The Dark Pictures Anthology: The Devil in Me im Test: Was zum Teufel geht hier vor? + Video
Test
Zur Not frisst der Teufel fliegen? Von den Bugs in The Devil in Me würde er auf jeden Fall satt werden. In unserem spoilerfreien Test verraten wir, ob das Horror-Adventure The Devil in Me für euch vielleicht trotzdem die richtige Wahl ist.
Zäumen wir das Pferd mal von hinten auf und verlagern das Fazit nach vorn: Wenn euch die drei Vorgänger der Dark Pictures Anthology gefallen haben, dann werdet ihr auch vom vierten und letzten Teil der ersten Staffel unterhalten. Völlig egal, ob ihr nun trotz oder wegen der diversen Eigenheiten der Reihe Spaß hattet. Die Grundzutaten bleiben gleich: Ihr übernehmt allein oder im Koop-Modus die Rollen unterschiedlicher Charaktere und versucht, lebend aus einer misslichen Situation zu entkommen. Wer im Detail wissen möchte, wie sich der Abschluss der Saga schlägt, den laden wir ein zu unserem spoilerfreien Review von The Dark Pictures Anthology: The Devil in Me.
Beinahe jeder Kritikpunkt der Vorgänger begegnet euch auch im sogenannten Mörderhotel. Als Inspirationsquelle diente diesmal H.H. Holmes, der Ende des 19. Jahrhunderts in Chicago seine Opfer in ein umgebautes Haus voller Todesfallen lockte. Im Intro besuchen wir das Originalgemäuer, im Rest des Abenteuers verschlägt es eine fünfköpfige Filmcrew einer True-Crime-Sendung in den Nachbau auf einer einsamen Insel. Der rätselhafte Gastgeber besteht erst darauf, dass alle ihre Handys abgeben und verdünnisiert sich dann in Windeseile. Das findet ihr sicher genauso unverdächtig und unbedenklich wie die fünf Protagonisten.
Man of Medan erzählte eine Geisterschiffsgeschichte, Little Hope beschäftige sich mit dem Thema Hexenverbrennung, in House of Ashes ging es mit Aliens und Kriegsgräueln ziemlich drunter und drüber, The Devil in Me (jetzt kaufen 39,99 € ) widmet sich jetzt einem der Klassiker des Horror-Genres: dem Slasher-Film. Auf dem Eiland treibt ein maskierter Sadist à la Michael Myers sein Unwesen. Die meiste Zeit lauert er bedrohlich im Schatten und verfolgt seine Opfer im Schneckentempo. Wie unterhaltsam man das findet, hängt auch mit der Genreerfahrung zusammen. Bereits in den 90ern persiflierte Scream Filme dieser Machart, im Gegensatz dazu versteht The Devil in Me 26 Jahre keinerlei Spaß und bewegt sich nicht ansatzweise außerhalb des ausgetretenen Klischeepfades. Kann man zum Gähnen finden, kann man aber auch aus Nostalgiegründen mögen oder als Hommage betrachten.
Tief im Uncanny Valley
Unsere Bemühungen, möglichst alle Figuren am Leben zu erhalten, waren rein dem Ehrgeiz geschuldet, denn sich mit den Charakteren zu identifizieren oder die Situation ernst zu nehmen, fällt schwer. Das hat eine Reihe unterschiedliche Gründe. Knöpfen wir uns zuerst mal die Optik vor: Die Gesichter sind per se überzeugend modelliert, sie basieren wieder auf Scans der jeweiligen Schauspieler. Für eine Überdosis Uncanny-Valley-Effekt sorgt jedoch die Tatsache, dass die Augen der Modelle so gut wie nie richtig fokussiert sind. Alle starren ständig leblos ins Leere, so manches Lächeln würde perfekt in den Horrorfilm Smile passen. Beim Anblick einiger Animationen kommt die Vermutung auf, dass Motion Capturing wohl in erster Linie und mit schwankendem Erfolg für die Mimik zum Einsatz kam und der Rest per Hand zurechtgezurrt wurde. Dementsprechend erstreckt sich das Spektrum der Animationsqualität von herzeigbar bis zu unfreiwillig lustig.
Quelle: PC Games
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Das Aussehen ist das eine, das Verhalten der Protagonisten ein anderes Thema. Wir haben selten das Gefühl, eine Gruppe echter Menschen zu beobachten, sondern eher das, was sich eine KI darunter vorstellt. Beispiel: Neben dem Bett findet unsere Spielfigur einen Schnappschuss aus dem letzten Urlaub. Wir heben das Foto auf, betrachten es - und legen es dann zurück auf die Diele. Anderes Beispiel: Ein Labello rollt ein paar Zentimeter unters Bett. Die Besitzerin kann ihn nicht aufheben, sie hat Asthma und unterm Bett ist es staubig. Die andere Figur im Raum rührt keinen Finger, um zu helfen, dabei wäre das nur ein Handgriff. Kleinigkeiten, aber sie alle nagen an der Glaubwürdigkeit der Szenerie. Und da rechnen wir die üblichen dummen Entscheidungen, die Darsteller in Slasher-Filmen und auch in The Devil in Me treffen, gar nicht erst ein.
Russisch Roulette mit drei Kugeln
Entscheidungen sind ein gutes Stichwort. Auch in The Devil in Me liegt es in unserer Hand, wie wir mit anderen Figuren umgehen, das ändert die Dynamik zwischen ihnen. In einer Handvoll Szenen aber wählen wir tatsächlich zwischen Leben und Tod. Das steht natürlich nicht so direkt auf dem Bildschirm; wir bekommen zwei Möglichkeiten angezeigt und müssen uns innerhalb eines kurzen Zeitfensters für eine Aktion entscheiden. Ein paar Mal sind die Konsequenzen unmöglich abzusehen. Das ist sicherlich auf eine gewisse Weise realistisch. Aber ein Spiel ist nicht die Realität und somit fühlt es sich schlichtweg frustrierend an, wenn innerhalb der ersten Stunde oder gar ganz kurz vor dem Ende eine Figur stirbt, weil wir "das Falsche" getan haben - und gar keine Möglichkeit hatten, zu wissen, was die "richtige" Entscheidung gewesen wäre. Wir reden hier wohlgemerkt nicht von gescheiterten Quick-Time-Events! Zugutehalten müssen wir The Devil in Me aber, dass es kinderleicht ist, Fehler ungeschehen zu machen. Wir können jetzt von Anfang an die gewünschte Szene wählen und erneut starten sowie zusätzliche Speicherstände anlegen. Je nach Länge des Kapitels, und da sich Zwischensequenzen nicht überspringen lassen, dauert es manchmal eine Weile, bis man die Stelle wiederholen kann. Komfortabler als in den Vorgängern ist das dennoch. Schwierigkeitsgrade gibt es nun insgesamt drei, wir haben auf dem mittleren gespielt.
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