Blacksite

Test Horst Heindl

Kämpfe wie gegen diesen Wurm motivieren zum Weiterspielen. Kämpfe wie gegen diesen Wurm motivieren zum Weiterspielen. 2007 war ein gutes Jahr für Shooter-Fans. BioShock, Halo 3, Stranglehold (dt.), Call of Duty 4 und nicht zuletzt The Orange Box setzten neue Maßstäbe in den Kategorien Grafik, Gameplay, Atmosphäre, Innovation, Story und KI. Klar, dass sich Blacksite von Midway Games sich mit den genannten Genrevertretern messen muss.

Packende Action

Mysteriöse Vorfälle um eine abgeschottete, militärische Forschungsstation in Nevada rufen den Spieler alias Irak-Veteran Captain Pierce auf den Plan. Die so gut wie menschenleere Stadt Rachel in der Nähe der Station deutet aber bereits darauf hin, dass es mit der Abschottung wohl nicht so weit her ist. Von den folgenden Schockmomenten ahnt der Spieler nichts.

Mitten in Rachel. Nachts. Es regnet. Der stets drei Mann starke Trupp um Captain Pierce erreicht eine Tankstelle. Durch das Fenster zeichnet sich ein Metallskelett mit humanoidem Kopf und Armen ab. Wir feuern. Glas zerbirst, das Monster dreht sich um und eröffnet mit zwei auf der Schulter befestigten Miniguns das Feuer. Nach einem kurzen aber heftigen Feuerwechsel löst sich der Oberkörper wie jener des Terminators aus dem gleichnamigen Film mit Arnold Schwarzenegger. Während das Ungetüm auf uns zu kriecht weichen wir zurück und pumpen das restliche Magazin in den Cyborg. Packende Kämpfe wie dieser häufen sich ab dem zweiten von sechs Kapiteln.

Das ist mein Haus...

Dieser Mutant bespritzt Sie mit einer ekligen Flüssigkeit. Dieser Mutant bespritzt Sie mit einer ekligen Flüssigkeit. Auch der Humor kommt nicht zu kurz. Wegen einer Hypothek verweigert sich ein Hausbesitzer der Evakuierung. Ein gigantischer Wurm bricht kurz darauf durch das Hausdach. "Keine Sorge, ich habe eine Waffe", gibt sich der Mann amerikanisch selbstbewusst. Wenige Sekunden später ist er im Schlund des Wurms verschwunden. Die actionreichen, geskripteten Sequenzen werden Sie oft grandios unterhalten. Einige Zwischengegner sind wirklich harte Nüsse und erfordern langsames, taktisches Vorgehen.

Dabei helfen die einfachen Teambefehle. Ihre Kameraden sprengen für Sie Türen, besetzen auf Wunsch ein stationäres Geschütz oder sichern eine frei zugewiesene Position. Sie gehen selbstständig in Deckung und nehmen Feinde unter Feuer. Während die eigenen Mannen (und eine Frau) ihre Arbeit effektiv und reibungslos erledigen, setzt die Gegner-KI manchmal aus. Wenn Feinde (zum Glück selten) tatenlos vor dem Spieler stehen, zieht das die Atmosphäre nach unten.

Standardkost

Nicht alle Spielabschnitte sehen so gut aus wie das Gerichtsgebäude von Rachel. Nicht alle Spielabschnitte sehen so gut aus wie das Gerichtsgebäude von Rachel. Atmosphärekiller sind auch die deutschen Sprecher sowie die unbeholfen wirkenden Animationen während der in Spielgrafik gehaltenen Zwischensequenzen. Außerhalb der Sequenzen war die Stimme der weiblichen Begleitung viel zu leise. Auch die Grafikqualität der zumeist statischen Level wechselt zwischen "ganz okay" und "sehr peinlich". Lieblos verteilte Levelelemente wie Kisten oder - Überraschung! - rot lackierte, explodierende Fässer tun da ihr übriges. Aufgesetzt wirken die hin und wieder eingestreuten zerstörbaren Level-Elemente, die es noch dazu viel zu selten gibt. Erst später dürfen Sie endlich eine ratternde Minigun über Autos ziehen, die Scheibe für Scheibe zu Bruch gehen.

Interessant aber nicht spielentscheidend ist die Truppenmoral: halten Sie die Feinde auf Distanz oder erzielen viele Kopfschüsse, hebt das die Moral und ihre Pixelkameraden schießen besser. Spielentscheidend aber nicht interessant ist das minimalistische Waffenarsenal: Pistole, MG, Raketenwerfer, Scharfschützengewehr, eine Art Schrotflinte, diverse stationäre Geschütze, sowie eine Sorte Granaten müssen genügen, den menschlichen Gegnern, Mutanten, Cyborgs und Aliens den Garaus zu machen. Lediglich kurz vor dem Ende erhalten Sie für fünf Minuten eine neue Waffe. Wägt man die Stärken mit den Schwächen ab, bleibt ein akzeptables Spiel. Mit einem der eingangs genannten Titel sind Sie aber weitaus besser bedient.

Bildergalerie

Wertung zu Blacksite (X360)

Wertung:

68 /10
Pro & Contra
Rasante ActionJedes Skript sitzt
Nur StandardwaffenKein Koop-ModusStory haut nicht vom Hocker
Fazit

Mäßiger Ego-Shooter von der Stange, der in jedem Punkt weder vollends überzeugt noch versagt.

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