Stunts wie dieser sehen nicht nur gut aus, sondern bringen auch Punkte.
Verbrechen zahlt sich besonders dann nicht aus, wenn Mitschurken nach einem Raub plötzlich mitsamt der ganzen Beu-te verschwinden. Selbiges passiert Charlie Croker und seinen Kumpels im Film The Italian Job, der im November auch in deutschen Kinos anläuft. Der "Story Mode" (siehe auch Detail-Check) der Spieleverwertung dieser Filmlizenz geht einen ähnlichen Weg. Sie sind in 15 Missionen damit beschäftigt, sich so nah an den Ex-Mitgoldräuber Steve heranzutasten beziehungsweise heranzufahren, dass Sie das begehrte Gold wieder Ihr Eigen nennen können.
Flott wie im Film
Dem Entwicklerstudio Climax gelang es in The Italian Job, das flotte Fahrgefühl und die direkte Lenkung der Mini-Cooper gut umzusetzen, welche auch im Film die Hauptrolle spielen. Gokart-ähnlich rasen Sie mit diesen um Ecken, schneiden Kurven und nutzen selbst kleine Schlupflöcher, um gegen harsche Zeitlimits und die wachsame Polizei Boden gutzumachen. Die Polizei-Einheiten legen genau wie andere feindliche Einheiten eine künstliche Intelligenz an den Tag, die schlichtweg unfair ist. Selbst wenn Sie erst kurz nach einer Hügelkuppe für diese in Sicht kommen, weiß der Gegner schon ganz genau, wo das sein wird, und fängt sie ab. Grafisch präsentiert sich The Italian Job mehr als solide, wenn auch die jeweiligen Strecken etwas detailarm geraten sind. Dafür zieht das Geschehen ruckelfrei an Ihnen vorbei, auch bei größerer Verkehrsdichte konnten wir keine Geschwindigkeitseinbußen feststellen. Die Audio-Präsentation wirkt weniger ausgewogen. Das Motorbrummen der Zwergenferrari passt. Besonders gut kommt der Sound, wenn Sie in einen U-Bahn-Tunnel hineinfahren. Dann wird das Motorengeräusch um einiges tiefer und voller. Andere Fahrzeuge, die Sie steuern, überzeugen in dieser Hinsicht nicht. Beispiel hierfür ist der Mustang-ähnliche Wagen, mit dem Sie bei manchen Missionen starten. Das sonst blubbernde PS-Monster hätte sich noch satter anhören können. Glücklicherweise brauchen Sie keine lange Einarbeitungszeit, um sich an die Steuerung der Boliden zu gewöhnen. So werden Sie schnell auch die zahlreichen Sprungschanzen nutzen, die in den Straßen verteilt sind. Dies gibt wie das Fahren auf zwei Rädern Bonuspunkte und taucht dann in der Abrechnung auf, die jedem absolvierten Auftrag folgt. Gleiches gilt für Luftsprünge und Umfahren von Gerätschaften wie Postkästen. Abzüge werden fällig, sollten Sie mit anderen Verkehrsteilnehmern zusammenstoßen.
Gestreckte Spieldauer
Geübte Fahrer haben den Story Mode der PS2-Variante bereits innerhalb von zwei Stunden durchgespielt. Grund dafür: Anders als bei der Xbox-Version können Sie auch spätere Teilmissionen eines Auftrags wiederholen. Da oft jede der verfügbaren Sekunden kost- bar ist, werden bei diesem Titel selbst geübte Xbox-Fahrer ob der Folgen von kleinen Fahrfehlern gelegentlich ins Lenkrad beißen.
