Vorschau zu Astral Chain: Switch-exklusive Action mit Grafik-Mängeln
Special
Schon in wenigen Wochen erscheint mit Astral Chain das neue Werk der Action-Experten Platinum Games für die Nintendo Switch und erleichtert somit die Wartezeit auf Bayonetta 3. Wir konnten bereits in den Titel hineinspielen und verraten euch, warum uns zwar die überraschend taktischen Kämpfe gefielen, andere Aspekte aber (noch) kalt ließen. Unsere Vorschau plus Video.
Krieg. Krieg bleibt immer gleich. Nun gut, vielleicht nicht komplett gleich. Wenn seltsame interdimensionale Wesen namens Chimeras durch Portale kommend über die Welt hereinbrechen und die Polizei ihrerseits Waffen-Chimeras-Hybriden namens Legions erschafft, um diese zu bekämpfen, ist das doch eher ungewöhnlich.
So geschieht es in der futuristischen Welt von Astral Chain (jetzt kaufen 80,00 € ), in der die riesige Metropole "The Art" überrannt wird. Wir schlüpfen in die Gestalt eines Polizei-Rookies mit einem besonderen Talent im Umgang mit Legions und müssen dem unfreundlichen Treiben ein Ende bereiten.
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It all stays in the family
Quelle: Nintendo
Die titelgebende Astral Chain verbindet uns mit unserer Legion und hat sogar spielerischen Nutzen in den actionreichen Kämpfen.
Ob wir einen männlichen oder weiblichen Neuling spielen wollen, steht uns frei. Unser jeweiliges Geschlechter-Gegenstück schlüpft nach dieser Wahl zu Beginn des Abenteuers in die Rolle unseres Geschwisterleins, welches am selben Tag wie wir in die Legions-Spezialeinheit bei der Polizei versetzt wird. Sogar unser Aussehen dürfen wir ein wenig anpassen. Und wie es der gescriptete Zufall so will, ist niemand anderes als unser Vater unser Vorgesetzter! Familienbande und entsprechende potenzielle Konflikte anstatt einer leidigen Liebesgeschichte - das sehen wir immer gern. Gut, aktuell wissen wir noch nicht, worauf die Handlung schlussendlich hinauslaufen soll. Trotz all dem Sci-Fi-Schmonzes wirkt sie bis dato aber vergleichsweise zurückgenommen. Es ist halt unser Job, durch die Gegend zu rennen und Monster zu dreschen. So weit, so gut! Weniger gut sind die doch sehr klischeehaft wirkenden Figuren und die zahlreichen austauschbaren Gesichter unserer Einheit, denen wir im frei erforschbaren Hub der Polizeistation über den Weg laufen. Vielleicht kommt da noch mehr, beim Anspielen gelang es uns aber noch nicht, hier eine wirkliche Bindung aufzubauen.
Kämpfen mit Kette
Quelle: Nintendo
Unser Scan-Visor ist vor allem in den Tatortuntersuchungen praktisch. Aber auch sonst zeigt er uns interagierbare Objekte in den Levels an und offenbart Feindesschwächen.
Trommelwirbel für die Überleitung des Jahrhunderts: Dafür ist die Bindung zwischen uns und unseren Legions ganz automatisch gegeben. Diese mittels der titelgebenden Astral Chain mit uns zwangsverknüpften geisterartigen Geschöpfe sind in den Gefechten gegen die Chimeras unser großer Trumpf. Ohne sie haben wir nämlich lediglich Zugriff auf eine Nahkampf- und eine Fernwaffe und können ausweichen. Rufen wir eine Legion per Druck auf den Schulterbutton an unsere Seite, geht deutlich mehr die Post ab! Sie greift automatisch mit uns gemeinsam Feinde an und erlaubt uns durch die rechte Schultertaste in Kombination mit dem rechten Analogstick allerlei coole Spezialmanöver. So können wir heranrasende Feinde einfach zurückprallen lassen, sie mit unserer Kette einwickeln und lähmen und je nach gewählter Legion (zwischen denen wir frei wechseln können) diverse, teils spielentscheidende besondere Attacken auslösen.
Die Legion "Sword" etwa führt einen gewaltigen Schlag mit ihrer Klinge aus und kann auf diese Weise zum Beispiel die Astral Chain bestimmter Widersacher durchtrennen, und "Arrow" kann - ganz seinem Namen entsprechend - in der Ferne liegende Objekte beschießen. Zusätzlich steht es uns frei, allerlei Combos auszulösen, wenn wir im richtigen Moment den richtigen Knopf betätigen. Was simpel anfängt, wird schnell relativ komplex und um gegen manche Feinde zu bestehen, ist der taktische Einsatz unserer Fähigkeiten unumgänglich. Wir wurden in unserer Hands-on-Session ziemlich unvorbereitet in einen relativ weit fortgeschrittenen Spielstand geworfen und benötigten einige Zeit, um uns zurechtzufinden. Dann aber machen die Auseinandersetzungen echt Laune!
Rick Deckard wäre stolz
Quelle: Nintendo
Als braver Polizist, der wir nun einmal sind, stehen wir in den Nebenaufgaben den Bewohnern der Spielwelt bei ihren zahlreichen Sorgen und Nöten hilfreich zur Seite.
Inwieweit sich das auch über das restliche Spieldesign sagen lässt, muss sich noch zeigen. Aktuell fühlten sich die Momente abseits der effektreichen Kämpfe noch etwas banal an. Meistens rannten wir nur rum, öffneten ein paar Kisten mit Heilitems und sammelten für unseren Missions-Highscore mit unserer Legion herumliegenden Dimensionsmüll ein. Ganz nett ist, dass wir unseren Astral-Helfer auch für allerlei Aktionen wie Sprünge über weite Abgründe oder das Öffnen verschlossener Tore benötigen. Dennoch fühlte sich das alles relativ austauschbar an. Unterhaltsamer fanden wir die Tatort-Untersuchungen, bei denen wir den Ablauf von Verbrechen nachvollziehen mussten und die entfernt an die Ermittlungssequenzen aus L.A. Noire erinnern. Mit einem zuschaltbaren Scan-Visor (der auch in anderen Situationen praktisch sein kann) suchen wir dort nach Spuren, vollziehen Bewegungsabläufe von Opfer und Täter nach und versuchen anschließend einen logischen Schluss aus unseren Beobachtungen zu ziehen. Das ist simpel, stellt aber einen schönen Kontrast zur Action dar!
Grafisch ausbaufähig
Quelle: Nintendo
Handlung und Atmosphäre konnten uns bisher noch nicht in ihren Bann ziehen. Die Mitglieder unserer Polizeieinheit wirkten beim Anspielen noch etwas austauschbar.
Bei Astral Chain hapert es unserer Meinung nach am meisten in technischer Hinsicht. Positiv: Das Geschehen läuft flüssig und die Ladezeiten sind relativ kurz. Negativ hingegen fällt auf, dass der Titel einfach nicht besonders gut aussieht. Die Entwickler haben sich für einen bewusst detailarmen Anime-Stil mit Cel-Shading-Elementen entschieden. Die steifen Figurenmodelle, die teilweise seltsame Farbgebung und die veralteten Texturen wirken aber nicht so, als wären sie Teil eines Titels, der 2019 erscheint; das hätte wohl auch die Xbox 360 hinbekommen. Vielleicht ist das auch unser rein subjektives Empfinden, aber wir fanden Astral Chain schlicht nicht schön.
Keine vorschnellen Urteile
Quelle: Nintendo
Nicht nur in den Gefechten, sondern auch beim Erforschen der Umgebung steht uns unsere Legion zur Seite, etwa wenn es gilt, weite Abgründe zu überwinden.
Das soll uns aber nicht davon abhalten, Spaß mit dem Spiel zu haben, wenn es am 30. August exklusiv für die Nintendo Switch erscheint. Die Action kann sich nämlich echt sehen lassen - kein Wunder, denn kaum jemand kann so gut überzeugende Kampfsysteme umsetzen wie Platinum Games. Und wer weiß, vielleicht kommen wir mit dem Drumherum ja auch noch ins Reine, wenn wir die Möglichkeit haben, uns ohne zeitliche Beschränkung in den Kampf gegen die Chimeras zu begeben.
