Chopper 2 - Hubschrauber-Action im Choplifter-Stil: Test der iPhone-Versionen

Test Patrick Neef

Chopper 1 griff vor zwei Jahren das Spielprinzip des Klassikers Choplifter auf und bescherte dem iPhone und dem iPad einen hervorragenden Sidescroller, der die Tilt-Funktion der Geräte wunderbar ausnutzte. Kann der jüngst erschienene Nachfolger Chopper 2 noch einen draufsetzen?

Sidescrollende Spiele, also solche, in denen man nach links oder rechts durch die Spielwelt huscht und dabei sämtliche Aufgaben erledigt, gibt es wie Sand am Meer. In Chopper 2 steuert Ihr einen Helikopter durch insgesamt 36 Missionen in 12 verschiedenen Szenarien. Diese reichen von öden Wüstenabschnitten über Häuserschluchten in der Stadt bis hin zu Missionen in Eislandschaften. In jeder Mission gibt es eine andere Aufgabe zu bewältigen. Oft müssen Gegner vernichtet, Zivilisten eingesammelt oder Stützpunkte erreicht werden. Besondere Missionen erfordern das Bewachen von Zügen oder Eskortiere von Konvois. Dabei ist das Ausweichen von gegnerischem Kanonenfeuer ein wichtiger Bestandteil des Spiels. Im Gegensatz zum Vorgänger spielt die benötigte Zeit pro Mission eine Rolle und liefert so Bonuspunkte für diejenigen Spieler, die besonders zügig unterwegs waren.

Eurem Helikopter steht nur ein begrenztes Arsenal an Waffen zur Verfügung. Die lasergelenkte Kanone feuert präzise auf Bodeneinheiten, ist zu Beginn aber etwas gewöhnungsbedürftig, da die Kanone nicht automatisch dorthin feuert, wo man den Finger hinlegt. Später kommen Bomben und zielgesteuerte Raketen dazu, die man vor allem gegen Tanks einsetzt. Vorbildlich: Chopper 2 unterstützt Multitouch, was nichts andere bedeutet, als dass Ihr gleichzeitig Bomben abwerfen und Kanonen abfeuern dürft.

Links, recht, oben und unten: Die Steuerung

Zivilisten retten: In vielen Missionen müßt Ihr kurzzeitig landen, Zivilisten aufnehmen und diese an bestimmten Stützpunkten abliefern. Quelle: VGZ Zivilisten retten: In vielen Missionen müßt Ihr kurzzeitig landen, Zivilisten aufnehmen und diese an bestimmten Stützpunkten abliefern. Chopper 2 ist in erster Linie ein Tilt-Spiel, also eines, dass den internen Bewegungsmesser (Gyroscope) der Apple-Geräte nutzt. Neigt oder kippt man also sein iPhone, bewegt sich der Hubschrauber in die gewünschte Richtung. Dieses Kippen ("tilt"=neigen, kippen) funktioniert nicht bei allen Spielen gleich gut. Tilt to Live ist ein positives Beispiel eines solchen Spielprinzips, während manche Fußballspiele eher weniger gut für diese Art Steuerung geeignet sind.

Chopper 2 läßt sich glücklicherweise wunderbar steuern. Die Tilt-Steuerung ist butterweich und kann bei Bedarf kalibriert werden. Die Landschaft wird im Gegensatz zum Vorgänger trotz Sidescrolling in 3D präsentiert, was dem Ganzen gehörig viel Atmosphäre verschafft. Wer mit dieser Form der Steuerung gar nicht zurechtkommt, der kann auf das virtuelle Steuerkreuz ausweichen. Davon können wir nach ein paar Versuchen allerdings nur abraten, mit der Tilt-Steuerung lenkt es sich entschieden präziser.

Filmreife Präsentation

Und wenn wir schon bei der Atmosphäre sind, sprechen wir doch gleich über die Präsentation des Spiels. Die ist nämlich herausragend. Missionsbeschreibungen werden in Schriftzügen in der Landschaft angezeigt, der Soundtrack ist eine gelungene Mischung aus Ambient Klängen und Militärrhythmen, und die Grafik des Spiels kann sich wirklich sehen lassen. Auf dem iPad und dem iPhone 4 erstrahlt das Spiel in HD Grafik, aber auch in "normaler" Optik auf dem iPhone der 3. Generation oder dem iPod Touch sieht Chopper 2 sehr schick aus. Chopper 2 zeichnet sich dabei eher durch eine minimalistische Optik aus, denn sowohl der Chopper selbst als auch die gegnerischen Einheiten sind verhältnismäßig klein. Kompensiert wird das durch einen stylischen Look des HUDs sowie sehr guten Animationen der Spielelemente.

Das iPhone als Joystick

Missionsbeschreibungen: Aufträge und Tipps werden in Schriftzügen in der Landschaft präsentiert. Das sind in Bewegung noch eindrucksvoller aus als auf diesem Bildausschnitt. Quelle: VGZ Missionsbeschreibungen: Aufträge und Tipps werden in Schriftzügen in der Landschaft präsentiert. Das sind in Bewegung noch eindrucksvoller aus als auf diesem Bildausschnitt. Das ist aber längst nicht alles. Das Spiel strotzt nämlich nur so vor Umfang. Die Integration von Open Feint ermöglicht Ranglisten und Erfolge. Wer neben dem iPhone noch ein iPad besitzt, kann das iPad als Monitor und das iPhone als Controller benutzen. Das Ganze funktioniert über Bluetooth. Und wer das noch toppen will, spielt Chopper 2 über VGA Kabel auf seinem heimischen Fernseher. Das setzt allerdings ein iPad und die zuvor genannte Bluetooth Verbindung voraus.

Fazit

Chopper 2 ist ein Spiel mit jeder Menge Feinschliff. Die Präsentation setzt es von anderen Spielern der gleichen Art positiv ab, der Umfang ist deutlich größer als beim Vorgänger, und das Spiel selbst ist jederzeit fordernd, ohne zu frustrieren. Ab und zu wiederholten sich die Missionen, und die 3D Optik macht es nicht immer leicht, die Höhe des Choppers zu erkennen, da der Schatten des Choppers, der als eine Art Höhenmesser dient, etwas unscharf ist. Viele Spielereien wie die Verbindung mit einem iPad bleiben von den meisten Spielern bestimmt ungenutzt, zeigen aber, was auf den Geräten von Apple alles möglich ist. Wir hatten jedenfalls mit Chopper 2 eine Menge Spaß und empfehlen Euch einen Kauf des Spiels, bevor der Einführungspreis von 2,39 € in die Höhe schießt.

Wertung: 9 von 10 Punkten/Sternen

Titel: Chopper 2

Hersteller: Majic Jungle Software

Getestete Version: 1.0

Sprache: Englisch

Kompatibel: Kompatibel mit iPhone, iPod Touch und iPad. Erfordert iOS 3.0 oder neuer.

Preis: 2,39 €

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