007 First Light: Lohnt sich das Bond-Spiel für Uncharted-Fans?

Special Annika Menzel
007 First Light: Lohnt sich das Bond-Spiel für Uncharted-Fans?
Quelle: IO Interactive, Sony Interactive Entertainment, Bildmontage: PC Games

Bis auf die wenigen Rätsel und die nötige Erlaubnis zum Schießen steckt ziemlich viel Uncharted in 007 First Light. Für wen lohnt sich das Bond-Spiel also?

Geschossen wird nur mit Erlaubnis

Manchmal hilft aber alles nichts und es muss doch die Schusswaffe gezogen werden. Während Drake ohne Rücksicht auf Verluste drauflosballern darf, solange er genug Munition in der Tasche hat, genießt Bond keinen solchen Freiraum.

Im Sinne des Spielspaßes hinterfragen wir mal nicht, wie viele Haftbefehle bei der Menge an erschossenen Gegnern schon auf Drakes Namen ausgestellt wurden. Bond muss sich als Agent aber an strenge Regeln halten und darf nur dann tödliche Gewalt anwenden, wenn die Gegner selbst die klare Absicht zeigen, ihm das Leben zu nehmen.

Ihr dürft - und könnt - also nur euer Schießeisen zücken, wenn ihr am oberen Bildschirmrand die Lizenz zum Töten seht. Dafür sind dann aber auch jegliche Einschränkungen vollends aufgehoben und ihr überlasst alles Weitere den Tatortreinigern, die der MI6 unserer Meinung nach extra für Bonds Arbeitsabläufe engagieren müsste.

Schießen dürft ihr nur mit der Lizenz zum Töten. Wir fragen uns, ob Bond ein wenig neidisch auf Drake ist, der einfach drauflosfeuern darf. Quelle: PC Games Schießen dürft ihr nur mit der Lizenz zum Töten. Wir fragen uns, ob Bond ein wenig neidisch auf Drake ist, der einfach drauflosfeuern darf. Sobald ihr loslegen dürft, fühlen sich die Schussgefechte sehr nach Uncharted an: Ihr sucht Deckung und bahnt euch so nach und nach euren Weg durch den Abschnitt, schnappt euch neue Waffen und Munition von besiegten Gegnern und versucht, währenddessen nicht draufzugehen.

Die Tatsache, dass Bond sich beim Gebrauch von Schusswaffen an Regeln halten und seine Widersacher im Zweifelsfall nur mit Gadgets und seinen Fäusten außer Gefecht setzen darf, sorgt schlussendlich aber für weniger Geballer als bei Uncharted - und das passt entsprechend auch besser zum Setting.

Wenig Rätselspaß beim MI6

Was es bei First Light außerdem deutlich weniger gibt als bei den Vorbildern, sind Rätsel. Drake muss seine grauen Zellen nämlich ähnlich oft anstrengen, wie er auch schleichen, klettern und schießen muss. Es gehört einfach fest zu seinen Abenteuern dazu.

Die Rätsel, die Drake löst, können auch mal in großem Chaos enden. Irgendwie schafft es unser Held aber trotzdem immer wieder, aus solchen Situationen rauszukommen. Quelle: PC Games Die Rätsel, die Drake löst, können auch mal in großem Chaos enden. Irgendwie schafft es unser Held aber trotzdem immer wieder, aus solchen Situationen rauszukommen. Solche Denksportaufgaben tragen einen großen Teil zum Charme der Uncharted-Spiele bei, da es sich dadurch wirklich wie eine virtuelle Schatzsuche anfühlt. Schließlich würde wohl kaum jemand seinen wertvollsten Besitz in irgendeiner leicht zugänglichen Kammer verstecken, über die man völlig durch Zufall stolpern kann.

Eines der einprägsamsten Rätsel der Reihe ist für uns der Glockenturm aus dem vierten Teil. Der verbindet nämlich das Knobeln mit einer heiklen Situation, denn irgendwie muss Drake ja auch wieder nach unten gelangen, während die marode Konstruktion im Inneren immer weiter auseinanderbricht.

Bond muss in First Light zwar auch ab und zu mal etwas nachdenken, allerdings gibt es als MI6-Agent deutlich weniger Rätsel zu knacken. Mehr Zeit verbringt ihr stattdessen damit, die Umgebung mithilfe der Q-Watch zu scannen und zu manipulieren. Wenn ihr bei Uncharted vor allem am Rätseln Spaß hattet, stellt euch also darauf ein, dass das neue Werk von IO Interactive deutlich weniger davon zu bieten hat.

Befehlsverweigerung, riesiges Chaos und vermutlich immens hohe Kosten verschaffen Bond letztendlich seinen Job beim MI6. Quelle: PC Games Befehlsverweigerung, riesiges Chaos und vermutlich immens hohe Kosten verschaffen Bond letztendlich seinen Job beim MI6. Trotzdem steckt jede Menge von den Uncharted-Teilen im neuen Bond-Spiel, oder anders gesagt: Vieles erinnert stark an die Vorbilder. Es fühlt sich jedoch nie nach einer stumpfen Kopie an, sondern vielmehr nach einer Hommage.

Den einen oder anderen Unterschied gibt es dennoch, und vor allem durch das völlig andere Setting beziehungsweise die Bond-Geschichte verfolgt First Light trotz der vielen Parallelen einen anderen Ansatz. Womit wir bei der abschließenden Frage wären: Lohnt sich das Spiel für Uncharted-Fans?

Das können wir mit einem klaren Ja beantworten. Der einzige Punkt, der die Entscheidung eventuell schwierig machen könnte, ist gleichzeitig auch der größte Unterschied zwischen den Spielen - und eigentlich eine Stärke.

Denn wenn ihr mit James Bond oder Geheimagenten im Allgemeinen nichts anfangen könnt und lieber rund um die Welt auf Schatzsuche geht, solltet ihr vielleicht lieber auf Uncharted 5 warten. Allen anderen können wir nur dazu raten, das neue Bond-Adventure auszuprobieren, da ihr euch bei den vielen Gemeinsamkeiten vermutlich schnell wie zu Hause fühlen werdet.

  1. Seite 1 Action, Szenerien & Stealth
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