Natürlich wird die Ehrung der Sieger zelebriert.
Bald ist es so weit: Vom 10.-16. Februar finden in Turin (und Umland) die 20. Olympischen Winterspiele statt. Und wie es sich für ein derartiges sportliches Großereignis gehört, erscheint kurz zuvor auch ein offizielles Videospiel, bei dem Sie 15 der insgesamt 84 Wettbewerbe zu Hause nachspielen können. Eine Komplettübersicht über alle Disziplinen finden Sie im Extrakasten auf der rechten Seite.
Simples Gameplay, enormer Spielspaß
Auch wenn die einzelnen Disziplinen möglichst realistisch dargestellt werden, ist Torino 2006 keine echte Sportsimulation, mit der nur Profis zurechtkommen werden. Im Gegenteil: Das Gameplay in den meisten Disziplinen ist erfreulich simpel gehalten. So simpel und intuitiv, dass selbst absolute Sportspielneulinge problemlos den Controller in die Hand nehmen und mit etwas Timing und Geschick sofort aufs Treppchen kommen können.
Gesteuert wird über Analogstick (und in einzelnen Fällen auch über Digikreuz), ansonsten werden maximal zwei Tasten benötigt, um Aktionen auszuführen. Beim Skispringen braucht man beispielsweise nur die X-Taste zum Landen, bei den Ski-Alpin-Disziplinen geht man auf Tastendruck in die Hocke oder setzt die Kanten ein, um Kurven schärfer nehmen zu können.
Taktisches Geschick ist beim Biathlon und den Langlaufdisziplinen gefordert - hier muss man sich die Kraft richtig einteilen, um auf die vorderen Plätze zu kommen. Am anspruchsvollsten, aber auch am nervigsten ist der Eisschnelllauf, der speziell auf der 1.500-Meter-Strecke schnell zur Tortur wird. Hier muss man abwechselnd die X- und die Kreis-Taste im richtigen Rhythmus drücken (was selbst nach fünf Versuchen nicht wirklich gut funktioniert) und so ganz nebenbei auch noch auf die Ideallinie achten - hier sind verkrümmte, schmerzende Finger praktisch vorprogrammiert.
Ansonsten hat Torino 2006 nicht viel mit älteren Sportspielen dieser Art zu tun, die vornehmlich auf Button Mashing und exzessives Joystick-Rütteln setzten. Es besteht also nicht die Gefahr, dass Sie nach jeder Medaillenjagd einen neuen Controller brauchen.
Winter-Olympiade für zu Hause
Wie oben angedeutet, umfasst das Spiel 15 Disziplinen, die Sie entweder alleine gegen den Computer oder mit bis zu drei Freunden spielen können. Wahlweise dürfen Sie alle Wettbewerbe bestreiten (was zu viert etwa zwei bis drei Stunden in Anspruch nimmt), sich an einen verkürzten Wettkampf mit neun Disziplinen wagen oder Einzelkonkurrenzen auswählen.
Wer auf manche Disziplinen gar keinen Bock hat, für den haben die Entwickler zusätzlich die Option eingebaut, sich einen Wettkampf maßzuschneidern - mit einer beliebigen Anzahl von Disziplinen in frei wählbarer Reihenfolge. Fans des Mehrspielerparts werden schmerzlich eine Splitscreen-Option vermissen, welche die auch so schon spaßigen Multi-player-Olympiaden noch spannender gemacht hätte.
Wenig zu beanstanden gibt es hingegen bei der Präsentation. Die einzelnen Wettbewerbe sowie die dazugehörigen Siegerehrungen sind schön in Szene gesetzt und auch die Animationen der Athleten überzeugen. Erfreulicherweise ist die Darstellung bei allen Disziplinen sehr flüssig - das Geschwindigkeitsgefühl in der Ego-Perspektive speziell beim Rodeln oder Skifahren ist ebenfalls klasse. Alles in allem ist Torino 2006 zwar ganz bestimmt kein Grafikbrett, aber technisch dennoch gut gelungen. Richtig nervig sind jedoch die Kommentatoren, deren Bemerkungen zum Wettkampf-geschehen oftmals unpassend oder schlichtweg falsch sind.
