Ist Civ jetzt das neue Humankind und wird ARA das neue Civ? Wir haben reingespielt und sagen euch, was das Grandstrategie-Spiel anders macht
Wenn es um Strategiespiele geht, erfindet niemand mehr das Rad neu. Stattdessen setzen uns Entwickler gelegentlich eine neue Mischung aus altbewährten Mechaniken vor. Ziemlich genauso verhält es sich mit ARA: History Untold, das bereits am 24. September für PC erscheint und ab Tag eins im PC-Game-Pass von Xbox enthalten ist.
Um herauszufinden, was die Spieler wollen, mussten die Entwickler nicht weit gehen, denn im Gespräch mit ihnen zeigt sich, wie begeistert sie von ihrem Werk sind. Die offensichtlichste Vorlage für ihren Wunschtraum ist Civilization: Rundenbasierte Strategie, die sich über die gesamte Menschheitsgeschichte hinwegzieht. Darin liegt auch ARAs spannendstes Feature begraben.
Quelle: Xbox Game Studios
Der Titel ist in drei Akte aufgeteilt: Frühgeschichte bis zu den antiken Hochkulturen; Mittelalter bis zur Renaissance; und die Industrielle Revolution bis zur nahen Zukunft. Beim Übergang in einen neuen Akt schmeißt ARA die schwächsten Nationen aus dem Spiel. Wenn das einen selbst betrifft, muss man entsprechend von vorn anfangen. Das System lehnt sich so an klassische Battle-Royale-Mechaniken an, die uns laufend an der Stange halten.
Für die verbleibenden Nationen ist das nicht nur von Vorteil, weil sie dann weniger Konkurrenz haben, sondern auch, weil die vergessenen Zivilisationen trotzdem eine Spur hinterlassen. Die so entstandenen Ruinen können dann nach Technologien und Ressourcen durchsucht und die freigegebenen Gebiete selbst besiedelt werden.
Nur eine Währung zum Sieg
Gemessen wird der Erfolg am Prestige, das eine Nation angesammelt hat, und ob sich dementsprechend ein paar Jahrhunderte später noch irgendjemand an sie erinnern würde. Die wichtigen Punkte ergeben sich aus vielen verschiedenen Faktoren wie Handelsmacht, militärischer Stärke, Kultur, Wissenschaft oder Religion. Der Clou dahinter ist, dass man sich nicht allein auf eine spezifische Siegbedingung konzentrieren muss, sondern sich vergleichsweise breit aufstellen kann.
Trotzdem gibt es grobe Leitlinien, die uns das Spiel vorgibt und die verhindern, dass wir ohne echte Strategie gewinnen können. So entscheiden wir bereits vor Spielstart, mit welchem Anführer wir unsere Nation zum Sieg führen wollen. Während Nofretete ihre Stärken beispielsweise im Agrarwesen hat, setzt Otto von Bismarck auf politische Macht. Über 30 mögliche historische Figuren schaffen es zum Release ins Spiel, die sich jeweils unterschiedlich spielen sollen.
Der vorgelegte Pfad
Auch beim Spielverlauf gibt es laut Entwickler einen idealen Ablauf. Im ersten Akt dreht sich alles darum, die eigene Bevölkerung aufzubauen, an Stärke zu gewinnen und vielleicht die ersten anderen Nationen zu treffen. Der zweite Akt legt den Schwerpunkt auf Management, Güter anzuhäufen und mehr Struktur in die eigene Zivilisation zu bekommen. Der letzte Akt ist dazu gedacht, die Strategie letztendlich umzusetzen, die wir uns über die gesamte Spielzeit zurechtgelegt haben - und den Sieg nach Hause zu bringen.
Wie sich das am Ende ausspielt, konnten wir nur im Ansatz erfahren, weil ARA vor allem zu Anfang ein recht langsames Spielerlebnis bietet. Wir starten mit unserer Nation zunächst auf ein Feld begrenzt, das mehrere Bauplätze bietet. Daneben haben wir eine Truppe Pioniere, mit denen wir das Umland aufdecken können. Die ersten Züge beschränken sich vor allem darauf, diese eine Einheit durch die Gegend zu schicken und zu schauen, was sich um uns herum eigentlich befindet. Also, mit welchen Ressourcen wir in der Zukunft haushalten können und wie viele andere Parteien wir in der Nachbarschaft bei Laune halten müssen.
