Synced Preview: In der Shooter-Fabrik vom Band gefallen

Special Stefan Wilhelm
Synced Preview: In der Shooter-Fabrik vom Band gefallen
Quelle: Level Infinite

Der F2P-Koop-Shooter verspricht rasante Action mit mächtigen Begleitern, sieht bislang aber eher aus, wie eins der langweiligsten Spiele des Jahres ...

Wir haben [beliebiger Hero-Shooter] zuhause! [Beliebiger Hero-Shooter] zuhause:

Die sechs Runner-Klassen haben je eine aktive und zwei passive Fähigkeiten. Da gibt es die üblichen Verdächtigen wie einen Doktor, der ein Heilfeld erzeugt, die Assassine, die sich unsichtbar machen kann und eine Soldatin, die Gegner durch Wände markiert. Zwei der Runner kommen hingegen nur mit besonderen Granaten daher - einmal Feuer, einmal Rauch. Fürs (optionale) Teamplay sind die Klassen damit zwar teilweise interessant, bei gerade mal einer aktiven Fähigkeit pro Runner halten sich die taktischen Möglichkeiten aber in engen Grenzen.

Insgesamt wirkte die Wahl der Klasse und die des Nano-Verbündeten also eher nebensächlich. Das könnte auch daran liegen, dass mir für den Event ein Account zur Verfügung gestellt wurde, bei dem bereits alles freigeschaltet war. Entsprechend bin ich auch nicht mit x-beliebigen Standardwaffen losgezogen, sondern habe mir direkt die legendären Wummen mit Spezialfeatures geschnappt.

Da gab es etwa ein MG, das bei jedem Feuerstoß eine zusätzliche Rakete verschießt, eine AK-47, die von selbst Gegner anvisiert, oder eine automatische Shotgun, bei der sich die Feuerrate erhöht, je länger der Abzug gedrückt wird. Mit solcher Feuerkraft im Gepäck zerfielen die Feinde so schnell in ihre Einzelteile, dass meine Fähigkeiten und mein Nano-Begleiter kaum noch etwas zu tun hatten.

Im fertigen Spiel soll die Schwierigkeit der Einsätze über ein empfohlenes Powerlevel geregelt werden. Permanente Ausrüstungsgegenstände, also hauptsächlich die Waffen, können natürlich kleinteilig geupgraded werden, damit sie auch auf härteren Maps noch etwas ausrichten.

Die fünf Karten zeigen verschiedene Ausschnitte des postapokalyptischen Amerika. Die von mir gespielten Umgebungen waren ein Mix aus Waldlandschaft und Industrie, auf dem sich genauso gut auch ein beliebiger Battle-Royale-Shooter abspielen könnte - abseits der Sci-Fi-Monster und den überall verteilten Nanotechnologiefragmenten.

Der Spieler schießt auf Nano-Zombies Quelle: Level Infinite Im Gedächtnis blieb das dementsprechend kaum, genauso wie die paar Bosskämpfe, die ich gespielt habe. Ab und zu war mal eine Ausweichrolle angesagt, ansonsten wurde aber nur auf leuchtende Schwachstellen geballert. Immerhin spielt sich Synced dabei griffig und flott. Das Waffengefühl haut nicht vom Hocker, aber Horden von Nano-Feinden in Kleinstpartikel niederzumähen macht durchaus eine Weile Laune.

Cool sind außerdem die Movement-Fähigkeiten, die mir je nach gewähltem Nano-Partner zur Verfügung gestellt werden. Mit dem schweren Zermalmer schwingt sich meine Figur ein paar Dutzend Meter weit durch die Luft, um dann mit einer nett animierten Slide wieder zu landen, ein anderer Nano verschafft mir dagegen eine Art Hoverboard. Sonderlich weit sind die Strecken zwischen den Missionszielen zum Glück aber nicht, zudem gilt es alle naselang Feindeshorden umzunieten, Gebäude leerzuräumen und Upgrades zu kaufen.

Der Spieler steht einem fliegenden Nano-Monster gegenüber. Quelle: Level Infinite

Vom Band gefallen

Haben die zwei Stunden mit Synced also meinen Ersteindruck bestätigt? Größtenteils ja. Schon wenige Stunden nach dem Event wäre es mir schwergefallen, mich an nennenswerte Dinge zu erinnern, wenn ich sie mir nicht notiert gehabt hätte. Synced hebt sich spielerisch nicht von vergleichbaren Shootern ab und es mangelt dem Gameplay arg an Highlights und Spannung.

Daran ändert auch die einzige eigene Idee, die Nano-Partner, nichts. Der ganze Sci-Fi-Anstrich wirkt, als wären die austauschbaren Artworks auf einer Grafikkartenverpackung zum Leben erwacht und hätten dann eine Warzone-Map bevölkert.

Weil das Gameplay grundsätzlich solide ist, und das Spiel ganz nebenbei auch ordentlich aussieht, könnte es aber sein, dass eine motivierende Charakterprogression, der PvP oder ein paar mehr Missionstypen das Ruder herumreißen. Von all dem habe ich wegen meiner kurzen Spielzeit leider wenig bis nichts gesehen. Basierend auf dem Einblick rechne ich aber nicht unbedingt mit versteckten Spielspaß-Offenbarungen.

Wir leben in einer Welt, in der gerade erst Remnant 2 veröffentlicht wurde, in der Destiny 2, Warframe, The Division 2 und Returnal existieren, und in der für viele Spieler bereits bei den Worten "Battlepass" und "Nicht-kosmetische Mikrotransaktionen" der Ofen aus ist. Und es fällt mir schwer, mir in dieser Welt noch eine Playerbase vorzustellen, die nicht alles, was Synced anzubieten hat, woanders in besser und interessanter bekommt. Eine Playerbase, der Synced nicht schon zum Hals raushängt, bevor sie ihre zweite Stunde gespielt hat.

Wer dennoch reinschnuppern möchte - immerhin kostet das Spiel erstmal nichts, außer Zeit - sollte die öffentlichen Kanäle von Synced und Level Infinite im Auge behalten. Ein genaues Releasedatum gibt's zwar noch nicht, es soll aber noch im Sommer 2023 soweit sein. Synced erscheint für PC (Steam), PS5 und Xbox Series.

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