Die Seeschlachten mit den gewaltigen Schiffen sind sehr beeindruckend.
Das Herz des Spiels ist eindeutig der Mehrspieler-Modus, denn erst hier entfaltet Battlestations Midway sein volles Potenzial. Bis zu acht Spieler können sich wahlweise als Amerikaner oder als Japaner heiße Gefechte liefern und dabei insgesamt bis zu 100 Einheiten kommandieren. Während die KI im Einspieler-Modus stets mit derselben Taktik vorgeht und somit keine wirkliche Herausforderung darstellt, macht es eine Menge Spaß, gegen menschliche Mitspieler anzutreten, da diese weit unberechenbarer sind.
Wenn Sie im Team mit anderen Spielern antreten, übernimmt jeder Teilnehmer die Kontrolle über eine bestimmte Fahrzeuggattung. Insgesamt über 100 Einheiten können so in großen Schlachten gleichzeitig in der Luft beziehungsweise zu Wasser unterwegs sein. So kann es dann richtig voll auf den Schlachtfeldern werden, wenn mehrere Spieler eine Vielzahl an Einheiten kommandieren, was sich dann natürlich auch auf die Länge der Matches auswirkt: Diese können sich - je nach Einstellungen - über mehrere Stunden erstrecken. Die Einzelspieler-Kampagne wirkt hiergegen nur wie ein großes Tutorial, das Sie auf die ausladenden Online-Gefechte vorbereitet.
In Hinsicht auf die Technik ist Battlestations Midway eher durchschnittlich - nach tollen Texturen und atemberaubenden Effekten sucht man vergeblich. Stattdessen begeistern hier vielmehr die Details der Gefährte, bei denen sich die Entwickler sehr ins Zeug legten. Flugzeuge und Schiffe sind den realen Vorbildern bis ins Detail nachempfunden und bieten eine Fülle von Details, die dem Spieler auf den ersten Blick wahrscheinlich nicht ins Auge stechen. Unter dem Menüpunkt "Einheiten-Kennung" können Sie sich die Kriegsmaschinerie genau ansehen und erhalten darüber hinaus noch eine Reihe von Informationen über die Technik und Geschichte der jeweiligen Gefährte.
Ein nettes Feature, das vor allem historisch und technisch interessierte Spieler ansprechen dürfte! Die Menge an Einheiten, die zugleich auf einer Karte unterwegs sind, ist sehr beeindruckend - vor allem, wenn man bedenkt, dass die KI den Großteil davon lenkt. Doch leider fällt dies kaum auf, da Sie ja immer nur einen Bruchteil davon auf einmal zu Gesicht bekommen.
Der Preis dafür ist eine instabile Framerate und damit verbundene Ruckler, sobald zu viel Action auf dem Bildschirm stattfindet. Der Sound kommt oftmals etwas dünn daher, egal ob Motorengeräusche oder Schüsse. Einige nette Effekte wie die im Wasser einschlagenden Kugeln trösten zumindest teilweise darüber hinweg. Die englische Sprachausgabe klingt recht ordentlich, lediglich einige Sprüche wiederholen sich mit der Zeit doch etwas oft.
Wie bereits erwähnt, bedarf es einiger Zeit, sich mit der komplexen Steuerung der taktischen Karte vertraut zu machen. Mit etwas Übung funktioniert diese aber super, sodass Sie blitzschnell Ihre Truppen befehligen können. An der Steuerung der Fahrzeuge gibt's ebenfalls nichts zu bemängeln - diese funktioniert hervorragend.
Alles in allem liefern die Entwickler aus dem Hause Eidos Ungarn ein gutes Spiel ab, dem der schwere Spagat zwischen Strategie und Action im Einspieler-Modus zumindest teilweise gelingt. Gemeinsam mit anderen menschlichen Mitspielern können sich Hobby-Strategen auf den großen Maps wunderbar austoben, was weit strategischeres Vorgehen verlangt als die Solo-Missionen. Daher ist dieser Titel ist vor allem für Xbox-Live-Abonnenten interessant, die auf anspruchsvolle und ebenso kurzweilige Strategie Wert legen. Interessierte Offline-Zocker können aufgrund der wenigen Konkurrenztitel im Strategie-Genre einen Blick riskieren, auch wenn Battlestations Midway im Mehrspieler-Modus deutlich mehr Laune macht als im Einzelspieler-Modus!
