Online gibts viele Spielmodi, aber immer noch ein lahmes Gameplay.
Es passieren schon seltsame Dinge auf der Welt. Kaum liefert Ubisoft mit Rainbow Six 3 einen klasse Taktik-Shooter ab, steht schon der neueste Ableger der Ghost Recon-Reihe plötzlich in den Läden. Da wird man stutzig - und in diesem Falle war unsere Skepsis auch absolut berechtigt. Ghost Recon Jungle Storm ist zwar ein neues Spiel, sieht aber eigentlich aus wie der direkte Vorgänger von Ende 2002.
Wieder kommandieren Sie ein bis zu sechs Mann starkes Team durch vornehmlich weitläufige Landschaften und Sie dürfen diesmal sogar vom Headset Gebrauch machen. Jungle Storm bietet leider erheblich weniger Kommandos als SOCOM oder Rainbow Six 3 und die Sprachsteuerung wirkt ziemlich aufgesetzt.
Zu allem Überfluss ist die Menüstruktur der Befehle auch noch recht undurchsichtig. Kenner des Vorgängers kommen mit der gewohnten Padsteuerung besser zurecht. Ebenfalls dem Erstling ähnlich ist der grundsätzliche Spielaufbau. Zwar folgen Sie einer groben (abgedroschenen) Storyline, deren Erzählweise ist allerdings äußerst dürftig.
Von Pappe
Bleibt die Frage, was die alberne Tarnung des Scharfschützen hier bewirken soll.
Dürftig ist auch das richtige Stichwort, wenn's um spielerische und technische Inhalte von Ghost Recon Jungle Storm geht. Anno 2002 war die Optik zweckmäßig, heutzutage ist sie fast schon peinlich. Matschige Texturen, detailarme Umgebungen und eine rucklige Darstellung sind nicht zeitgemäß und beeinträchtigen zuweilen auch die Spielbarkeit. Wer keinen Wert auf gute Grafik legt, wird mit Jungle Storm dennoch so seine Probleme haben, denn in Sachen Missionsdesign hat sich das neue Spiel ebenfalls nicht weiterentwickelt. Zwar gibt es dank der zusätzlichen Kampagne der Xbox-Version ganze 16 Aufträge zu erledigen, viel Spannung will aber auch dort nicht aufkommen. Zu allem Überfluss leidet Jungle Storm auch noch unter einer kritikwürdigen künstlichen Intelligenz. Ihre Jungs finden ohne Hilfe nicht einmal den Weg zum Klo, bleiben ständig aneinander hängen, stehen Ihnen im Weg oder verlaufen sich in den riesigen Umgebungen. Richtig lustig wird es, wenn Sie zusätzlich Geiseln durch die Levels führen sollen, denn dann fühlen Sie sich schneller, als Ihnen lieb ist, wie ein Grundschullehrer bei der Klassenfahrt. Um gröberen Unfug Ihrer Kollegen zu vermeiden, dürfen Sie jederzeit die Kontrolle über einen Ihrer Teamkameraden übernehmen.
Gruppenkoller
Löblicherweise dürfen Sie sich im Splitscreen zu zweit durch die Missionen spielen, müssen dann aber auf weitere Teamkameraden verzichten. Online bietet Jungle Storm sogar mehr Umfang als die direkte Konkurrenz SOCOM II und ebenfalls die Möglichkeit, kooperativ zu spielen. In unserem Test waren die Server schon gut besucht, stellenweise sorgten allerdings starke Verzögerungen der Netzwerkverbindung für verminderten Spielspaß. Die triste Optik ist natürlich ebenfalls nicht gerade ein Pluspunkt für den Online-Modus.
