Starfield im Test: Houston, wir haben einen Hit!

Test Felix Schütz
Starfield im Test: Houston, wir haben einen Hit!
Quelle: Bethesda

Bethesda im Größenwahn: Haben sich die Schöpfer von Skyrim diesmal selbst übertroffen? Oder ist Starfield doch "nur" ein Fallout im Weltall? Wir haben das Sci-Fi-Schwergewicht mehr als 80 Stunden lang getestet.

Unterwegs könnt ihr mehrere sympathische NPC-Begleiter anheuern, die dann auf eurem Schiff wohnen und von denen euch immer einer begleiten darf. Die Kameraden melden sich in Gesprächen gerne mal zu Wort, haben eigene Quests im Gepäck, helfen beim Tragen von Beute und unterstützen in Kämpfen, ohne dabei groß im Weg zu stehen - das kennen wir schon so ähnlich aus Fallout 4. Auch Romanzen inklusive Ehe sind möglich, allerdings solltet ihr da keine heißen Liebesszenen, Eifersüchteleien oder komplexe Beziehungsgeschichten erwarten - im Grunde wird das komplette Thema nur in harmlosen Dialogen abgehandelt.

Ein dickes Lob geht dafür an die Sprecher. Die englischen Originalstimmen sind super besetzt und verleihen allen Figuren ordentlich Profil. Die Inszenierung der Charaktere ist zwar weit von dem entfernt, was mittlerweile im Genre möglich ist, aber Bethesda hat zumindest darauf geachtet, dass die meisten Figuren lippensynchron reden. Das macht sich besonders bei den Hauptcharakteren richtig bezahlt.

Aber auch viele der deutschen Sprecher legen sich ins Zeug und sorgen für ordentlich Stimmung. Einziger Wermutstropfen in der deutschen Fassung: Die Lippenbewegungen passen leider überhaupt nicht mehr zum Gesagten, das kostet ein wenig Atmosphäre. Immerhin könnt ihr aber auf Wunsch mit deutschen Texten und englischen Stimmen spielen, die Sprachausgabe lässt sich jederzeit im Optionsmenü wechseln.

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Und weil wir gerade beim Thema Audio sind: Auch die Soundeffekte sind durchweg spitze und die orchestrale Musikuntermalung von Inon Zur begleitet euer Abenteuer nahezu perfekt. Egal ob ihr gerade euren Blick über zerklüftete Landschaften streifen lasst, ob ihr belebte Städte erkundet oder einfach mal wieder ein ordentliches Feuergefecht anzettelt, der Soundtrack fängt fast immer die richtige Stimmung ein.

Quests im Überfluss

Typisch Bethesda: Nach einer Weile quillt unser Questlog förmlich über vor lauter Nebenaufgaben, Aktivitäten und so weiter. Auf manches werdet ihr mit der Nase gestoßen, anderes schnappt ihr einfach im Vorbeigehen auf, zum Beispiel wenn sich NPCs über Gerüchte unterhalten. Dnn gibt's einen kleinen Eintrag im Tagebuch und ihr könnt der Sache später nachgehen, wenn ihr wollt. Dabei lernt ihr auch mehrere Fraktionen kennen, zum Beispiel könnt ihr euch einer Truppe von Space-Rangern anschließen, beim Sicherheitsdienst anheuern, Schulden eintreiben oder Hilferufen nachgehen.

Und das macht richtig Spaß, denn einige Sidequests fangen harmlos an, entpuppen sich dann aber als mehrstufige Aufträge mit spannenden Geschichten, die uns in guter Erinnerung geblieben sind. Wir haben zum Beispiel eine mordsgefährliche Alien-Plage ausgerottet und Kriegsverbrecher aufgespürt, haben uns undercover unter eine Piratentruppe gemischt, haben Kolonisten eine neue Heimat gesucht, unheimliche Raumstationen erforscht, Daten beschafft, Waren geschmuggelt und so weiter. Die Mischung aus längeren Quests und kurzweiligen Nebenaktivitäten sorgt dafür, dass man viele Stunden beschäftigt ist und sich die Spielzeit dabei gut einteilen kann.

Die Constellation erfoscht die mysteriösen Artefakte. Quelle: PC Games Die Constellation erfoscht die mysteriösen Artefakte.

Finger am Abzug

Egal ob man aus der Ego- oder Verfolgeransicht spielt, bei den Kämpfen hat Bethesda deutlich dazugelernt. Die Schießereien fühlen sich eine ganze Ecke besser und wuchtiger an als in Fallout 4. Zwar verhält sich die Gegner-KI wieder ziemlich hohl und auch die Auswahl an menschlichen Feinden ist überschaubar, doch die Action geht zumindest gut von der Hand. Es gibt eine Riesenladung unterschiedlicher Schusswaffen (in mehreren Qualitätsstufen) und ein verbessertes Trefferfeedback, das diesmal allerdings ohne derbe Splattereffekte auskommt - bis auf Blutspritzer ist da nichts weiter zu sehen, alle Körperteile bleiben dran.

Gelegentlich gibt es auch Gefechte in Schwerelosigkeit, das ist cool umgesetzt. Da schweben Objekte dann gespenstisch durch die Gegend und Projektilwaffen haben einen deutlichen Rückstoß. In solchen Gefechten solltet ihr darum besser auf Energiewaffen setzen, die euch beim Schießen nicht nach hinten befördern.

Kämpfe in Schwerelosigkeit sind selten, machen aber Laune. Quelle: PC Games Kämpfe in Schwerelosigkeit sind selten, machen aber Laune. Für unseren Geschmack dürften es zwar noch etwas mehr Nahkampfwaffen sein und auch ein paar coolere Gadgets als nur Granaten hätten wir uns gewünscht, aber: Für ein Rollenspiel ist die Action absolut ordentlich. Schleichen ist übrigens auch wieder möglich, wenn das euer Ding ist: Schalldämpfer an die Knarre schrauben und Gegner möglichst lautlos ausschalten, bevor jemand Alarm auslöst - das geht, ist aber völlig optional. In den meisten Fällen läuft's ohnehin auf Geballer raus und das ist auch in Ordnung so. Wer ein gutes Schleichspiel sucht, findet woanders bessere Alternativen.

Fallout-Fans werden vielleicht das coole V.A.T.S.-System vermissen, mit dem man Körperteile anvisieren konnte - das gibt es hier zumindest in den Bodenkämpfen nicht. Manchmal haben wir uns auch zusätzliche Skills im Kampf gewünscht, wie zum Beispiel die Möglichkeit, Geschütze aufzustellen oder Drohnen zu bauen. Allerdings gibt es etwas anderes, was die Kämpfe (und auch viele andere Situationen) aufwertet. Was genau? Das müsst ihr schon selbst rausfinden! Aber Bethesda hat in seiner letzten Vorschau zumindest schon einen kleinen Vorgeschmack geliefert. Hier haben wir die passende Stelle nochmal hier für euch verlinkt. Hat da jemand "Fus Roh Da" gerufen?

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