40 Prozent spielen dieselbe MMO-Klasse - jetzt flehen Fans die Entwickler an

Kolumne Matthias Brückle
40 Prozent spielen dieselbe MMO-Klasse - jetzt flehen Fans die Entwickler an
Quelle: Digital Extremes (Youtube)

In meinem liebsten SciFi-MMO dominiert eine Klasse gerade maximal das Endgame - doch statt Nerfs wünschen sich Spieler etwas ganz Anderes.

Im gefeierten SciFi-MMO-Shooter Warframespielt sich das "wahre" Endgame (abseits von schicker Fashion natürlich) in Elite Deep Archimedea und Elite Temporal Archimedea (EDA/ETA) ab. Diese knackigen Missionstypen erfordern wirklich die besten Spieler mit den besten Builds und der besten Ausrüstung - härter geht es in Warframe praktisch nicht. Dabei sorgen vor allem fiese Modifikatoren immer wieder für die Schwierigkeit.

Etwa reduzierte Energie zum Casten von Skills, teurere Skills, gesperrte Waffentypen, Verzicht auf Schwachpunkt-Schadensboni, weniger Munition und noch viel mehr. Doch was, wenn bestimmte Klassen die schlimmsten Modifikatoren ignorieren können? Der Design Director bei Digital Extremes, Pablo, hat jetzt eine Grafik enthüllt, die genau das illustriert:

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Alles andere als Balance: Das Endgame-Problem in Warframe

Nahezu 40 Prozent der Missionen, verteilt auf ETA und EDA, setzen auf den Warframe Hildryn - weit abgeschlagen sind dann Dante und Valkyr mit nur etwas mehr als zehn Prozent. Pablo hat das Ganze auf Social Media noch mit einem verheulten Cartoon-Männchen ergänzt.

Die Community von Warframe macht sich jetzt Sorgen: Wird Hildryn gnadenlos mit dem Nerf-Hammer getroffen? Das finden die eifrigen Spieler nicht okay - obwohl man ja denken könnte, dass sie sich mehr Fairness bei der Balance wünschen.

Warum ist dieser Warframe so beliebt?

Aber das Problem sehen sie eben nicht bei Hildryn - sondern bei ETA/EDA. Hildryn (und Dante sowie Valkyr) ist so beliebt, weil sie die unerträglichsten Modifikatoren (verringerte Energie, teurere Skills, kein Schaden mit normalen Waffen) aushebelt: Sie setzt auf den Verbrauch von ihrem Energieschild statt Energie für Skills.

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Und ihre Exalted-Waffe Balefire Charger ist von "kein Schaden mit normalen Waffen" ebenfalls unbeeindruckt - das gilt auch für die beiden Survival-Meister Valkyr und Dante, welche aber trotzdem mit Energie-Modifikatoren Probleme bekommen können.

In einem Post mit über 2000 Likes stellt ein Warframe-Spieler das Problem dar:

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Die Community wollte Endgame-Modi, in denen sie ihre stärksten Builds ans Limit bringen konnten. Stattdessen setzen ETA/EDA auf etliche Debuffs, um Spieler schwächer zu machen. "Der Grund, warum Hildryn in diesen absolut schrecklichen Spielmodi so häufig eingesetzt wird, liegt nicht in ihrer Stärke, sondern darin, dass sie mit den meisten dieser Modifikatoren nicht interagiert."

In den Kommentaren fügt ein weiterer Fan hinzu: "Ich würde Modifikatoren vorziehen, die Aufmerksamkeit und Konzentration erfordern, anstatt Spielfunktionen zu beschneiden. Ich mag Gegner, die einen verfolgen, einen zur Bewegung zwingen und dafür sorgen, dass man nicht stillsteht."

Hildryn Prime - die mächtige 'Schildmagd' lacht über Energie-Armut oder abgeschwächte Waffen im härtesten Missionstyp von Warframe. Quelle: Digital Extremes Hildryn Prime - die mächtige "Schildmagd" lacht über Energie-Armut oder abgeschwächte Waffen im härtesten Missionstyp von Warframe. Und das kann ich als aktiver Warframe-Spieler nur unterschreiben. Das Spiel glänzt, wenn es mal "out of the box" gestaltet ist. Die Descendia-Missionen des Updates "The Old Peace" setzen auf unterschiedlichste Herausforderungen mit kniffligen Aufgaben, ohne uns komplett den Boden unter den Füßen wegzureißen.

Wie machen es andere Spiele?

Schauen wir über den Warframe-Tellerrand, finden sich schnell andere Beispiele, die mit ähnlichen Problemen zu kämpfen haben.

Destiny 2 und seine Grandmaster Nightfalls verlangen wegen festgelegter Loadouts, Modifikatoren und stärkerer Gegner angepasste Taktiken. Belohnt werden dort vor allem Vorbereitung und sauberes Zusammenspiel - nicht die Wahl einer Klasse, die große Teile des Regelwerks einfach ignoriert. Auch in WoW mussten die Entwickler seit Einführung von Mythisch Plus immer wieder an Affixen der M+-Dungeons schrauben, weil bestimmte Klassen und Spielweisen durch sie zu stark benachteiligt wurden. Ein ewiger Kreislauf aus Balance-Maßnahmen, der Fans und Devs frustrieren dürfte.

Path of Exile 2 kann brutal schwierig sein - aber Spieler dürfen fast immer an den Modifikatoren schrauben, denen sie ausgesetzt sind. Quelle: GGG Path of Exile 2 kann brutal schwierig sein - aber Spieler dürfen fast immer an den Modifikatoren schrauben, denen sie ausgesetzt sind. Path of Exile wiederum kann seine Maps mit geradezu brutalen Nachteilen versehen. Spieler können problematische Mods jedoch neu auswürfeln oder die Map an besser ausgestattete Charaktere verkaufen, die damit zurechtkommen. In Warframe bleibt bei einem schlechten Setup von ETA oder EDA dagegen häufig nur, die Einschränkungen hinzunehmen oder die Rotation auszusitzen - und damit auf wertvolle Belohnungen zu verzichten.

Unsere Meinung zur Warframe-Diskussion

Insofern sollten die Entwickler aktuell aktiv zuhören, was das genaue Problem der Spieler mit EDA und ETA ist. Sonst resultiert das nicht in einer "schöneren" Verteilung der genutzten Warframes - sondern im schlimmsten Fall einfach in weniger Spielern, die sich überhaupt in EDA/ETA wagen. Wobei das Problem mit schier unendlich skalierenden Powers und Schadenszahlen durch unsere Warframes natürlich ein Dilemma darstellt, das in WoW und Destiny nicht so präsent ist.

Wie sollten die Entwickler eurer Meinung nach vorgehen? Muss Hildryn einen Nerf kassieren oder sollte man lieber an EDA/ETA schrauben? Nutzt gern die angebotene Kommentarfunktion und teilt uns eure Meinung zum Thema mit. Beachtet beim Kommentieren aber bitte die Forenregeln und die allgemeine Netiquette im Internet. Solltet ihr noch keinen Account haben, könnt ihr über eine Registrierung nachdenken, die viele Vorteile mit sich bringt. Unsere Video-Inhalte findet ihr bei Youtube, Instagram und Tiktok.

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