Bloody Roar: Primal Fury weckt nicht nur den Tiger in dir!
Eines hat der GameCube seinem Vorgänger schon jetzt voraus: ein wirklich gutes Beat 'em Up! N64-Fans wurden zwar mit tollen Ego-Shootern, Jump & Runs und Action-Adventures überhäuft, aber außer einem indizierten Rare-Prügler und der Knuddelorgie Super Smash Bros. gab es keine 3D-Keilerei, die wirklich überzeugen konnte. Bloody Roar: Primal Fury bietet zwar kein realistisches Kampfsystem à la Virtua Fighter und Co., aber erwachsener als Smash Bros. kommt es schon daher. So finden die Kämpfe in abgesperrten Arealen statt und der Zustand der Kämpfer wird durch die altbekannte Energieleiste dargestellt. Die Bloody Roar-Reihe existiert nun schon seit einigen Jahren und erblickte erstmals auf Sonys PSone das Licht der Videospielwelt. Seitdem erfreut sich die Serie großer Beliebtheit, was vor allem an den abgefahrenen Verwandlungsfähigkeiten der Kämpferschar liegen dürfte. Beispielsweise kann sich Yugo in eine Wolfsbestie verwandeln, Ganesha mutiert zu einem Elefanten, die schmucke Jenny wird zur Riesen-Fledermaus und Long wird zum Tiger-Wesen. Im verwandelten Zustand ändert sich nicht nur das Aussehen, sondern auch die Schlagkraft und die Move-Palette. Außerdem könnt ihr nur in Bestien-Form auf euren Hyper-Beast-Move zugreifen.
Tierisch gut?
Das Verwandlungs-Feature stellt daher das wohl wichtigste Element im Kampf dar und sollte mit Bedacht eingesetzt werden. Ihr könnt nämlich nicht immer darauf zurückgreifen. Neben eurer normalen Energie-Leiste befindet sich noch eine weitere auf dem Screen. Sobald sich diese gefüllt hat, könnt ihr euren Recken in ein reißendes Monster verwandeln. Dies wird übrigens durch ein wahres Effekt-Feuerwerk in Szene gesetzt und macht optisch einiges her. Die Grafik ist generell nicht von schlechten Eltern und gefällt durch hübsch modellierte Charaktere und flüssige Darstellung der pfeilschnellen Kämpfe. Negativ fallen die etwas tristen Hintergründe auf, was sich vor allem bei Ring-outs bemerkbar macht. Das Schlag-Repertoire der verschiedenen Recken ist leider etwas arg begrenzt. Dadurch finden Anfänger zwar einen leichteren Einstieg, doch Profis werden klar unterfordert. Alles in allem stellt Bloody Roar eine nicht nur für Prügel-Fans lohnenswerte Anschaffung dar. Zur Höchstform läuft es im Mehrspielermodus auf, doch durch zahlreiche freispielbare Extras werden auch Solisten länger bei der Stange gehalten.
