EA Sports WRC: Codemasters greift nach dem Rallye-Thron
Special
Es ist wieder Zeit, im Dreck zu wühlen: Codemasters und Electronic Arts haben ihre neue Rennsimulation EA Sports WRC angekündigt, das offiziell lizenzierte Spiel zur Rallye-Weltmeisterschaft. Wir konnten reinspielen und mit den Entwicklern sprechen. Unsere ersten Eindrücke lest ihr in der Vorschau.
Macht das EA Sports WRC zu einer ausgewachsenen Rennsimulation? Die Macher wollen mit dem Begriff lieber etwas vorsichtig sein. "Es verfolgt die Blutlinie der Colin-McRae- und Dirt-Rally-Spiele", heißt es lediglich. Codemasters liefert also eine seriöse Herangehensweise ans Thema Rallye, aber eben auch keine absolute Hardcore-Erfahrung, wie etwa iRacing oder rFactor. Es gibt eine Reihe von Assistenten und Fahrhilfen, von Traktionskontrolle über ABS bis hin zur automatischen Bremse. Die lassen sich in Slidern von Stufe 1 bis 5 dosieren. Gleiches gilt für den Schwierigkeitsgrad, da reicht die Skala aber von 1 bis 100. Nettes neues Extra: Bei den Weganweisungen eures Beifahrers gibt es jetzt sogar die Möglichkeit, einfache Pacenotes einzustellen. Wer mit "Links 5" also nichts anfangen kann, bekommt künftig einfach "leichte Linkskurve" gesagt. Auch an Barrierefreiheitsoptionen wie Modi für Farbenblinde mangelt es nicht.
Über die Grafik können wir uns noch kein finales Urteil bilden. Final war unser Build noch nicht. Festhalten lässt sich nur: In 4K und mit Anti-Aliasing schaut WRC schon schick aus, es haut einen aber nicht vom Hocker, wie das etwa Gran Turismo 7 macht. Next-Gen-Grafik gibt es trotz des alleinigen Fokus auf PS5- und Xbos-Series-Konsolen nicht.
Der Soundtrack ist auch eher mau und der deutsche Kommentar von Lina van de Mars so mies, dass man ihn lieber ausstellen möchte.
Zumindest spielerisch wirkt alles aber auf jeden Fall schon mal rund. Inhaltlich gibt's auch nichts zu meckern. Okay, Rallyecross wurde zwar komplett gestrichen.
Dafür kommt Regularity Rallye als nette Ergänzung dazu. Da geht es nicht darum, als schnellstes über die Ziellinie zu brettern, sondern genau im richtigen Moment!
Es gibt Zeitvorgaben für jeden einzelnen Checkpoint, die auf die Sekunde penibel eingehalten werden müssen. Sonst droht eine saftige Strafe.
Quelle: Codemasters / EA Sports
Der vierte Rennstall
Zur Auswahl stehen diverse Modi, allen voran natürlich die Karriere. Die ist im Vergleich zu Dirt Rally ordentlich umgekrempelt worden und präsentiert sich größer als jemals zuvor.
Ähnlich wie in MyTeam aus F1 23 könnt ihr jetzt euren eigenen Rennstall aufbauen. Dabei dürft ihr aber sogar ein komplett eigenes Auto zusammenbasteln!
Der Prozess beginnt mit einem blanken Fahrgestell und der Frage: Wo packt ihr euren Motor hin? Nach vorne, nach hinten oder doch in die Mitte? Danach geht's an die Auswahl der mechanischen Einzelteile.
Insgesamt gibt es acht verschiedene Kategorien, die ihr anpassen könnt - darunter die Bremsen, das Getriebe oder die Aufhängung.
Quelle: Codemasters / EA Sports
Wichtig dabei: ein gutes Budget-Management. Wie in der echten WRC habt ihr auch im Lizenz-Spiel nur begrenzte Ressourcen zur Verfügung. Ihr müsst euch also entscheiden, was ihr mit denen am besten anstellt. Versucht ihr die Kohle möglichst ausgeglichen über alle Bereiche zu verteilen?
Oder investiert ihr gezielt in einen Bereich, in dem ihr persönliche Schwächen seht? Als Bruchpilot, der gerne mal in einem Baum landet, bietet sich beispielsweise ein widerstandsfähiger Kühler an.
Hochwertigere Teile sind nicht nur teurer, sie bieten auch umfangreichere Tuning-Optionen. Bei gebrauchten Komponenten habt ihr immerhin noch ein paar davon.
Wer qualitativ minderwertige Ware kauft, kann gar nichts anpassen - und schon mal mit Defekten rechnen. Kaufste billig, kaufste zweimal. So entfaltet sich ein echter Balance-Akt zwischen Kosten, Haltbarkeit und Performance, in dem sich Fans stundenlang verlieren können.
Passt das technische Grundgerüst, geht es ans Äußere. Ihr sucht euch die passenden Karosserie-Teile für euren Boliden aus: Spoiler, Schürzen, Felgen und dergleichen. Dann steht noch das Innendesign an, wo ihr sogar euer Armaturenbrett und euer Lenkrad einstellen könnt. Im Editor pappt ihr ein paar Lackierungen und Sticker drauf - und dann geht's ab auf die Piste!
Long Way to the Top
Quelle: Codemasters / EA Sports
Mit eurer Karre dürft ihr antreten, wo immer ihr wollt: in der WRC, der WRC 2, aber auch in der Junior WRC. Dank multi-saisonalem Ansatz besteht auch die Chance, ganz unten anzufangen und sich dann Stück für Stück nach oben durchzuarbeiten.
Damit ihr dabei Erfolg habt, reicht es aber nicht, das beste Auto zu haben. Auch organisatorisches Talent ist gefragt: Ihr heuert Ingenieure an, entscheidet, bei welchen Rennevents ihr antreten wollt, oder baut eine zweite Crew auf, um dann um die Konstrukteurswertung mitzufahren.
Einen dynamischen Fahrermarkt wird es hier, anders als F1, wohl nicht geben. Schuld daran ist laut Codemasters die Lizenzierung. Ihre Fahrer plötzlich bei anderen Rennställen als im echten Leben zu sehen - das passt nicht allen Rechteinhabern. Es steht aber definitiv ein Pool aus KI-Piloten zur Auswahl, die jeweils mit verschiedenen Fähigkeiten und Gehaltsvorstellungen daherkommen.
