Starfield Shattered Space im Test: Galaktisch gut oder Geldmacherei?

Test Sönke Siemens Benedikt Plass-Fleßenkämper Lukas Schmid
Starfield Shattered Space im Test: Galaktisch gut oder Geldmacherei?
Quelle: Sönke Siemens / Medienagentur plassma

Mehr als ein Jahr nach der Veröffentlichung von Starfield katapultiert Bethesda das Add-on Shattered Space in den Orbit. Doch kann der knapp 30 Euro teure DLC die hohen Erwartungen der nach neuen Inhalten lechzenden Community erfüllen?

"Houston, wie haben einen Hit!" Mit diesen Worten überschrieb Kollege Felix im September 2023 unseren Test zu Starfield. Seitdem hat Entwickler Bethesda sein größenwahnsinniges Projekt immer wieder gepatcht, verbessert, optimiert und mit mehr oder weniger spektakulären Inhalten versehen, zuletzt unter anderem mit dem REV-8 - einem extrem geländegängigen Landfahrzeug mit zwei Sitzplätzen, Umgebungsscanner, Schubdüsen sowie einer Laserkanone, mit der auch Mineralien abgebaut werden können.

Eine wirklich große Erweiterung ließ allerdings auf sich warten - über ein Jahr, um genau zu sein. Zum Vergleich: Dawnguard, der erste Story-DLC zu Skyrim, war damals bereits acht Monate nach Release verfügbar, und auch bei Fallout 4 dauerte es nur rund sechs Monate bis zur Veröffentlichung des umfangreichen Story-Add-ons Far Harbor.

So gesehen müsste Shattered Space, dem Bethesda erst im September einen über neunminütigen Deep Dive auf YouTube widmete, ein echter Überflieger sein, oder? Leider ist die Sache komplizierter als gedacht.

Aber der Reihe nach, denn zunächst müsst ihr die Inhalte von Shattered Space einmal triggern. Dazu ladet ihr einen alten Spielstand - am besten einen, in dem euer Charakter bereits Level 35 erreicht hat - und macht einen Sprung zu einem beliebigen Planeten. Wichtig: Der Planet darf nicht Teil einer laufenden Mission oder Nebenaktivität sein.

Sind diese Voraussetzungen erfüllt, entdeckt ihr im Orbit des angeflogenen Himmelskörpers eine riesige Raumstation namens Orakel, von der in regelmäßigen Abständen abgehackte Notsignale und Funksprüche gesendet werden.

Grav-Sprung auf einen völlig neuen Planeten

Dass hier tatsächlich etwas nicht stimmt, merkt ihr spätestens nach dem Andocken. Zunächst in Form von Leichen, die durch den schwerelosen Raum schweben, dann anhand von blau schimmernden Lichtbarrieren und menschenähnlichen Geisterwesen, die meist recht aggressiv angreifen.

Blaues Schimmern in Höhle Quelle: Sönke Siemens / Medienagentur plassma Gerade diese sogenannten Vortex-Phantome - einer der wenigen neuen Gegnertypen in Shattered Space - agieren zwar meist nicht besonders clever, können sich aber durch den Raum teleportieren und fallen einem so immer wieder fies in den Rücken.

Doch zurück zur Orakel. Nach der knappen Flucht aus einer massiven Müllpresse, kleineren Schlüsselkarten-Knobeleien und dem Neustart des Mainframe-Rechners, springt die Station plötzlich automatisch in das Sternensystem Kavnyk - die bisher verborgene Heimatwelt von Haus Va'ruun. Wer Starfield (jetzt kaufen 69,99 € / 44,99 € ) kennt, dem dürfte die Theokratie, die einer Gottheit namens "Die Große Schlange" huldigt, ein Begriff sein. Ihren Heimatplaneten, den Felsmond Va'ruun'kai, und ihre Hauptstadt Dazra kann man jedoch nur mit Shattered Space erkunden.

In Dazra angekommen, nimmt die Geschichte dann weiter an Fahrt auf. In recht ausufernden Dialogen erfährt man zum ersten Mal von einer Katastrophe, die den gesamten Planeten in Mitleidenschaft gezogen und viele Menschen das Leben gekostet oder in besagte Vortex-Phantome verwandelt hat.

Hinzu kommt, dass das Regierungsoberhaupt Anasko Va'ruun verschollen ist und seitdem drei Häuser um die Macht ringen, sich aber bei der Lösung der eigentlich viel dringenderen Probleme immer wieder in die Quere kommen. Eure Aufgabe ist es nun, die Harmonie zwischen den Häusern wiederherzustellen und dabei auch Anasko Va'ruun zu finden.

Sprechen mit NPC Quelle: Sönke Siemens / Medienagentur plassma All das wird Starfield-typisch durch zahlreiche Entscheidungssituationen vorangetrieben und konfrontiert euch mit einer Vielzahl von Charakteren, die alle ihre eigene Agenda verfolgen. Nehmt ihr euch zunächst nur die acht Hauptquests vor, solltet ihr dafür - je nach Spielweise - etwa fünf bis acht Stunden einplanen.

In dieser leider viel zu kurzen Zeit flieht ihr unter anderem aus einer von Aliens verseuchten Höhle, folgt den Spuren eines Ausreißers, die in die Berge führen, befreit eine vermisste Wissenschaftlerin und dringt in das Innere eines imposanten Gebäudes ein.

Für Spannung ist zwar gesorgt, völlig überraschende erzählerische Wendungen vom Kaliber eines Cyberpunk 2077: Phantom Liberty solltet ihr hier allerdings nicht erwarten. Gleiches gilt für die verschiedenen Enden: Sie sind zwar solide gemacht, aber wirklich befriedigend fühlt sich keines an. Auch, weil viele Entscheidungen zu wenig wirklich spürbare und sichtbare Konsequenzen haben.

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