Alien: Isolation: Test - Im Weltraum hört dich niemand fluchen - Update mit PC-Wertung

Test Christian Dörre
Alien: Isolation: Test - Im Weltraum hört dich niemand fluchen - Update mit PC-Wertung
Quelle: Sega

Die Fanbase der Alien-Filme ist riesig, doch Videospiel-Umsetzungen der großen Lizenz genossen in der Vergangenheit nicht den besten Ruf. Alien: Isolation möchte dies mit viel Film-Flair und Horror-Atmosphäre nun ändern. In unserem Test stellt sich jedoch schnell heraus, dass der Titel über seine gelungenen Ansätze nicht hinaus kommt.

Update 8. Oktober 2014: Wir haben nun auch die Wertung für die PC-Version ermittelt. Diese ist identisch zu den Konsolenfassungen, da spielerisch kein Unterschied auszumachen ist. Einzig das etwas geringere Kantenflimmern der PC-Version rechtfertigt keine andere Wertung. Originalartikel: Für den Alien: Isolation-Test standen uns zunächst nur die Konsolenfassungen zur Verfügung, dementsprechend bezieht sich dieser Artikel auf die PS4-Version von Creative Assemblys Horror-Schleicherei. Wir werden zeitnah ein Update zur Fassung für den PC nachliefern. Videos aus den Test-Versionen dürfen wir erst ab Montag, 6. Oktober 2014, veröffentlichen - haltet also dann die Augen offen! Alle weiteren Informationen zu Alien: Isolation findet ihr wie immer auf unserer Themenseite.

Ridley Scotts Film Alien von 1979 gilt nicht nur als cineastisches Meisterwerk, er bot auch mit dem vom Schweizer H.R. Giger entworfenen Xenomorphen wohl eines der ikonischsten Wesen der Filmgeschichte. Videospiel-Umsetzungen der Vorlage waren allerdings meistens relativ mäßig. Zuletzt scheiterte Gearbox mit Colonial Marines an dem Versuch, die Atmosphäre des zweiten, action-lastigeren Teils von James Cameron in einem Videospiel einzufangen. Mit Alien: Isolation soll nun aber alles anders werden. Dieses Mal darf sich das Team von Creative Assembly an der mordlüsternen Kreatur aus dem All austoben und verlegt den Fokus des Spiels klar auf eine gruselige Atmosphäre, die sich am ersten Film orientieren soll. Kein Geballer, keine Marines, nur der Nervenkitzel von einem übermächtigen, bösartigen Wesen gejagt zu werden. Das Grundprinzip klingt überaus interessant, allerdings gruselte es uns während unseres Tests eher vor Bugs, kuriosen KI-Aussetzern und unfairen Trial & Error-Passagen.

Alles bleibt in der Familie

Amanda Ripley ist die Tochter von Filmheldin Ellen und die Hauptfigur in Alien: Isolation. Quelle: Computec Media GmbH Amanda Ripley ist die Tochter von Filmheldin Ellen und die Hauptfigur in Alien: Isolation. In Alien: Isolation übernehmen wir die Rolle der Ingenieurin Amanda Ripley, Tochter von Ellen Ripley, der Hauptfigur der Alien-Filmreihe. Als Amanda die Nachricht erhält, dass der Flugschreiber der Nostromo geborgen wurde, eben jenes Raumschiffs, auf dem ihre Mutter diente und das vor zehn Jahren mysteriöserweise verschwand, schließt sie sich einer Gruppe der Weyland-Yutani Corporation an, um endlich herauszufinden, was mit ihrer Mutter geschah und ob diese vielleicht sogar noch lebt. Ziel dieses Zweckbündnisses ist die Handelsstation Sevastopol, auf die besagter Flugschreiber gebracht wurde. Kurz nach der Ankunft von Ripley geht aber natürlich alles schief: Die Sevastopol antwortet nicht, Amanda wird von ihren Begleitern getrennt und überhaupt scheint auf der Raumstation so einiges im Argen zu liegen.

Die dunklen Korridore sind mit verzweifelten Hilferufen beschmiert, die Technik in den Räumen wurde größtenteils zerstört, andauernd flackert das Licht und überall stapeln sich Leichensäcke. Die Atmosphäre ist bedrohlich und so dicht, dass man sie beinahe greifen kann. Besonders die schicken Licht- und Schattenspielereien gepaart mit der hervorragenden Soundkulisse sorgen bereits am Anfang des Spiels dafür, dass sich einem unwillkürlich die Nackenhaare aufstellen. Da stört es auch gar nicht so sehr, dass das Setting relativ abwechslungsarm ist und die Modelle der NPCs recht wächsern und texturarm aussehen. Nur das ständige Kantenflimmern stellt ein echtes Ärgernis dar.

Immer wieder stoßt ihr auf entstellte Leichen. Quelle: Computec Media GmbH Immer wieder stoßt ihr auf entstellte Leichen. Obwohl man als Spieler natürlich schon weiß, was auf der Sewastopol-Station passiert ist, verfolgt man gerne wie sich Amanda verwirrt durch die dunklen Räume schleicht und dabei versucht, sich über gefundene Audio-Logs und Nachrichten auf Terminals ein Bild zu machen, was hier eigentlich gerade los ist. So baut sich beim Spieler schon vor dem ersten Erscheinen des Aliens eine unglaubliche Spannung und Erwartungshaltung auf. Schade nur, dass die Story im weiteren Verlauf nie wirklich Fahrt aufnimmt, da sie neben den oftmals sehr langweiligen Audio-Logs nur in seltenen, mittelmäßig vertonten, leicht ruckelnden Cutscenes erzählt wird, die mit schwach geschriebenen Dialogen enttäuschen. Eine großartige Geschichte hatten wir zwar ohnehin nicht erwartet, aber bei der Inszenierung der Story hätte man sich auf jeden Fall mehr Mühe geben können.

Schleich dich, Ripley!

Die Androiden sind hartnäckige Gegner, die ihr nicht so einfach besiegen könnt. Quelle: Computec Media GmbH Die Androiden sind hartnäckige Gegner, die ihr nicht so einfach besiegen könnt. Der Anfang des Titels ist trotzdem gelungen, da wir hier, noch bevor das Alien zum ersten Mal auftaucht, die Spielmechanik lernen, ohne dass uns das Spiel dabei zu sehr bei der Hand nimmt. Wir lernen nicht nur das rudimentäre (und aufgesetzt wirkende) Crafting-System kennen, mit dem sich durch gefundene Gegenstände Items wie Medikits, Geräuschmacher oder Blendgranaten herstellen lassen, wir merken auch sehr schnell, dass wir auf der Raumstation niemandem trauen können. Die überlebenden Menschen sind allesamt in Panik verfallen und zücken meistens sofort ihre Waffe, sobald sie Ripley sehen. Wer nicht schleicht und sich unter Tischen oder in Schränken versteckt, wird sehr schnell erschossen oder später vom Xenomorph zerfleischt.

Nervig ist allerdings, dass der Sichtkegel der Feinde nicht immer wirklich nachvollziehbar ist. Oftmals erkennen sie uns bereits, wenn wir aus 20 Metern Entfernung vorsichtig um die Ecke schauen, sehen Amanda aber nicht, wenn sie quasi direkt vor ihnen steht. Die feindlichen Androiden sind sogar noch schlechter programmiert. Die Syntheten sehen Fräulein Ripley manchmal sogar, wenn sie mit dem Rücken zu ihr stehen. Spielspaß kommt in diesen Momenten keiner auf.

  1. Seite 1 Alien: Isolation im Test - Schleichten und Fluchen
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