Borderlands Legendary Collection im Test: Wie gut schlägt sich die Switch-Version?

Test Moritz Schmidtke Lukas Schmid
Borderlands Legendary Collection im Test: Wie gut schlägt sich die Switch-Version?
Quelle: 2K Games

Schon fast seit elf Jahren begeistert die Borderlands-Reihe mit tiefschwarzem Humor, zeitloser Comic-Grafik und einem fesselnden Loop aus Ballern, Looten und Leveln. Dazu kommen noch abgedrehte aber liebenswerte Charaktere am Rande des Wahnsinns, und schon hat man die perfekte Mischung für hunderte Stunden Spielspaß. Jetzt gibt es all das auch für Unterwegs, denn mit der Legendary Collection zieht Borderlands mit Sack und Pack auf die Nintendo Switch um.

Die Geschichte rund um die Kammerjäger findet mit allem, was dazugehört, eine neue Heimat auf der Nintendo Switch. In der Legendary Edition bekommen wir die Borderlands-GOTY-Edition, die Borderlands-2-GOTY-Edition sowie die Ultimate Edition des Pre-Sequels. Es sind also jeweils auch alle zusätzlichen Charaktere und Erweiterungen von Anfang an dabei, bis auf den erst kürzlich veröffentlichten Commander-Lilith-DLC für Borderlands 2. Das im vergangenen Jahr erschienene Borderlands 3 befindet sich leider nicht im Paket.

Doch wie gut schlägt sich die Switch Umsetzung der drei Shooter-Klassiker? Wir haben es in unserem Test herausgefunden.

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Zurück auf Pandora

In Borderlands 1 erkunden wir größtenteils das grau-braune Ödland von Pandora. Optisch ist der Klassiker trotz Überarbeitung in die Jahre gekommen. Quelle: PC Games In Borderlands 1 erkunden wir größtenteils das grau-braune Ödland von Pandora. Optisch ist der Klassiker trotz Überarbeitung in die Jahre gekommen. In Borderlands kommen wir als Kammerjäger nach Pandora, also eine Art Schatzjäger. Dabei stellt sich uns die böse Atlas Corporation in den Weg. In Teil 2 dreht sich alles um den Gegenspieler Handsome Jack, der bis heute in keiner Liste der besten Videospielantagonisten fehlen darf. Und im Pre-Sequel kämpfen wir, angesiedelt zwischen den beiden anderen Spielen, auf einem der Monde von Pandora an der Seite eines jüngeren Handsome Jack, wodurch uns die spannende Hintergrundgeschichte des Bösewichts nähergebracht wird.

Alle drei Spiele sind klassische Loot-Shooter, das heißt: wir schießen, erkämpfen uns Erfahrungspunkte und erbeuten Gegenstände von den besiegten Feinden oder aus Schatzkisten. Da die Waffen in Borderlands zufallsgeneriert werden, gibt es gerade beim Loot eine wahnsinnig große Vielfalt und man freut sich nach jedem harten Bosskampf auf die schwer erkämpfte Beute. Nur zusammen mit Freunden könnte es hier zu Streit darüber kommen, wer denn die erkämpfte Ausrüstung für sich beanspruchen darf. Durch die irrwitzigen Schlachten auf Pandora können wir uns nämlich entweder zu zweit im lokalen Splitscreen-Modus oder mit bis zu drei weiteren Mitspielern im Online-Koop kämpfen. Für die Online-Features ist allerdings eine kostenpflichtige Mitgliedschaft im Nintendo e-Shop notwendig.

Ein Spiel mit viel Charakter

Mit Athena aus dem Pre-Sequel können wir einen Schild verwenden, der uns vor frontalen Angriffen schützt. Quelle: PC Games Mit Athena aus dem Pre-Sequel können wir einen Schild verwenden, der uns vor frontalen Angriffen schützt. In Borderlands haben wir die Auswahl zwischen vier verschiedenen Charakteren, die alle über eine einzigartige Spezialfähigkeit verfügen. In Borderlands 2 und im Pre-Sequel sind es jeweils sogar sechs unterschiedliche Charaktere. Als wäre das nicht schon Vielfalt genug verfügt auch noch jeder Charakter über drei unterschiedliche Talentbäume, in denen man bei einem Level-up neue Buffs und Fähigkeiten freischalten kann. Teils haben die hier freischaltbaren Skills auch einen Einfluss auf das Koop-Erlebnis. Das Gameplay hängt also zu einem großen Teil von der Wahl der Spielfigur und unseren Entscheidungen beim Leveln ab. Wollen wir in Borderlands 2 etwa eher als Scharfschütze spielen und Feinde aus dem Hinterhalt angreifen, dann wählen wir lieber den Assassinen Zero.

Wollen wir nach Rambos-Vorbild mit je einer Waffe in jeder Hand alles brutal über den Haufen schießen, dann ist doch eher der Gunzerker Salvador unsere Wahl. Oder soll es vielleicht doch ein bisschen mehr Taktik sein? Dann ist Axton unser Mann, mit dem wir einen Geschützturm platzieren können, der unsere Gegner unter Beschuss nimmt. Oder man wählt die Sirene Maya, die mit einem Stun selbst die härtesten Feinde auf Distanz halten kann und mit Elementarfähigkeiten auf jede Situation vorbereitet ist. Doch keine Panik: unabhängig von der Wahl des Charakters kann trotzdem jede Schusswaffe von jedem genutzt und in einem der vier Ausrüstungsslots angelegt werden. Das Gleiche gilt für die Schilde und Granaten-Mods. Einzig Klassenartefakte sind immer an eine bestimmte Figur gebunden, da diese die jeweils eigenen Spezialfähigkeiten verbessern.

Eine klare Kante?

Als Fan der Reihe freut man sich ganz besonders auf ein Wiedersehen mit all den eigenartigen Charakteren und Bossen, die Borderlands zu bieten hat. Quelle: PC Games Als Fan der Reihe freut man sich ganz besonders auf ein Wiedersehen mit all den eigenartigen Charakteren und Bossen, die Borderlands zu bieten hat. Angesichts des Ursprungs der Serie auf Xbox 360 und PS3 mussten in der Switch-Fassung keine dramatischen Technik-Einschnitte vorgenommen werden. Zudem ist der Grafikstil der drei Titel durch Cel-Shading-Look ohnehin zeitlos. Lediglich gelegentliches Kantenflimmern und unschön flackernde Licht- und Schatteneffekte stören das Gesamtbild. Dafür bleibt's auch während hitziger Gefechte und in größeren und detailreicheren Umgebungen bei konstant flüssigen 30 Bildern pro Sekunde.

Im Handheldmodus hingegen funktioniert der Shooter teils nur bedingt gut. Rein optisch ist das Spiel hier zwar knackscharf, aufgrund der vielen HUD-Elemente kann man während der ohnehin chaotischen Schlachten aber ganz schnell mal den Überblick über das Kampfgeschehen verlieren. Beim ersten Teil ist das aufgrund der simpleren Grafik noch nicht ganz so schlimm, in Teil 2 und im Pre-Sequel geht es dann aber ziemlich schnell drunter und drüber, nicht zuletzt in dunklen Innenräumen.

Pro Controller for the win!

Borderlands Legendary Collection im Test: Wie gut schlägt sich die Switch-Version? Quelle: PC Games Borderlands Legendary Collection im Test: Wie gut schlägt sich die Switch-Version? Es ist wahrscheinlich die älteste Streitfrage unter Shooter-Spielern: Controller oder Maus und Tastatur? Die Steuerung mit den fummeligen Joycons der Switch ist im Falle von Borderlands aber noch einmal eine Disziplin für sich, und das nicht nur in den ohnehin schwammig kontrollierbaren Fahrzeugpassagen. Wer kann, greift unbedingt zum Pro Controller. Besonders das ungenaue Movement und unpräzise Sprungverhalten in der Schwerelosigkeit des Pre-Sequels gestaltet sich umständlich. Wer will, darf übrigens auch via Gyrosensoren auf Bewegungssteuerung zurückgreifen. Leider wurde das Feature nicht so gut umgesetzt wie in anderen Shootern auf der Switch, in Sachen Präzision bietet das Feature nur einen geringen Mehrwert.

Viel zu tun für Nachzügler

Borderlands Legendary Collection im Test: Wie gut schlägt sich die Switch-Version? Quelle: PC Games Borderlands Legendary Collection im Test: Wie gut schlägt sich die Switch-Version? Wie bereits eingangs erwähnt bietet die Legendary Collection alle Borderlands-Spiele bis auf den dritten Teil, inklusive aller DLCs, zusätzlichen Charaktere und optischen Anpassungsmöglichkeiten. Damit bekommen wir hier auf jeden Fall sehr viel Spiel für vergleichsweise wenig Geld geboten und können uns auf unzählige Stunden Beschäftigung freuen. Für Switch Spieler, die die Reihe noch nachholen müssen, eignet sich das Bundle daher perfekt. Wer will, kann die Spiele aber für jeweils 20 Euro auch einzeln im eShop erstehen. Wenn man Borderlands allerdings schon in- und auswendig kennt, wird einem hier nichts grundlegend Neues geboten.

Meinung und Wertung

Meinung

Wertung zu Borderlands Legendary Collection (NSW)

Wertung:

8.0 /10
Pro & Contra
Wie gehabt spaßige KämpfeToller ArtstyleKaum technische MängelKeine auffälligen Downgrades in den TexturenHoher WiederspielwertExtrem großer UmfangFlüssige Framerate
Gelegentliches KantenflimmernGanz seltene Bugs bei Licht- und SchatteneffektenIm Handheldmodus werden Kämpfe unübersichtlich
Fazit

Borderlands Legendary Collection ist eine wirklich gelungene Umsetzung der drei Titel für die Nintendo Switch, die bis auf überschaubare Ausnahmen nicht nur flüssig läuft, sondern auch wie gewohnt gut aussieht. Besser hätte man die Reihe fast nicht für ein Handheld umsetzen können.

Bildergalerie

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