World Racing

Test

Ein Abstecher in Area 51 gefällig? Ein Abstecher in Area 51 gefällig? Schon vor einem Jahr auf der Xbox erschienen, rast World Racing jetzt endlich auf den GameCube. Schon nach dem Einschalten fällt auf, dass in Sachen Optionsumfang kein anderes Rennspiel World Racing so schnell das Wasser reichen kann. Abgesehen von den üblichen Optionen wie Fahrerauswahl, Farbe der Fahrzeuge und Art der Gangschaltung kann auch die Stärke der computergesteuerten Mitstreiter prozentual eingestellt werden. Ebenso habt ihr die Möglichkeit, euer eigenes Fahrverhalten zwischen Arcade und Simulation auf einer Skala von null bis hundert zu justieren. Richtig protzig ist die Auswahl bei Fahrzeugen und Strecken: Über 100 Boliden, dank einer Exklusivlizenz mit dem berühmten Mercedes-Stern auf der Motorhaube, können auf 120 Strecken losgelassen werden. Egal ob Meisterschaftsmodus, Proberunde oder Offroad-Test, auch die Spielmodi sind zahlreich und machen Lust auf mehr. Schon bei der ersten Kurve beginnt World Racing zu fordern: Wer nicht gerade mit einer A-Klasse durch die Kurse dackelt, wird mit dem übersensiblen Fahrverhalten der Autos zu kämpfen haben. Das Hinterteil bricht ständig aus; auch bei kleinsten Stick-Bewegungen beginnt die Karre zu schleudern.

Störrische Esel
Die Haftung der Fahrzeuge am Boden hätte man etwas einsteigerfreundlicher lösen können. Selbst bei totaler Arcade-Einstellung hat man ständig das Gefühl, seinen Benz nicht vollständig unter Kontrolle zu haben. Bei kurvigen Strecken sieht man deswegen anfangs auch öfter die Rücklichter der Gegner, als einem lieb ist. Erleichtert wird die wackelige Raserei durch richtungsweisende Pfeile und eine kleine Übersichtskarte. Dies ist auch bitter nötig, da die Strecken sehr ausufernd sind und man teilweise minutenlang durch Städte, Landschaften und sogar querfeldein über Feldwege und Äcker fährt. Hier kann World Racing aber durchaus punkten; es gibt für einen überzeugten Fiat-Fahrer wie mich kein erhebenderes Gefühl, als seinen frisch lackierten Mercedes durch ein matschiges Feld zu lotsen. Ein weiteres Zuckerl ist der Punktezähler für Fahrverhalten: Man kassiert nicht nur für gute Rennplatzierungen Punkte, sondern auch für gelungene Überholmanöver, sauberes Fahren von Kurven oder spektakuläre Drifts; für Gegner-Wegdrängen oder krachende Unfälle werden sie wieder abgezogen.

Schwups, ein Berg steht da
Leider bietet das Spiel einige technische Mängel, zum Beispiel Pop-ups. Ebenso verwundern "durchfahrbare" Objekte wie Hecken oder Bäume, vor allem, wenn man von Gegenständen, beispielsweise Postkästen, von 150 km/h auf null abgebremst wird. Schade, denn abgesehen von diesen Schnitzern sieht World Racing teilweise sehr gut aus. Die Landschaftsmodelle überzeugen mit witzigen Details, als da wären: riesige Wolkenkratzer, realistische Sonnenblendungseffekte und am Himmel fliegende Zeppeline. Auch kleine Gags, etwa eine 20 Meter große Ameise am Straßenrand oder das Durchfahren der geheimen Area 51, bringen Abwechslung in das Geschehen. Eher durchschnittlich sind hingegen die etwas detailarmen Texturen der Gebäude und der Fahrzeuge. Soundtechnisch ist World Racing Geschmackssache. Die Musikstücke sind sehr elektronisch gehalten.

Bumm, bumm, bumm
Fans von schnellen Beats kommen bei der Musik voll auf ihre Kosten. Die Motorengeräusche klingen allerdings leider fast alle gleich und lassen Abwechslung vermissen. Erwähnenswert ist die gute KI
der Mitfahrer: Der Wettbewerb ist hart, aber fair, und nach ein paar Trainingsrunden kann man im Meisterschaftsmodus durchaus einige Erfolge feiern.

Bildergalerie

Wertung zu World Racing (GC)

Wertung:

72 /10

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