Über Kratzer im Lack denken wir lieber nicht nach.
Kaum hat Charlie Croker mit sei- nen Kumpels den "Bruch des Jahrhunderts" über die Bühne gebracht, verschwindet einer der Kollegen mitsamt der Beute. Selbige Handlung verfolgt der Film The Italian Job, der diesen Monat in den Kinos anläuft. Was Eidos aus diesem Stoff machte, ist ähnlich. In 15 Missionen des so genannten "Story Mode" sind Sie damit beschäftigt, Betrüger Steve um die geklauten Goldbarren zu erleichtern. Hilfsmittel: flotte Minis aus dem Hause Rover.
Rasante Umsetzung
Fahrgefühl und das Gokart-ähnliche Steuerungsverhalten der Mini-Flitzer wurden vom Entwicklungsstudio Climax gut umgesetzt. Es macht Spaß, Abkürzungen, halsbrecherische Fahrmanöver und Kurvenschneiden einzusetzen, um gegen deftige Zeitlimits und Gegner zu bestehen. Neben dem Story Mode dürfen Sie Ihr Können auf Hinderniskursen und Stadtrennen beweisen. Statt gegen drei Konsolengegner fahren Sie bei den Stadtrennen auch gegen einen Freund. Grafisch und audiotechnisch präsentiert sich The Italian Job ansehnlich, zusätzlich motiviert die Jagd nach Bonuspunkten, die es zum Beispiel für Sprungeinlagen gibt. Die "künstliche Intelligenz" ist eher dürftig - meist weiß die Polizei, wo Sie auftauchen, zivile Fahrzeuge fahren Ihnen gelegentlich rücksichtslos ins Heck und versetzen Ihren Fahrplänen damit im Handumdrehen den Todesstoß.
Motivationsbremse Spieldesign
Haben Sie im Story Mode Teilmission drei von vier absolviert und scheitern, fangen Sie wieder bei der ersten an. Das hatten wir schon im Import-Test in der Ausgabe 09/03 bemängelt. Besitzer der US-PS2-Variante erfuhren nämlich, dass es auch anders geht - sie müssen immer nur den Abschnitt neu fahren, in dem sie gescheitert sind. In weniger als fünf Stunden ist dann das Spiel absolviert. Xbox-Spielerinnen und Spieler werden sich ärgern, dass ihnen diese Möglichkeit verwehrt bleibt.
