur durch eine große und stimmige Spielwelt, die durch viele einzelne Bildschirme miteinander verbunden ist. Typisch für das besonders im Indie-Sektor beliebte Spielprinzip, entwickeln sich unsere Fertigkeiten im Spielverlauf weiter und so gelingt es uns, schrittweise mehr und mehr von der Spielwelt zu erforschen und zu erreichen.
<strong>Ein interaktives Ausmalbuch der Extraklasse:</strong> Chicory nutzt die Farbthematik nicht nur in Hinsicht des Gameplays meisterlich, auch im Bereich der Story wird einiges aus dem Konzept herausgeholt. Quelle: PC Games Ein interaktives Ausmalbuch der Extraklasse: Chicory nutzt die Farbthematik nicht nur in Hinsicht des Gameplays meisterlich, auch im Bereich der Story wird einiges aus dem Konzept herausgeholt. Egal ob in Kämpfen oder beim Springen und Erkunden, unsere Waffe, der Pinsel, ist essenziell und das einzige Werkzeug, auf das es ankommt. In typischer Abenteuer-Manier gibt es darüber hinaus jede Menge Rätsel, die mit ausgewogenem Anspruch genau ins Schwarze treffen - nicht zu fordernd und dennoch knifflig genug, um zu motivieren. Mit jedem Kapitelende gibt es diverse hektische und spannende Bosskämpfe, in denen wir unser Können beweisen müssen. Das wäre alles zwar recht gut gelungen, jedoch nicht sonderlich ausgefallen, wäre da nicht die zweite Gameplay-Seite von Chicory: A Colorful Tale: Das Ausmalen.

Durch unseren magischen Pinsel ist es uns möglich, die Spielwelt ganz nach unserem Geschmack zu gestalten und somit der Provinz Picknick unseren ganz eigenen Stempel aufzudrücken. Das hat in erster Linie einen enorm stressabbauenden Effekt, darüber hinaus spielt unser Malwerkzeug eine tragende Rolle im Abenteurer-Alltag: Picknick regiert nämlich sehr stark auf unsere Malkraft. So wachsen beispielsweiße spezielle Pflanzen durch Einfärbung, andere müssen hingegen ausradiert werden. Im Laufe der Spielzeit kommen zusätzlich immer neue Herausforderungen hinzu, die clever die grundsätzliche Mechanik erweitern und Langeweile gekonnt entgegenwirken, wie beispielsweiße das <strong>Chicory: A Colorful Tale im Test:</strong> Großartiges Indie-RPG mit buntem Malspaß und Zelda-Flair (5) Quelle: PC Games Chicory: A Colorful Tale im Test: Großartiges Indie-RPG mit buntem Malspaß und Zelda-Flair (5) Schwimmen in Farben.

Während der gesamten Spielzeit, die ungefähr zehn bis zwölf Stunden in Anspruch nimmt, gab es bei uns im Test keine unnötigen Längen, nervigen Quests oder gar enttäuschenden Spielabschnitte. Chicory: A Colorful Tale ist von Beginn bis zum tollen Ende ein Fest für Videospiel-Fans, die auch mit kleineren Perlen ihren Spaß haben können. Abseits der Hauptgeschichte gibt es zusätzlich jede Menge Aktivitäten, die der Spielwelt mehr Futter hinzufügen und ihre vielen tollen Charaktere sinnvoll in Szene setzen.

Aktivitäten: Verirrte Katzenbabys, Post ausliefern & Künstleralltag

Picknick hat nicht nur viele tolle Figuren und kleine Geschichten zu bieten, es gibt darüber hinaus tolle Aktivitäten, die nicht nur schlicht das Ziel verfolgen, die Spielzeit zu maximieren, sondern einen echten Mehrwert bieten. Überall in der Welt gibt es Katzenbabys zu finden, die sich lautstark in Bäumen bemerkbar machen. Außerdem machen wir es uns früh zur Aufgabe, Müll zu sammeln. Das ist nicht nur löblich, sondern auch richtig lukrativ! Nach ein paar Spielstunden ist es uns nämlich möglich, den Müll in diversen Geschäften gegen hübsche Pflanzen, Möbel und Ähnliches einzutauschen, womit sich die Welt noch charmanter schmücken lässt.

<strong>Einer der großartigsten Indie-Titel des Jahres?</strong> Chicory hat jede Menge zu bieten und zählt schon jetzt für uns zu den großen Spiele-Highlights des Jahres 2021. Quelle: PC Games Einer der großartigsten Indie-Titel des Jahres? Chicory hat jede Menge zu bieten und zählt schon jetzt für uns zu den großen Spiele-Highlights des Jahres 2021. Unzählige Kleidungsstücke gibt es natürlich auch. Überall in der Spielwelt warten abwechslungsreiche Hüte und Outfits, mit denen wir unsere Spielfigur modebewusst in Szene setzen dürfen. In der lebendigen Großstadt Dinner werden wir außerdem vom Postamt zwangseingestellt. Das klingt im ersten Moment ziemlich gemein, entpuppt sich aber als eine liebevolle Nebenaktivität, mit der wir mehr über die vielen Persönlichkeiten, Beziehungen und Hintergründe von Picknick lernen.

Als Malerikone der Provinz ist es kein Wunder, dass oftmals unser Gespür für Kreativität und das Erschaffen von origineller Kunst in Anspruch genommen wird. Café-Besitzer Cola will beispielsweiße, dass wir ihm ein hippes T-Shirt für seinen Kundenstamm entwerfen. Bleibt zur Spielwelt von Chicory nur zu sagen: Wir können euch eine Reise in die Provinz Picknick wärmstens empfehlen.

Audiovisuell: Fantastische Musik trifft einzigartige Inszenierung

<strong>Chicory: A Colorful Tale im Test:</strong> Großartiges Indie-RPG mit buntem Malspaß und Zelda-Flair (1) Quelle: Finji Chicory: A Colorful Tale im Test: Großartiges Indie-RPG mit buntem Malspaß und Zelda-Flair (1) Eines der ganz großen Highlights in Chicory ist die fantastische musikalische Untermalung von Lena Raine, die sich bereits mit ihrem Soundtrack zum Indie-Hit Celeste einen Namen gemacht hat. Ob in den Kämpfen, beim Erkunden oder Entspannen, die klangvollen und vielschichtigen Kompositionen fangen großartig die märchenhafte Stimmung ein und helfen der ohnehin schon originellen Erfahrung, sich erfrischend zu entfalten.

Das besondere an Chicory ist, dass wir nicht nur zu Besuch in einer vorgefertigten Spielwelt sind, wir sind Teil des Universums und maßgeblich daran beteiligt, sein Aussehen zu beeinflussen. Die vielen Gebiete sind bei unserem ersten Besuch in schlichtem Schwarzweiß gehalten. Doch sobald wir die ersten Farbtöne auf den kargen Gebieten verteilt haben und unserer Kreativität freien Lauf lassen, entsteht eine bunte und fröhliche Umwelt - von uns, für uns.

Plattformen & Release: Wo kann ich Chicory spielen?

Chicory: A Colorful Tale gibt es seit dem 10. Juni 2021 für Playstation 5, Playstation 4, PC und Mac. Zwar läuft das Abenteuer auf allen Plattformen problemlos, aufgrund des Ausmalprinzips spielt sich Chicory aber ein gutes Stück besser am PC - also mit Maus und Tastatur. Chicory bietet darüber hinaus die Möglichkeit, sich im Koop-Modus gemeinsam dem Malspaß hinzugeben. Das kreative Indiespiel kostet ungefähr 20 Euro, etwas günstiger ist es für den PC zu haben. Bleibt zu sagen: Bloß nicht verpassen!

Meinund & Wertung

Wertung zu Chicory: A Colorful Tale (PC)

Wertung:

9.0 /10
Pro & Contra
Fantastische Geschichte, die sich nicht vor schwierigen Thematiken scheut und dennoch mit viel Witz und Charme überzeugtÜber 100 Tiercharaktere, die alle mit witzigen Sprüchen und liebevollen Persönlichkeiten aufwartenKreatives Spielprinzip mit viel OriginalitätInteressante Spielwelt mit Geheimnissen und jeder Menge AbwechslungViele Nebenaktivitäten, die sinnvoll in die Welt gestrickt wurdenWunderschöner Soundtrack von Celeste-Komponistin Lena RaineKeine technischen Probleme, einwandfrei spielbar
Etwas eingeschränkte Steuerung auf Konsolen aufgrund der AusmalkomponenteMehr Freiheiten beim Malen wären schön gewesen
Fazit

Chicory: A Colorful Tale zählt schon jetzt für uns zu den besten Spielen des Jahres 2021 - bloß nicht verpassen!

Meinung

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