Horror im Weltraum: 13 schaurige Star Trek-Folgen für Halloween
Special
Im Weltall hört dich niemand - nein, lassen wir das. Star-Trek-Experte Sebastian Göttling präsentiert passend zu Halloween 13 Star-Trek-Momente, in denen es richtig gruselig zugeht!
Platz 5: Where Silence Has Lease (Illusion oder Wirklichkeit?) , Star Trek: The Next Generation
Kosmischer Horror à la Lovecraft, Teil 2. Auf Seekarten vergangener Jahrhunderte fand man, bevor die letzten Flecken der Weltmeere restlos erforscht wurden, stets den Hinweis: "Here there be dragons!" Auf Deutsch heißt das so viel wie: Wer an dieser Stelle über den Kartenrand hinweg segelt, der landet im Reich der Seeungeheuer.
Die Enterprise gerät in genau diese Situation, als sie allzu neugierig durch etwas hindurch fliegt, was eigentlich gar nicht sein dürfte: ein Loch im Weltall. Dort sind sämtliche Gesetze der Physik außer Kraft gesetzt. Wer geradeaus fliegt, der bewegt sich trotzdem im Kreis und kann nicht entkommen. Außerdem manifestieren sich Geisterschiffe, deren Decks man besser nicht betritt, es sei denn, man möchte Gefahr laufen, sich mit ihnen in gespenstischen Nebel aufzulösen. Was wie ein freakiges Naturphänomen oder das Bermuda-Dreieck klingt, erhält gegen Ende eine weitere Ebene, denn die feindliche Umgebung ist nichts weiter als das Testlabor eines übermächtigen, verrückten Wissenschaftlerwesens namens Nagilum - womöglich einer von Lovecrafts Großen Alten.
Quelle: Paramount
Und der möchte die Enterprise-Besatzung zu Laborratten in seinem Labyrinth machen, wobei planmäßig die Hälfte der Crew bei seinen grausamen "Tierversuchen" ihr Leben lassen wird.
Platz 4: Faces (Von Angesicht zu Angesicht), Star Trek: Voyager
Die Widersacher der Woche sind, als die Voyager ihnen begegnet, der Crew bereits bekannt und ohnehin schon gruselig, denn es handelt sich um die Vidiianer, die als gesamtes Volk von einem tödlichen Virus befallen sind, der ihre Körper nach und nach auffrisst. Um sich trotz dieser unheilbaren Krankheit am Leben zu halten, ist das eigentlich friedfertige Volk zu Organjägern verkommen.
Die Leber ist beinahe aufgefressen? Kein Problem, man fängt sich kurzerhand eine arme Seele, raubt deren Entgiftungsorgan und pflanzt es sich selbst ein. Über den Krankheitsverlauf wird jeder ruchlose Vidiaaner dadurch mehr und mehr zum Frankensteinschen Stückwerk. Als ob das noch nicht reichen würde, braut diese Episode eine überaus potente Mischung diverser Gothic-Horrorfilm-Bestandteile.
Ganz wie Lon Chaneys "Phantom der Oper" entführt der verrückte Wissenschaftler der Woche seine Angebetete und will ihr Herz erobern, seiner grotesken Erscheinung zum Trotz. Was macht er also? Ganz wie in Georges Franjus 1960er-Horrorschocker "Les Yeux sans visage" (Augen ohne Gesicht) bringt er ein glückloses Crewmitglied der Voyager um und schneidet ihm das Gesicht ab, um es über sein eigenes zu operieren.
Außerdem zitiert die Episode den klassischen Stoff von H.G. Wells, "Island of Lost Souls" (Die Insel des Dr. Moreau), im Jahr 1932 kongenial verfilmt, denn der Wahnsinnige zerlegt zudem noch Crewmitglied B'Elanna Torres in ihre menschlichen und animalischen (sprich: klingonische) Hälften und bedient so ein mitunter unangenehmes Klischee, das sich dennoch nicht aus klassischem Horror herausdiskutieren lässt: das der hypersexualisierten Tierfrau.
Platz 3: What Are Little Girls Made Of? (Der alte Traum), Star Trek: The Original Series
Niemand Geringeres als Robert Bloch höchstselbst, seines Zeichens Protegé von H.P. Lovecraft und Autor von Hitchcocks "Psycho", schrieb das Drehbuch zu dieser frühen Episode der Originalserie.
Doch es geht hier nicht um Spukhäuser oder mordende Muttersöhnchen, und auch wenn Bloch die "Großen Alten" seines Mentors zitiert, handelt es sich hier nicht um krakenartige Riesenmonster, sondern um ein längst untergegangenes Alien-Geschlecht, das bereits vor Jahrtausenden Androidenkörper baute.
Einer dieser Androiden ist der hünenhafte Ruk, gespielt von Ted Cassidy aus der Addams Family, der tief unten in den Tropfsteinhöhlen eines gottverlassenen Planeten der Leibwächter eines weiteren, wahnsinnig gewordenen Wissenschaftlers ist.
Quelle: Paramount
Kirk und Chapel im Gruselkabinett der Androiden
Jener stolperte auf seiner Suche nach dem ewigen Leben über das Geheimnis dieser antiken Roboter und nun stellt sich die metaphysische Frage, ob es eine menschliche Seele gibt, und wenn ja, ob sie den Transfer in einen künstlichen Körper übersteht - oder ob dort lediglich kalte Informationen ankommen und der Funke des Lebens auf der Schnittstelle von organischem zu künstlichem Leben verloren geht. Dunkel-farbenfroh und dicht-atmosphärisch inszeniert ist diese zurückgenommene Gruselgeschichte, an deren Ende nur gebrochene Herzen und tote Roboter übrig bleiben. So sie denn überhaupt jemals lebendig waren.
