Wir können euch versichern: Die Suche nach den Strahlentauen ist wesentlich ausgereifter und fügt sich sehr gut in den Spielablauf ein. Denn Frustmomente gehören endgültig der Vergangenheit an: Zum einen werden euch alle Fundorte auf der Karte angezeigt, sodass ihr einen guten Überblick über alle verborgenen Schätze habt. Zum anderen ist die Suche nach den Strahlentauen mit einigen teilweise knackigen Rätseln verbunden, bei denen ihr zum Beispiel ein Haus zur Explosion bringen müsst, um den Tropfen zu erlangen.
Habt ihr euch einmal in der Gegend verfranzt, könnt ihr dank Midnas Warpfähigkeit wieder rasch an den gewünschten Ort zurückkehren. Manchmal müssen sogar riesige Gegenstände - eine Brücke zum Beispiel - woanders hinverfrachtet werden, um dort etwa eine Klippe überwinden zu können. Der Rätselanteil beschränkt sich also nicht nur auf die Dungeons, sondern auch auf der Steppe wird euch einiges an Hirnschmalz abverlangt.
Bemerkenswert ist auch die deutlich düstere Präsentation des Abenteuers: Dank überlegener Wii-Hardware ist die Spielwelt in Twilight Princess deutlich realistischer als in den Vorgängern gehalten, außerdem wirkt auch das Charakterdesign erwachsener. Oder habt ihr in einer Zelda-Episode schon einmal davon gehört, dass eine (zugegebenermaßen nicht ganz so wichtige) Person ums Leben kommt?
Das Leben als Templer
Bereits in der vorletzten N-ZONE hat uns Eiji Aonuma im großen Interview verraten, dass es in Twilight Princess neun Tempel geben wird, die denen aus Ocarina of Time in nichts nachstehen werden. Wir können seine Versprechungen voll und ganz nachvollziehen, schließlich lehnen sich - um nur die ersten Dungeons zu nennen - der Waldschrein, der Seeschrein oder der Feuertempel thematisch an die bewährten Gemächer-Thematiken an.
Frisch hinzugekommen ist jedoch ein neues Item namens Tante. Dieser schrille Vogel führt euch auf Knopfdruck zum Anfang des jeweiligen Tempels zurück, in dem ihr euch gerade befindet. Das ist vor allem deshalb interessant, weil es kein echtes "Game Over" mehr gibt: Verliert ihr alle Herzen, so fangt ihr wieder in dem Raum an, in dem euch der Todesstoß versetzt wurde.
Abgesehen von dieser Neuerung geht Nintendo beim Design der Dungeons bewährte Wege: Noch immer strotzen die Kammern vor Gameplay-Finessen wie verschiedenen Stockwerken, die durch drehende Zirkel miteinander verbunden sind, und Rätseln, die das Prädikat "knackig" wirklich verdient haben. Auch bei der Oberwelt ließen sich die Entwickler nicht lumpen und schufen das bislang größte Hyrule, in dem man ohne Pferd nur mühsam voranschreitet.
Dennoch ist die Gegend trotz vieler verwinkelter Regionen noch immer überschaubar und der Spieler findet sich weiterhin gut im Land zurecht. Wer sich noch an den Abtauchsprung von der Zora-Klippe in Ocarina of Time erinnern kann, erlebt diesen Augenblick dank prachtvoller Glanz- und Partikeleffekte in Twilight Princess noch einen Tick intensiver. Im Vergleich zu dem N64-Meisterwerk wurden auch die Tag- und Nachtwechsel verändert: So dauert es nun knappe zehn Minuten, bis bei Tage die Dämmerung heranbricht, und noch einmal zehn Minuten, bis es wieder Morgen wird.
