Beklemmend wie nie durch Effekt-Overkill
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Wie eingangs bereits erwähnt, steht die cineastische Inszenierung im Vordergrund. Call of Duty 3 überschüttet Sie mit einer unglaublichen Flut an Reizen. Ständig hören Sie das Kampfgeschrei Ihrer Kameraden, Explosionen erschüttern den Bildschirmausschnitt, laufend werden Sie Zeuge, wie Ihre Kameraden das Zeitliche segnen. Begleitet von einer hervorragenden Musikuntermalung, erleben Sie vor allem mit einer 5.1-Surroundanlage die dargebotene Action sehr intensiv.
Es ist offensichtlich, dass Call of Duty 3 den Löwenanteil seines Reizes aus der Inszenierung bezieht, und die Next-Gen-Power der PlayStation 3 verstärkt diese Wirkung zusätzlich. Streckenweise übertreiben es die Entwickler zwar mit der Kriegs-Illusion - gerade wenn großkalibrige Geschosse direkt neben Ihnen einschlagen, wackelt das Bild etwas zu stark und wird zusätzlich mit Farbfiltern entfremdet, sodass es teilweise erst einige Sekunden dauert, bis Sie sich wieder neu orientiert haben. Darüber hinaus hat diese hochwertige Präsentation auch ihren Preis. Über das ganze Spiel hinweg plagen Ruckler und teils extreme Grafikfehler die ansonsten stimmige und beeindruckende Darstellung.
Das Kreuz mit schnellen Umsetzungen
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Für sich genommen ist Call of Duty 3 ein sehr gutes Spiel. Da es sich aber auch um einen Multiplattform-Titel handelt, muss es sich den Vergleich mit seinem Next-Gen-Kollegen aus dem Microsoft-Lager gefallen lassen. Und da unterliegt die PS3-Fassung leider spürbar. Videospiele werden oft unter enormem Zeitdruck entwickelt, das ist eine unbestreitbare Tatsache und durchaus gängige Praxis im Videospielgeschäft. Allerdings birgt dies auch eine sehr große Gefahr.
Ist der Zeitplan zu knapp kalkuliert, haben die Entwickler nicht mehr genug Zeit, ihr Produkt abzurunden, und müssen gezwungenermaßen einige Schritte der Qualitätssicherung überspringen. Das kann einerseits kaum spürbare Auswirkungen auf das Spielerlebnis haben, andererseits kann es aber auch dazu führen, dass ein Titel durch übergangene Fehler und Ungereimtheiten nicht sein volles Spielspaß-Potenzial entfaltet. Und genau das trifft auf die PS3-Version von Call of Duty 3 zu.
Sie erleben sehr häufig Momente, in denen Sie sich über unsauber an Spielszenen geknüpfte Zwischensequenzen, eklatante KI-Aussetzer der Kameraden oder durch Wände schießende Gegner wundern. Diese regelmäßig auftauchenden Bugs reißen Sie immer wieder aus dem Spiel heraus und dämpfen den Spielspaß. Resistance: Fall of Man mag vielleicht im direkten Vergleich das unspektakulärere Level-Design haben, allerdings wirkt Sonys Ego-Shooter viel runder und fertiger.
Die Xbox-360-Version ist zwar aufgrund einiger Fahrlässigkeiten ebenfalls kein perfektes Spiel, allerdings waren die Auswirkungen auf den Spielspaß eher gering. Verstehen Sie uns bitte nicht falsch, Call of Duty 3 ist auch auf der PlayStation 3 ein sehr gutes Spiel, das Sie durch diverse Qualitäten überzeugen wird - unter anderem durch die Online-Komponente, die wir bis Redaktionsschluss leider noch nicht testen konnten.
Die Ausstattung ist allerdings nicht mit der Xbox-360-Fassung identisch, was auch hier zumindest, was die Quantität betrifft, für ordentlich Punkteabzug sorgt. Von den Multiplayer--Spielmodi Splitscreen, LAN, Online-Ranglisten- und Online-Spieler-Matches ist nur noch die zuletzt genannte Variante übrig geblieben. Falls Sie Call of Duty 3 bereits auf der PS2 gespielt haben, müssen Sie selbst entscheiden, ob Ihnen Next-Gen-Grafik und ein paar durchaus gelungene Motion-Sensor-Sequenzen eine erneute Investition wert sind oder ob Sie doch lieber zu Resistance: Fall of Man greifen, nicht zuletzt wegen des Online-Modus.
