In den Neunziger Jahren hatte die WWE noch richtige Helden. Damals hieß die Liga noch World Wrestling Federation und Charaktere wie Bret "The Hitman" Hart, Razor Ramon und "Big Daddy Cool" Diesel lieferten sich actionreiche Matches. Jedem Wrestling-Fan ist klar, dass die Kämpfe allesamt inszeniert sind, trotzdem beeindrucken die knallharten Kerle durch waghalsige Aktionen und spektakuläre Moves. Für das N64 gab es damals das Spiel WWF No Mercy, welches aufgrund des genialen Karriere-Modus auch heute noch zu den Top-Titeln zum Thema Wrestling gehört. Der neue Wrestling-Titel aus dem Hause THQ heißt SmackDown vs. Raw 2008 und kommt nicht mal ansatzweise in die Nähe der angestaubten Spielspaß-Granate.
FÜNF MATCH-ARTEN
Die Freude auf die Wii-Version war groß, denn die Wrestling-Serie ist bekannt für zahlreiche Match-Varianten, jede Menge Wrestler und einen umfassenden Karriere-Modus. SmackDown vs. Raw 2008 für die Wii enttäuscht jedoch auf ganzer Linie. Zwar steigt ihr mit insgesamt 50 Superstars aus SmackDown, Raw oder der ECW in den Ring, jedoch stehen euch im Modus "Jetzt Spielen" mit Single Match, Tag Team, Hardcore Match, Triple Threat und K.O.-Match lediglich fünf Match-Arten zur Verfügung! Gerade die spaßigen Varianten sucht ihr im neuen Wii-Ableger vergebens! So fehlen neben spannenden Battle Royals, Ladder Matches und der Option Survivor Series auch Buried Alive-Matches, Hell in a Cell oder Fatal 4 Way-Kämpfe. Im Main Event-Modus führt Ihr einen WWE-Superstar oder einen eigens erstellten Kämpfer bis ganz an die Spitze. Nachdem ihr euch zwischen den Brands SmackDown, Raw oder ECW entschieden habt, wartet bereits der erste Gegner auf euch. Ziel ist es natürlich, so viele Fights wie möglich zu gewinnen, um ins Titel-Match zu gelangen. Außerdem trainiert ihr euren WWE-Superstar oder wechselt auch mal euer Brand, um neue Chancen auf den Titel zu erhalten. In dem gut gelungenen Karriere-Modus macht sich aber aufgrund der fehlen Match-Arten bereits nach kurzer Zeit Langeweile breit. Ihr kloppt euren Gegner windelweich, pinnt ihn und verlasst den Ring.
GESTENREICHES GAMEPLAY
Ob Body Slam, Clothesline oder einen Suplex vom obersten Seil, ihr führt alle Wrestling-Aktionen mittels Bewegung der Fernbedienung aus. Für leichte Griffe haltet ihr während des Schwungs die A-Taste gedrückt. Um schwere Aktionen auszuführen, bewegt ihr die Wii-FB bei gedrückter B-Baste. Setzt ihr einen Haltegriff an, werden euch unter eurer Lebensleiste alle möglichen Bewegungsrichtungen für einen Wurf angezeigt. Diese führt ihr möglichst schnell aus, denn euer Gegner wird versuchen euch auszukontern. Um selbst einen Konterangriff zu starten, führt ihr einfach die gleiche Aktion wie euer Kontrahent aus. Um den Rivalen in die Seile zu schicken, haltet ihr einfach den Analog-Stick in die gewünschte Richtung und schüttelt das Nunchuk. Habt ihr eurem Widersacher genug zugesetzt, führt ihr euren Finishing Move aus. Dafür haltet ihr A und B gleichzeitig gedrückt und zieht die Wii-FB schnell in Richtung des Gegners. Insgesamt werden alle Bewegungen gut und sauber erkannt. Allerdings fühlt sich die Bedienung per Bewegungsgesten im Gegensatz zur Tasten-Steuerung träge und langsam an.
STIMMUNGSVOLL PRÄSENTIERT
In Sachen Präsentation haben sich die Entwickler richtig ins Zeug gelegt. Optisch machen die Helden des Rings eine sehr gute Figur. Die Charaktere zeichnen sich durch Detailreichtum und flüssige Animationen aus. Kleinere Grafik-Schwächen in Bezug auf die Gestaltung des Publikums sind dabei zu verschmerzen. Neben den stimmungsvollen Entrance-Songs der Wrestler wird die gute Präsentation von WWE SmackDown vs. Raw 2008 auch durch einen stimmungsvollen und abwechslungsreichen Kommentar abgerundet. Jedoch lebt gerade das Wrestling von den vielfältigen Match-Varianten. Genau diese suchen eingefleischte WWE-Fans in der Wii-Variante vergebens. Der Karriere-Modus bietet gute Ansätze, leidet aber ebenfalls unter dem Mangel an unterschiedlichen Matches. WWE SmackDown vs. Raw 2008 ist kein schlechtes Spiel, jedoch müssen beinharte Wrestling-Fans auf zu viele wichtige Details verzichten.