Jackbox Party Pack 7 im Test: Wieder mal tolle Mehrspieler-Gaudi
Test
Es ist inzwischen Tradition, dass im Herbst eine neue Ausgabe der Jackbox-Serie erscheint. Wie schlägt sich die verflixte Nummer sieben im Vergleich mit den Vorgängern der Partyspielereihe? Das klären wir in unserem Test, für den wir Corona-tauglich den Mehrspielerspaß auf Herz und Nieren geprüft haben.
Zugegeben, lokale Partyspiele sind angesichts der aktuellen Pandemielage nicht unbedingt die großen Renner. Aber vielleicht ist eure Großfamilie ja sehr humorvoll und spricht sehr gut Englisch oder ihr lebt in einer kuscheligen Acht-Mann-WG. Alternativ kann man The Jackbox Party Pack 7 auch über einen Stream zusammen zocken, nebeneinander ist's aber natürlich lustiger (und vermutlich auch feuchtfröhlicher). Was den Aufbau betrifft, bleibt der siebte Teil den Serienkonventionen treu: Fünf unterschiedliche Minispiele wollen euch zum Lachen bringen. Ob es ihnen gelingt, klären wir im Test.
Auf dieser Seite
Quiplash 3
Quiplash ist einer der Dauerbrenner und Spaßgaranten der Serie, dementsprechend verwundert es wenig, dass nun die dritte Inkarnation in den Startlöchern steht. Hier geht es ganz einfach darum, lustig zu sein. Das Spiel stellt euch Fragen, ihr gebt eine (hoffentlich) urkomische Antwort, danach wird euer Vorschlag dem Beitrag des Spielers gegenübergestellt, der die gleiche Vorlage bekam.
Das Publikum stimmt darüber ab, was amüsanter ist. Das ist schnell begriffen und unterhält abermals zuverlässig, auch dank der neuen dritten Runde, die ein wenig anders abläuft als im Vorgänger. Von der Spielauswahl abgesehen nutzt man auch in Jackbox Party Pack 7 wieder das eigene Smartphone als Controller. Eine Internetverbindung ist dafür erforderlich, außerdem auch gute bis sehr gute Englischkenntnisse, es gibt keine deutschen Texte.
Champ'd Up
Quelle: PC Games
Quiplash 3: Wer gibt die lustigere Antwort? Auf jeden Fall haben hier zwei Spieler an das gleiche gedacht. Die Mitspieler entscheiden, wer die Punkte verdient.
In Paket 7 ist wieder ein Zeichenspiel mit von der Partie - hier geht es darum, einen Kämpfer zu gestalten, der von der Vorgabe inspiriert wird, die jeder Spieler erhält. Es dauert eine Weile, bis das Spiel in Gang kommt, da man ja zunächst mal Finger oder Stylus schwingen muss, außerdem gilt es, einen Gegner für die Kreation eines anderen Spielers zu entwerfen. Wenn man Mitspieler hat, die sich auf die Kritzelei einlassen, entsteht hier ähnlich viel Spaß wie bei Tee-K.O aus der dritten Jackbox-Spielesammlung - aber der Zwang zur künstlerischen Betätigung sorgt eben nicht in jeder Personengruppe für Begeisterung. Dazu kommen Bugs, Zeichnungen tauchen zum Beispiel nicht auf dem Fernseher auf, oder die Runde stürzt gar ab. Da bleibt einem das Lachen im Halse stecken, auf eine baldige Linderung der Probleme per Patch ist zu hoffen.
The Devils and the Details
Quelle: PC Games
Im Zeichenspiel Champ’d Up entwerft ihr Charaktere, die gegeneinander
kämpfen sollen. Auch hier entscheiden die Mitspieler, wer gewinnen soll.
Dieses Spiel sticht heraus, denn es ist komplexer und länger als die übliche Jackbox-Kost. Als Mitglieder einer dämonischen Familie versucht ihr, möglichst "normal" zu wirken, wofür ihr alltägliche Herausforderungen meistern müsst - macht zum Beispiel einen Termin beim Zahnarzt aus. Oft müssen Familienmitglieder untereinander kooperieren, und auf den Smartphones gilt es, simple Minispiele zu meistern. Dieses Spiel funktioniert deutlich besser gemeinsam auf dem Sofa als über Streams. Hier geht es - anders, als etwa bei einem Quiplash und dem Gros der Jackbox-Spiele - nicht darum, lustig zu sein, vielmehr entstehen amüsante Situationen ganz von selbst, während man zusammen (oder gegeneinander) für das Familienwohl arbeitet. The Devils and the Details ist aus diesem Grund aber auch stressiger und es braucht mehr Zeit, um reinzukommen - die Mitspieler sollten also einigermaßen aufmerksam sein.
Quelle: PC Games
Blather ‘Round funktioniert sehr ähnlich wie Tabu. Die Mitspieler müssen Begriffe mit vagen Andeutungen erraten – hier war übrigens Darth Vader gesucht.
Talking Points
Vielleicht als Ausgleich für The Devil and the Details fußt Talking Points auf einem sehr simplen Fundament. Spieler bekommen Themen, zu denen sie einen Vortrag halten müssen. Am Ende entscheiden die Zuhörer, welcher Vortrag besonders überzeugend oder einfach nur witzig war. Wie bei Spielen mit Malerei-Gimmick ist das Konzept nicht für Jedermann reizvoll; wer nicht gerne im Rampenlicht steht oder einfach über wenig Spontaneität verfügt, wird an Talking Points nicht so viel Freude haben.
Blather 'Round
Dieses Spiel ist sehr spaßig, wenn man denn über hervorragende Englisch-Kenntnisse verfügt. Denn hier müssen Begriffe anhand sehr vager Hinweise erraten werden, also ein bisschen wie im bekannnten Gesellschaftsspiel Tabu. Je schneller die Mitspieler das gesuchte Wort oder den Namen raushaben, desto mehr Punkte bekommt der Fragesteller, und für die korrekte Antwort erhält auch der Rater wertvolle Punkte. Die Runden gehen fix, das Prinzip ist schnell verinnerlicht, gelegentlich ist das Ganze auch noch ziemlich lustig. Ein mehr als solider Abschluss für das Jackbox-Paket! Alles in allem ist die Spielauswahl von Jackbox Party Pack 7 besser als die des letzten Teils, auch die Mischung stimmt, da bekommt jeder was für seinen Geschmack. Sehr ärgerlich sind aber die Bugs und Abstürze, die nicht PC-exklusiv sind, sondern auch in den Versionen für alle anderen Plattformen auftreten.
