Suikoden V

Test Christian Schönlein

Die Serie kehrt zurück zu ihren Wurzeln - mit einem streitbaren Ergebnis.

Nur wenige Kämpfe sind wirklich fordernd. 
BILD: PLAYZONE Nur wenige Kämpfe sind wirklich fordernd. BILD: PLAYZONE Das Theater war groß, als Konami Mitte 2003 offiziell verkündete, dass Suikoden III nicht mehr in Europa erscheinen würde. Hardcore-Serienfans, die sich den Titel schon lange importiert hatten, konnten die Empörung aber gar nicht verstehen. Denn deren Meinung nach war Suikoden III - genauso wie der vierte Teil - bei weitem nicht so gut wie die PSone-Vorgänger. Daher freuen sich die Fans jetzt umso mehr über Suikoden V, denn damit findet die Serie zu ihren Wurzeln zurück.

Frauen an die Macht

Im Königreich Falena haben die Frauen die Hosen an, oberste Befehlsgewalt hat einzig und allein die Königin. Nun wird aber gerade die durch ein fieses Komplott getötet. Sie übernehmen in diesem Setting die Rolle des Prinzen, der nicht nur den Tod seiner Familie rächen will, sondern auch noch das gesamte Königreich vor den machtgeilen Godwin- und Barows-Familien retten muss. Sie sehen, die Story ist wieder mal typisch Suikoden.

Hier geht es um Macht, Verrat, Korruption, aber auch Freundschaft und Treue. Die Story bietet bei einer Spielzeit von über 60 Stunden zahlreiche unerwartete Wendungen und einige der Charaktere machen interessante Entwicklungen durch. Einziges Problem: das Ganze wird so langsam erzählt, dass ungeduldige Spieler schnell gelangweilt sein könnten.

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Einige Figuren machen interessante Entwicklungen durch. 
BILD: PLAYZONE Einige Figuren machen interessante Entwicklungen durch. BILD: PLAYZONE Überhaupt liegt das größte Problem von Suikoden V in der Präsentation. Die Ladezeiten beispielsweise sind mit ca. 5 Sekunden nicht allzu lang, treten aber so häufig auf, dass einem Gelegenheitszocker schnell die Lust am Erkunden der Spielwelt vergeht. Auch die Kamera ist nicht optimal geraten, denn sie ist nicht frei dreh-, sondern lediglich in drei Stufen zoombar. Während die beiden höchsten Zoomstufen die gute Grafik mit ihren liebevollen Details einfängt, bieten sie lange nicht so viel Übersicht wie die extreme Vogelperspektive.

In dieser sind wiederum Details in der Umgebung nicht mehr erkennbar, wodurch die Optik an Glanz verliert. Ebenfalls keine gute Lösung wurde für die Menüführung gefunden. Die ist so verschachtelt, dass man sich nie wirklich routiniert durch die Menüs klicken kann. Zwar schafft man es letztendlich immer, seine Charaktere optimal auszurüsten, der Weg dorthin hätte aber weitaus übersichtlicher ausfallen können.

Publikumsgerichtet

Die Zweikämpfe sind durch ein Zeitlimit noch spannender inszeniert. 
BILD: PLAYZONE Die Zweikämpfe sind durch ein Zeitlimit noch spannender inszeniert. BILD: PLAYZONE Das alles ist besonders deshalb so schade, weil Suikoden V im Kern ein sehr gutes Rollenspiel ist. Die bereits erwähnte Story war ja schon immer eine Stärke der Serie. Dazu kehren einige lieb gewonnene Elemente der PSone-Klassiker zurück. So gibt es jetzt wieder Kämpfe mit bis zu sechs Party-Mitgliedern, witzige Minigames und kurzweilige Echtzeitschlachten, die nach dem Stein-Papier-Schere-Prinzip ausgefochten werden.

Die Duelle, in denen man durch die kecken Sprüche des Gegners dessen nächste Aktion erahnen muss, werden durch ein knappes Zeitlimit sogar noch spannender inszeniert als zuvor. Während sich Hardcore-Fans also wieder auf ein "gutes altes" Suikoden freuen und sich wenig an der mauen Präsentation stören, dürften Gelegenheitsspieler mit diesem Rollenspiel wohl kaum warm werden.

Sicherlich macht eine gute Präsentation alleine noch kein gutes Spiel, vor allem muss das Gameplay stimmen. Aber wenn ebendieses Gameplay so nüchtern präsentiert wird, ist das auch kein guter Lösungsweg.

Bildergalerie

Wertung zu Suikoden V (PS2)

Wertung:

71 /10
Pro & Contra
Original Suikoden-GameplaySpannende Story
Nüchterne PräsentationSehr einfach
Fazit

Ein im Kern gutes Rollenspiel, aber wegen der mageren Präsentation nur Hardcore-Fans zu empfehlen.

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