Mit Xenoblade Chronicles 3D wandert das erste exklusive Spiel für den New Nintendo 3DS in unser Testlabor. Was taugt die Handheld-Umsetzung des sehr guten Wii-Rollenspiels? In unserem umfangreichen Test lest ihr, ob sich der Kauf von Xenoblade Chronicles 3D für den New 3DS lohnt.
Bionis sehen und sterben
Man benötigt den 3D-Effekt aber auch nicht, um die ungemein stimmig gestalteten Areale genießen zu können: Wo technisch Verbesserungspotenzial besteht, haben die Entwickler aus künstlerischer Perspektive absolut alles richtig gemacht. Ob riesige, grüne Wiesen, verschneite Berge, ein von Robotern gesäumtes Tal oder eine durch allerlei versteckte kleine Strände geprägte Küste: Kein Gebiet gleicht dem anderen und alle zeichnen sich durch tolle Hintergründe und allerlei kreativ gestaltete Abschnitte aus und versprühen je nach Ingame-Tageszeit ein völlig anderes Flair. Schön auch, dass es in den offenen Gebieten auch viel zu tun gibt: Das Spiel bietet nicht nur satte 500 Nebenmissionen, auch etliche Geheimnisse wie versteckte Bossgegner warten darauf, entdeckt zu werden. In Verbindung mit der Hauptkampagne, für die man bereits gut 50 bis 80 Stunden Spieldauer einrechnen kann, erwartet euch hier ein wahres Spielzeit-Brett!
Kämpfen mit Stil
Quelle: Nintendo
Sehr gut umgesetzt ist der dynamische Tag-und-Nacht-Wechsel des Abenteuers. Je nach Tageszeit unterscheidet sich die Gestaltung der Gebiete teils sehr stark.
Wovon Xenoblade Chronicles 3D neben der tollen Gestaltung der Welt vor allem lebt, ist das ungemein gelungene Echtzeit-Kampfsystem. Während die Figuren automatisch angreifen, wählt man aus einer Leiste verschiedene Spezialaktionen wie besonders starke Angriffe, Heilzauber oder Buffs, die nach Benutzung eine Weile benötigen, bevor sie wieder eingesetzt werden können. Was sich simpel anhört und einen schnellen Einstieg ins Spiel ermöglicht, wird nach und nach durch zahlreiche Details immer komplexer und erlaubt variantenreiche Aktionen; so können einzelne Figuren etwa die Wut der Gegner auf sich ziehen, sodass die anderen Party-Mitglieder sie von hinten oder der Seite angreifen und besonders viel Schaden austeilen können.
Hinzu kommen Gegner, die gegen manche Angriffe resistent sind und entsprechend durch Buffs beeinflusst werden müssen. Besonders interessant: Durch Shulks Fähigkeit, in die Zukunft zu sehen, ist es möglich, in den Kämpfen gegen gegnerische Attacken vorzugehen, bevor diese überhaupt angreifen. Auch schön: Ist der sogenannte Harmonie-Wert zwischen den Party-Mitgliedern hoch genug, können sie spezielle und besonders mächtige Team-Attacken ausführen. Nicht umsonst gilt das Kampfsystem des Spiels als eines der gelungensten der letzten Jahre – da die Kämpfe auch bei der zigsten Wiederholung noch Spaß machen, verzeiht man es dem Abenteuer gerne, dass man um das genretypische Grinden nicht immer herumkommt.
Wenig Neues auf Bionis
Das Verbessern der Helden funktioniert klassisch: Neben Level-ups nebst Talentbäumen können sie also mit Ausrüstungsteilen und Waffen verbessert werden, wobei diese durch spezielle Kristalle, die man schmieden kann, ebenfalls aufgewertet werden können. Durch die große Anzahl an verschiedenen Fähigkeiten und Ausrüstungsgegenständen ist hier viel Individualität möglich. All diese Elemente – und viele weitere, deren Erwähnung den Rahmen dieses Tests sprengen würde –, sorgen dafür, dass Xenoblade Chronicles auch auf dem New 3DS seinem guten Ruf gerecht wird. Schade bloß, dass die Menge an neuen Inhalten sehr übersichtlich ausfällt: Eine Figuren- und Musik-Galerie, sowie Streetpass- und Amiibo-Unterstützung, die nur dazu dienen, Tokens für Freischaltungen in ebendieser Galerie zu erhalten, sind etwas mager.
