Wer sich hier wohl zuerst ausziehen muss?
Nackte Frauen kommen immer gut an, jedenfalls bei einer so männlich dominierten Kundengruppe wie den PlayStation-2-Spielern. Da war es nur eine Frage der Zeit, bis ein Entwickler ein Spiel mit expliziter Erotik aufwerten will. Im Fall von BMX XXX hat diese Aufwertung aus Sicht des Marketings sicherlich funktioniert: In Amerika verursachte der Titel einen mittleren Skandal, der auch hierzulande in der Publikumspresse kleinere Wellen schlug. Ohne den einen oder anderen entblößten Busen wäre das wohl auf keinen Fall gelungen, da das Spiel an sich weniger überzeugt.
Strip-Radeln
Basierend auf einer verbesserten Dave-Mirra-BMX-Engine liefern die Entwickler von Z-Axis mit BMX XXX ziemliche Trendsport-Durchschnittsware ab. Immerhin haben sie dabei einen Kritikpunkt der Dave-Mirra-Reihe ausgemerzt: Das geringe Tempo. Die Grundgeschwindigkeit ist nunmehr sehr hoch, auf dem Flachland flitzen die Radler nur so über den Asphalt. Leider hat das keine Auswirkungen auf die Tricks. Von denen gibt es zwar so viele unterschiedliche wie in kaum einem anderen Trendsportspiel, dafür fehlt es ihnen aber an Dynamik. Das hohe Tempo beeinflusst kaum die Höhe der Sprünge. Außerdem ist die Steuerung so träge, dass Trick-Combos wahnsinnig schwer aneinanderzureihen sind. Beim Karrieremodus geht das Spiel in die Aggressive-Inline-Richtung: Man hat unbegrenzt Zeit, die Levels kennen zu lernen und kann sich dann von Passanten herausfordern lassen. Gerade diese Herausforderungen setzen oft auf anzüglichen Humor: Da sollen die Radler zum Beispiel Hunde dazu bringen, sich zu paaren, oder einem Bauarbeiter mit Verstopfung zur Erleichterung verhelfen.
Auch im Zweispieler-Modus setzt BMX XXX auf den Sex-Bonus. Neben den üblichen Meiste-Punkte- oder Längste-Grinds-Wettbewerben fällt hier das Strip-Radeln ins Auge. Wer den schlechteren Trick macht, muss ein Kleidungsstück ablegen - natürlich der virtuelle Radler, nicht der echte PS2-Spieler. Obwohl das jeder halten kann, wie er will.
Karge Landschaft
Fast so nackt wie die Radler nach verlorenem Strip-Wettbewerb präsentieren sich auch die Umgebungen. Die sind erstens nicht besonders groß und zweitens wenig ansprechend gestaltet. Die Rampen und Geländer sind eher spärlich verteilt, sie laden selten zu Höllen-Kombinationen ein. Dazu kommt noch, dass schon das kleinste Hindernis einen Sturz verursachen kann, so dass die schnellen Läufe ständig unterbrochen werden.
Grafisch erinnert BMX XXX stellenweise an einen PSone-Titel. Die Texturen wirken billig, die Animationen mechanisch, Pop-Ups beeinflussen den Spielverlauf und manche Effekte sind einfach nur lachhaft.
