Vampire: Bloodlines 2: Ist die Kritik angekommen? Entwickler überdenken DLC-Pläne
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Zwei Clans nur als teurer DLC - und das direkt zum Launch!? Mit dieser Ankündigung sorgte Paradox bei Vampir-Fans für Entsetzen. Nun kündigen die Entwickler an, das Konzept nochmal zu überdenken. Details hat man sich aber gespart.
Der Aufschrei war laut und deutlich: Als Paradox das Releasedatum von Vampire: The Masquerade - Bloodlines 2 ankündigte, hagelte es schlagartig Kritik von den Fans. Nicht, weil das Spiel nach seiner langen, turbulenten Entwicklungsgeschichte endlich mal fertig wird - das war schließlich eine gute Nachricht! Nein, das Problem lag ganz woanders.
Paradox und The Chinese Room hatten nämlich nicht nur das Releasedatum verkündet, sondern auch die drei Editionen des Spiels vorgestellt. Und dabei wurde auch ein gieriger Day-1-DLC präsentiert, der bei vielen Fans für einen Aufschrei gesorgt hat. Wir haben ausführlich darüber berichtet: Paradox und The Chinese Room wollen allen Ernstes zwei spielbare Clans kostenpflichtig machen und als teuren DLC verkaufen - und zwar nicht erst in ein paar Monaten oder Jahren, sondern gleich am Releasetag.
Mit dieser Entscheidung hat sich Paradox keine Freunde gemacht und den Ruf von Bloodlines 2 weiter ramponiert - kein cleverer Zug bei einem Spiel, bei einigen Fans des legendären ersten Teils ohnehin keinen guten Stand hat. Die Kritik in den Steam-Foren reißt jedenfalls nicht ab. Und das ist nun offenbar auch bei Paradox und The Chinese Room angekommen.
Teurer DLC für Bloodlines 2: Paradox reagiert auf Kritik
In einem Post auf X (ehemals Twitter) haben sich die Entwickler zu dem Shitstorm geäußert, wenn auch sehr verhalten. Dort heißt es nur:
"Hi. Wir hören euch wegen des Zugangs zu den Lasombra- und Toreador-Clans, und wir nehmen Anpassungen vor, um das widerzuspiegeln. Wir werden so bald wie möglich neue Informationen dazu mit euch teilen."
Und was soll das jetzt bitteschön bedeuten? Es ist sicher nicht die Reaktion, auf die viele verärgerte Kunden gehofft haben - aber es ist zumindest eine. Eine, die Hoffnung macht, dass Paradox auf den letzten Metern doch noch ein Einsehen hat und seine ursprünglichen DLC-Pläne über Bord wirft. Hier wären nun mehrere Szenarien denkbar.
- Die ungeschickteste Lösung wäre natürlich eine Preisanpassung - man verkauft das Hauptspiel teurer, dafür spart man sich eben den DLC. Doch das würde ziemlich sicher zu noch mehr Aufregung führen. Also bitte nicht!
- Besser wäre es, die beiden Bonus-Clans fest in das Hauptspiel zu integrieren und den "Shadow and Silk"-DLC komplett zu streichen. Die geplante Premium Edition für 80 Euro müsste dann einfach andere Inhalte bekommen - sei es nun kosmetische DLCs (Frisuren, Kostüme, Inneneinrichtung) oder einfach interessante Bonusinhalte, zum Beispiel ein digitaler Soundtrack oder ein Artbook.
- Es wäre ebenfalls denkbar, dass The Chinese Room ohnehin schon an einem künftigen DLC mit neuen Inhalten arbeitet - zum Beispiel weiteren Clans oder einer neuen Nebenhandlung. Auch diesen DLC könnte man jetzt schon per Premium Edition verkaufen, dann müsste man auch nichts am Preismodell ändern. Bei Indiana Jones und der Große Kreis wurde es im Grunde auch nicht anders gemacht.
Quelle: Paradox Interactive
Bloodlines 2 erscheint mit sechs spielbaren Clans - doch für zwei von ihnen sollt ihr 20 Euro extra zahlen.
Bis Publisher und Entwickler konkret werden, können wir leider nur raten. Eine gute Nachricht ist die Meldung auf X aber schon jetzt, denn sie zeigt: Die Kritik der Fans ist angekommen. Hoffen wir also, dass die Verantwortlichen jetzt die richtigen Schlüsse daraus ziehen! Denn Bloodlines 2 hätte nach seiner langen, schwierigen Entwicklung wirklich mal ein Happy End verdient.
Was ist eigentlich das Problem mit den DLC-Clans?
Die Ankündigung, zwei Clans in Bloodlines 2 hinter einer teuren Bezahlschranke zu verstecken, hat bei vielen potenziellen Käufern für Entrüstung gesorgt. Hier erfahrt ihr, was es damit auf sich hat.
In Vampire: The Masquerade - Bloodlines 2 (jetzt kaufen 51,93 € / 53,99 € ) dürft ihr bei Spielstart aus einem von vier Vampirclans wählen, nämlich Brujah, Tremere, Banu Haqim und Ventrue. Diese Clans entsprechen im Grunde eurer Klasse. Sie beeinflussen eure Dialoge und wirken sich auch stark auf das Gameplay aus, denn sie bestimmen, welche Fähigkeiten ihr lernen könnt, wie ihr mit Gegnern fertig werdet und wie ihr bestimmte Probleme löst.
Diese vier Klassen stehen euch im Basisspiel zur Verfügung, das 60 Euro kostet. Allerdings will Paradox gleich zum Release auch einen Day-1-DLC verkaufen - und der enthält nicht einfach nur kosmetischen Kram. Der DLC heißt Shadows and Silk, kostet 20 Euro - und liefert zwei weitere spielbare Clans, nämlich Lasombra oder Toreador. Das bedeutet also, dass ihr zwei der insgesamt sechs Klassen nur spielen dürft, wenn ihr den Day-1-DLC für 20 Euro oder die Premium Edition für insgesamt 80 Euro kauft.
Quelle: Paradox Interactive
Paradox hat angekündigt, den Zugang zu den beiden DLC-Clans zu überdenken. Was genau das heißt, weiß aber noch niemand.
Die Lasombra stellen eine forderndere Spielweise dar, in der ihr euch im Verborgenen haltet und Schattentalente zum Einsatz bringt. Die Toreador kennen wir schon aus dem ersten Bloodlines, in dem sie von Anfang an spielbar waren: Dieser Clan zeichnet sich durch sein attraktives Erscheinungsbild aus und nutzt besondere Fähigkeiten, um NPCs zu beeinflussen und Gegner auf seine Seite zu ziehen.
Kein Wunder also, dass die Entscheidung, diese beiden Klassen kostenpflichtig zu machen, für heftige Kritik bei den Fans sorgt. Denn die beiden Clans sind offenkundig fix und fertig entwickelt und kein schmückendes Beiwerk. Paradox hat diese Inhalte also gezielt aus dem Spiel abgetrennt, um sie gegen einen satten Aufpreis zu verkaufen.
Wäre Shadows and Silk einfach ein paar Monate später erschienen, hätte sich vermutlich niemand beschwert - als DLC am Releasetag wirkt es aber nur wie ein gieriger Schritt, um ausgerechnet den treuesten Fans noch mehr Geld aus der Tasche zu ziehen. Hoffen wir, dass Paradox nun ein Einsehen hat und diesem Geschäftsmodell ein Ende macht!
Quelle:X (ehemals Twitter)
