The Stretchers im Test: Switchexklusiver Koop-Klamauk mit jeder Menge Humor
Test
The Stretchers wer? Nur wenige Tage vor dem Release war die Existenz dieses Spiels noch völlig unbekannt. Nun ist es also da - und macht richtig Laune! In unserem Test sagen wir, warum Solisten zwar nicht wirklich einen Grund haben, sich den Titel zuzulegen, Koop-Freunde sich nach Overcooked, Snipperclips und Co. aber auf ein weiteres Multiplayerhighlight freuen können.
Nintendo ist immer wieder für Überraschungen gut. Neben Titeln, denen man teilweise jahrelang entgegenfiebert und bei denen man auf dem Weg zum Release jede Info aufsaugt, setzt uns das Unternehmen gerne auch mal völlig unvermittelt Spiele vor die Nase, von denen wir im Vorfeld noch überhaupt nichts wussten.
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So geschehen im Falle von The Stretchers. Vom schwedischen Studio Tarsier Games (Little Big Planet 3, Tearaway Unfolded, Little Nightmares 1+2) entwickelt und von Nintendo gepublisht, steckt uns das Abenteuer in die Haut zweier Sanitäter. Wir haben die Joy-Cons in die Hand genommen (der Pro Controller wird nicht unterstützt), uns ohne jedes Vorwissen ins Geschehen geworfen und wurden von einem spaßigen Erlebnis voller Ideen und Humor begrüßt.
Rettung im Team
Quelle: PC Games
Zwischen den Missionen fahren wir mit dem Rettungswagen durch die kleine offene Spielwelt, erledigen Nebenaufgaben und suchen nach versteckten Rampen. Nett!
Theoretisch lässt sich The Stretchers alleine spielen. Dann übernehmen wir mit jedem der beiden Joy-Cons die Kontrolle über einen der beiden im Editor selbst erstellten Rettungsmänner respektive -frauen und verfügen über eine kleine Auswahl an Befehlen wie "automatisch folgen" um den Ablauf bequemer zu gestalten. Das funktioniert, ist aber nur Mittel zum Zweck und macht kaum Spaß. Nein, The Stretchers ist eines jener Abenteuer, die erst im Koop-Modus ihr wahres Potenzial entfalten. Onlinefunktion gibt es keine, aber lokal steuert jeder der beiden Spieler eine der Figuren. Unsere Mission: Die Menschen, die in einer kleinen, mittels Krankenwagen frei befahr- bzw. wahlweise auch frei begehbaren offenen Welt wohnen, von der sogenannten Duseligkeit befreien. Der böse Dr. Superhirn, der sich bei seinem ersten Auftritt selbst mit "Ich bin der Böse!" vorstellt, sorgt dafür, dass die NPCs nur noch verwirrt durch die Gegend laufen können. Also müssen wir von Mission zu Mission fahren, die armen Seelen mit unserer Tragbahre in unseren Wagen verfrachten und sie mittels einer speziellen Maschine von einer Gruppe sexy posender Ärzte heilen lassen.
Lachen ist die beste Medizin
Quelle: PC Games
Die Bahre ist nicht notwendig, aber eine nützliche Hilfe, wenn wir mehrere Personen oder auch mal einen Safe transportieren wollen.
Falls es bis jetzt noch nicht aufgefallen ist: The Stretchers nimmt sich kein Stück ernst. Der Humor ist kindgerecht und harmlos, aber echt gelungen, gerade was die kreativen Dialoge betrifft. Wir mussten beim Testen oft breit grinsen! Spielerisch setzt der Titel auf lustige Ragdoll-Spielereien. Während wir versuchen, Menschen, aber auch Safes und andere Gegenstände - gerne auf unsere Bahre gestapelt - in unser Fahrzeug zu bugsieren, wabbern sie fröhlich und oft genug unberechenbar durch die Gegend. Die Physiksperenzchen sind dankenswerterweise nicht so ausgeprägt, dass sie zum Ärgernis verkommen, sondern sorgen im Gegenteil für viele teilweise ungeplante, lustige Situationen. Immer wieder müssen wir auf unseren Rettungstrips auch Hindernisse aus dem Weg räumen, etwa Gras mähen, das zwischen uns und dem Dusler wächst, oder einen Weg zu einem abgesperrten Bereich finden. Manchmal wird das Retten auch ganz sein gelassen und wir werden zum Bäumefällen oder zum Entschärfen von Bomben abbeordert.
Rettung leicht gemacht
Quelle: PC Games
Diese sexy Ärzte befreien die Dusler aus ihrer Verwirrung, wenn wir sie eingeladen und beim Krankenhaus abgeliefert haben. Wie machen sie das? Mit Style!
Neben den Hauptaufgaben erledigen wir über die Spielwelt verteilte Nebenmissionen, suchen nach Sprungrampen und mehr. Nach und nach erhält unser Fahrzeug auch immer mehr Fähigkeiten, wodurch wir noch rasanter durch die Gegend flitzen. Gesteuert wird es übrigens von beiden Koop-Partnern gleichzeitig! Was man sich bei allem Spaß nicht von The Stretchers erwarten darf, ist auch nur die geringste Herausforderung. Während der Missionen können wir im Grunde nichts falsch machen; wie schnell oder langsam wir sind und wie viele zusätzliche Gegenstände wir einsammeln, hat lediglich Einfluss auf unseren völlig vernachlässigbaren Highscore. Den Spaß muss man sich bis zu einem gewissen Grad durch die abstrusen Situationen also selber machen, denn ein klassisches Belohnungsgefühl will sich nach einer erledigten Mission nicht einstellen.
Technisch ist das Abenteuer zudem ein zweischneidiges Schwert. Ob einem der Grafikstil gefällt, ist freilich Geschmacksache und das Geschehen läuft flüssig und ohne Bugs, uns hat der Look aber unangenehm an billige Mobile-Spiele erinnert. Irgendwann gewöhnt man sich daran und de facto steckt qualitativ mehr dahinter, als es der erste Eindruck verheißt, eine wirkliche Schönheit ist der Rettungstrip aber nicht. Immerhin, die Musik dudelt fröhlich vor sich hin, ohne ins Ohr zu gehen, aber auch ohne zu nerven. Trotz dieser Schwächen hat uns The Stretchers überzeugt und wir werden definitiv in den Sanitäteralltag zurückkehren, bis jeder Dusler in den Nebenaufgaben gerettet, jeder Safe geknackt und jede Rampe übersprungen ist. Von solchen Multiplayer-Perlen lassen wir uns gerne noch öfter überraschen!
