Zum Actionbereich des Spiels zählen auch die unzähligen Geschicklichkeitspassagen, in denen Lara springen, schwimmen, tauchen, hangeln und klettern muss, was das Zeug hält. Glücklicherweise tut sie all dies flüssiger, schöner und gekonnter denn je. Und das muss sie auch, schließlich werden die anstehenden Akrobatikaufgaben im Laufe des Spiels immer anspruchsvoller.
Weniger anspruchsvoll, dafür aber schön inszeniert sind sporadisch auftretende Reaktionsspielchen, wie man sie beispielsweise vom (Action-)Adventure Fahrenheit kennt. Um potenziell tödlichen Situationen zu entgehen, müssen Sie hier lediglich zum rechten Zeitpunkt eine Aktionstaste drücken. Für zusätzliche Abwechslung sorgen zwei recht lange (leider etwas unausgegorene) Motorradpassagen, bei denen die hübsche Archäologin ihre Fahrkünste auf einem Bike beweisen kann.
Sämtliche Actionsequenzen funktionieren aber auch nur so gut, weil die Steuerung deutlich überarbeitet wurde und eine direkte Kontrolle über alle Aktionen der vielseitigen Heldin erlaubt. Während man Lara selbst mit dem linken Analogstick steuert, dient der rechte zum Ausrichten der Kamera. Ausrüstungsgegenstände werden mithilfe des Steuerkreuzes benutzt oder aktiviert.
Physik-Unterricht
Tomb Raider: Legend ist aber viel mehr als nur ballern, klettern, Motorrad fahren und fiesen Fallen ausweichen. Das Lösen von diversen Rätseln gehört genauso zum harten Grabräuberdasein. Dabei kommt die wirklich hervorragende Physik-Engine ins Spiel, die bei vielen Aufgaben eine zentrale Rolle einnimmt. Ein Beispiel: Um eine schwere Steintür zu öffnen, muss Lara drei Bodenplatten mit Kisten beschweren. Dummerweise steht nur eine Kiste direkt zur Verfügung.
Die anderen beiden befinden sich in einem Wasserbecken und können nicht so ohne weiteres an ihren Bestimmungsort gebracht werden. Die Lösung ist ebenso genial wie einfach: Mithilfe einer riesigen Wippe katapultiert man die Kisten kurzerhand ans Ziel. Voilà - die Tür ist offen. Bei anderen Aufgabenstellungen spielt Laras neuestes Spielzeug, ein Magnethaken mit Seilwinde, eine wichtige Rolle. Er ermöglicht es der Grabräuberin, metallische Gegenstände - natürlich immer physikalisch korrekt - zu manipulieren, und sorgt so für herrlich abwechslungsreiche Aufgabenstellungen.
Ein Wechsel mit Folgen
Spielerisch ist Laras neuestes Abenteuer also top, aber wie sieht's mit der Technik aus? Die Antwort kann trotz Rucklern auf HDTVs, mit denen die vorliegende Testfassung noch zu kämpfen hatte, nur "sehr gut" lauten. Auch die Motorradpassagen sind grafisch nicht wirklich berauschend, aber das war's auch schon mit den ernsthaften Kritikpunkten. Ansonsten bleibt nur neidlos anzuerkennen, dass die Serie vom Wechsel zu Crystal Dynamics auf jeden Fall profitiert hat.
Die Heldin sieht besser aus denn je und ist einfach nur fantastisch animiert. Die kunst- und liebevoll gestalteten Levels waren nie detaillierter. Und auch die Präsentation des Abenteuers könnte kaum besser sein, angefangen bei den sehr stimmigen Zwischensequenzen in Spielgrafik über die sehr gute Synchronisation bis hin zur atmosphärischen Musik.
Tomb Raider: Legend merkt man zwar deutlich an, dass es einer möglichst breiten Masse an Spielern zusagen soll, doch dank mehrerer Schwierigkeitsgrade und zahlreicher versteckter Extras haben auch Profis eine Menge Spaß an diesem Spiel.
