The Order: 1886 - im Test: Fazit und Wertung

Test Sascha Lohmüller
Unser Kampf gegen die Rebellion führt uns auch in dieses Straßencafé. Wobei ... in London wird hier wahrscheinlich nur Tee getrunken.
Quelle: PC Games

The Order: 1886 gehört zu den sehnsüchtigst erwarteten, aber auch besonders kontrovers diskutiertesten PS4-Spielen des Jahres. Wir haben uns das Ritterabenteuer zur Brust genommen und verraten euch im Test alles, was ihr wissen müsst.

Innovationsarm

In Anbetracht der wirklich tollen Atmosphäre ist es umso bedauerlicher, dass das Gameplay "nur" gut ausfällt. Im Kern ist The Order ein klassischer Third-Person-Deckungsshooter. Ihr lauft von einer Barrikade zur nächsten, duckt euch unter heranfliegenden Projektilen weg und nehmt die genretypisch nicht sehr clever agierenden, aber dafür zahlreichen Gegner aufs Korn. All das lässt sich problemlos und komfortabel steuern, nur hin und wieder bleibt ihr an Deckungen hängen. Hinzu kommt ein gutes Waffenfeedback und ein recht ordentlicher Schwierigkeitsgrad: Grayson hält nicht allzu viel aus. Daher ist es umso wichtiger, dass ihr Gegner gezielt ausschaltet, stets in Deckung bleibt und Granaten möglichst fix ausweicht. Für etwas Abwechslung sorgen anfangs unterschiedliche Gegnertypen. Werwölfe etwa vertrauen auf eine Hit&Run-Taktik, greifen euch kurz an und rennen dann wieder weg, Flinten-Soldaten hingegen stürmen auf euch zu und attackieren euch mit – wer hätte es gedacht – Schrotflinten oder ähnlichen Waffen. Nach zwei bis drei Stunden bietet die Gegnerauswahl jedoch keine Überraschungen mehr, sodass die Innovationsarmut der Gefechte noch deutlicher wird.

Unterbrochen werden die Schusswechsel von einigen wenigen Kletterpassagen, noch selteneren Minispielchen, einer Handvoll Schleicheinlagen sowie zahlreichen Quick-Time-Events und häufigen Cutscenes. Auch hier wird das Wort Innovation anders als im Duden klein geschrieben. Die Kletterpassagen etwa erinnern an Uncharted und Co., funktionieren also sehr gut, sind aber nicht sonderlich anspruchsvoll. Die Schleicheinlagen machen Laune, aber eben auch nichts neu, dafür zieht hier der Schwierigkeitsgrad etwas an. Wer nämlich entdeckt wird, kassiert einen sofortigen Kopfschuss.

Das zweite regelmäßig, aber absolut im Rahmen eingesetzte Minispiel - mit einer Teslakonstruktion legt ihr Stromkreise lahm, um elektronisch gesicherte Türen zu öffnen oder Lichter abzuschalten. Quelle: PC Games Das zweite regelmäßig, aber absolut im Rahmen eingesetzte Minispiel - mit einer Teslakonstruktion legt ihr Stromkreise lahm, um elektronisch gesicherte Türen zu öffnen oder Lichter abzuschalten. Die Minispielchen wiederum bestehen aus einfachem Knöpfchengedrücke und -gedrehe, werden dafür aber auch nur spärlich eingesetzt und sind damit ganz witzig statt nervig. Die Quick-Time-Events sind eben genau das: Quick-Time-Events. Ihr drückt die eingeblendeten Tasten, habt dafür meistens auch ein vernünftig großes Zeitfenster und werdet für die Simplizität immerhin mit schön choreografierten Action-Szenen belohnt. Zudem ist das Spiel linearer als ein Strich. Nur an einigen wenigen Stellen könnt ihr abseits der Wege Dinge wie Audio-Logs oder lustige Eastereggs wie eine Sackboy-Puppe finden. Den Großteil der Zeit lauft ihr durch hübsch gestaltete, aber recht eng gesteckte Levels, wodurch sich natürlich auch leider der Wiederspielwert in Grenzen hält.

Müssten wir schätzen, würden wir sagen, dass sich das Gameplay wie folgt aufteilt: zwei Stunden ballern, zwei Stunden Cutscenes, zwei Stunden herumlaufen, -schleichen und -klettern und zwei Stunden Quick-Time-Events und Sonstiges. Nur: All das wird nicht nur zu einem unterhaltsamen Spiel vermixt, sondern es war auch im Vorfeld bekannt. Die Entwickler haben nie einen Hehl daraus gemacht, dass sie ein cineastisches Spiel kreieren wollen, das sich über viele Cutscenes und QTEs definiert und nebenbei ein wenig Geballer bietet. Es kann also niemand behaupten, dass er mit The Order die Katze im Sack kauft. Gameplay-Puristen, die mit derartigen Spielen allerdings nichts anfangen können, werden natürlich auch mit Sonys Ritterabenteuer nicht glücklich.

Meinung

Wertung zu The Order: 1886 (PS4)

Wertung:

8.0 /10
Pro & Contra
Tolles, unverbrauchtes SettingUnterhaltsame Story mit spannenden FigurenTechnisch beeindruckendSehr atmosphärische SpielweltUnterhaltsames, cineastisches …
… aber nicht allzu innovatives GameplayKaum WiederspielwertRecht kurze SpielzeitNebenstories werden nicht aufgeklärt
Fazit

Toll inszenierter, guter Shooter mit viel Atmosphäre, aber wenig Innovation und Wiederspielwert

  1. Seite 1 The Order: 1886 - Cineastisches PS4-Ritterabenteuer im Test
  2. Seite 2 The Order: 1886 im Test: Überraschend brutal
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